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derubor_indaril

The Elder Scrolls III: Morrowind Review (im weitesten Sinne)

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Story

Der Spieler wacht nach einer stürmischen Nacht, das erzählt jedenfalls die animierte Texttafel zu Beginn des Spiels, im Laderaum eines Schiffs auf und wird gleich von einem Typen mit einem roten Auge gefragt, wer er denn sei. (Hmm, wir sind auf einem Schiff, wenn man bedenkt, dass Schiffsreisen mit Segeln ewig und zwei Tage dauern, sitzen wir schon ewig und zwei Tage zusammen in diesem Laderaum und der fragt mich erst jetzt, wie ich heiße? Hat der Alzheimer oder sowas in der Art?) Kurz darauf wird man von einem recht unfreundlichen Typen hinauskomplimentiert. Draussen angekommen wird der Spieler gefragt, wo er den herkommt. (Da steht ein Depp vor mir und fragt mich ernsthaft, welcher der zehn Rassen ich angehöre. Ist der blind?) Der Spieler kann nun aus insgesamt zehn Rassen, zwei Geschlechtern und einem von 8 Gesichtern pro Rasse und Geschlecht und verschiedenen Frisuren auswählen. (Zehn Rassen? Zwei Geschlechter? 8 Gesichter? Willkommen im Land der 160 Gesichter mit verschiedenen Frisuren...) Ist der Spieler fertig, wird er in das nächste Gebäude geschickt, wo er ein Sternzeichen und eine Klasse auswählen muss. Wobei man Klassen auch selbst gestalten kann, aber dazu später mehr. Dann wird man wieder weiter geschickt, wieder ein anderes Gebäude und bekommt da etwas Geld und den Namen eines Mannes, den man doch aufsuchen soll. Er wohnt irgendwo in der nächst größeren Stadt, aber der freundliche Beamte weiß nicht genau wo. (Obwohl er mir aus dem Stehgreif die komplette Geschichte des Kaiserreiches erzählen kann.) Hier ist dann auch der Punkt erreicht, wo eigentlich jeder die Story aus den Augen verliert und irgendwann später mal durch Zufall wieder darüber stolpert.

Spielwelt

Die Spielwelt ist gigantisch. Vvardenfell bietet unterschiedliche Gegenden (Grasland, Gebirge, Sumpf, Küste, Insellandschaft, Vulkan) und gefühlt nur einen Gegnertypus, der dafür aber immer dann zu Tausenden auftaucht, wenn man nur mal kurz einen kleinen Zeh aus einer Stadt raushält. Okay, ein paar andere Gegnertypen gibt es dann schon noch, aber wenn man draussen unterwegs ist, kommt eben immer noch Mister „Ich häng hier nur in der Luft und schrei dich an und bin dann in einer viertel Stunde in der Nähe der Reichweite deiner Waffe“ mit dazu. Die Dungeons reichen von Höhlen, über drei verschiedene Arten von Ruinen (Zwergen-, Deadra-, Veloth-) bis hin zu... ja, das war's eigentlich auch schon. (Ich weiß, Minen gibt es auch noch, aber das sind nichts anderes als Höhlen wo Leute drin schuften müssen.) Dann gibt es thematisch unterschiedliche Städte, die alle ihren eigenen Charme haben, wovon die imposanteste ohne Zweifel Ald 'Rhun ist. In den Städten, Höhlen und Ruinen trifft man dann entweder auf Monster oder NPCs, die einem entweder freundlich gesinnt sind oder einem die Pest an den Hals wünschen. Hat man es dann mit NPCs zu tun, die nicht grad irgend einer Wache angehören, dann haben ALLE einen eigenen Namen. Bei ca. 500 NPCs in Morrowind (durch die beiden AddOns Bloodmoon und Tribunal kommen dann nochmal jeweils ca. 250 – 300 dazu) musste da jemand enorm viel Fantasie an den Tag legen.
Sollte man dann mal eine Quest annehmen, dann sollte man sich deren Beschreibung gut durchlesen. Bei der Kriegergilde zum Beispiel gibt es eine Quest, wo man zehn Flaschen Cyrodiilischen Brandy in eine Mine bringen soll. Die Mine ist irgendwo in der Nähe einer Stadt, aber wo genau, das weiß der Questgeber nicht. In der Stadt hat auch noch nie jemand von der Mine gehört, also muss man die Umgebung der Stadt genauestens absuchen. Aber den Vogel schießt eine Quest der Morag Tong (Dunkle Bruderschaft in nicht böse) ab. Hier soll man in eine Höhle und jemanden töten. Wo die Höhle ist, weiß der Questgeber nicht, man soll mal in einer bestimmten Stadt nachfragen. Da bekommt man auch nur zu hören, dass die Höhle nördlich der Stadt ist. Es ist zu erwähnen, dass es sich bei der Stadt um Mar Gaan handelt und Mar Gaan liegt noch im Süden von Vvardenfell.

Rollenspielsystem

Jetzt komme ich mal zu den Klassen. Im Grunde genommen haben sich die Leute bei Bethesda schon was bei den Standard-Klassen gedacht, aber man kann sich aus den 36 verschiedenen Skills die 10 rauspicken, 5 Haupt- und 5 Nebenskills, von denen man denkt, dass man sie am Ehesten nutzen wird. Wie gesagt, man denkt. Wenn man so drauf ist wie ich, dann ignoriert man den Fernkampf, denn das ist nur was für Leute, die Angst haben, sich eine Krankheit einzufangen, und flucht dann rum, wenn Mister „Ich häng hier nur in der Luft und schrei dich an und bin dann in einer viertel Stunde in der Nähe der Reichweite deiner Waffe“ auftaucht und sein Ding durchzieht. Zum Glück ist man in Dungeons vor dem Vieh sicher. Man levelt auf, indem man seine Haupt- und Nebenskills auflevelt. Hat man einen oder mehrere Skills insgesamt 10 mal aufgelevelt, gibt es das Level Up und mögen die Götter einem gnädig sein, dass man in der Nähe eines Bettes ist oder man draussen in der Wildnis nicht grad da sein Lager aufschlagen will, wo sich in 10km Entfernung eine Ratte oder Mister „Ich häng hier nur in der Luft und schrei dich an und bin dann in einer viertel Stunde in der Nähe der Reichweite deiner Waffe“ aufhält. Denn um seine Attribute durch ein Level Up zu verbessern muss man schlafen, eine Stunde reicht und man darf nicht träumen. Und wenn man sich grad in einer riesigen Zwergenruine verlaufen hat und man stolpert in ein weiteres Level Up, dann herzlichen Glückwunsch, das ist dann nämlich nutzlos, da man Attributspunkte nicht sammeln kann. Ja, Morrowind schenkt einem nichts.

Items, Ausrüstung und Co.

Wie in jedem Elder Scrolls Teil gibt es auch in Morrowind mehr unterschiedliche Items als unterschiedliche Waffen in Borderlands 2. Und nicht einmal ein Zehntel davon ist wirklich nützlich. Teller, leere Flaschen, Besteck, Töpfe, Papier, Kerzenständer, Bücher,... bringen einem im Kampf nichts, okay, Kerzenständer leuchten, aber nur solange man sie auch in der Hand hat. Wenn man ein Deadra Claymore schwingt, dann hat man beide Hände voll. Okay, zu etwas zu gebrauchen sind die ganzen nutzlosen Sachen dann schon. Entweder man geht den logischen Weg und verhökert alles beim nächstbesten Händler oder man hat sich beide Gehirnhälften amputieren und durch Hundekot ersetzen lassen und gibt einen ganzen Haufen Geld dafür aus, dass jemand die Dinge verzaubert. Obwohl, wenn ich so darüber nachdenke, eine leuchtender Kerzenständer, mit dem man Eisbälle auf seine Gegner wirft, hat schon was.
Ausrüstung gibt es auch in Hülle und Fülle. Es gibt verschiedene Rüstungsarten, unterteilt in Leicht, Mittel und Schwer und da dann jeweils verschiedene Materialien. Verschiedene Waffengattungen (Langschwert, Kurzschwert [wo Dolche auch mit rein gehören], Äxte, Stumpfe Waffen, Speere und eben Fernkampfwaffen wie Bögen und Armbrüste), auch in verschiedenen Materialen. Ringe, Amulette und Gürtel kann man auch ausrüsten. Dann kann man unter die Rüstung noch normale Klamotten anziehen und wer seine Gegner verarschen will, wirft über die Rüstung dann noch eine Zaubererrobe. Und alles, was man anziehen kann, kann man auch verzaubern. Wobei man nicht wie bei Oblivion und Skyrim darin beschränkt wird, welche Art von Zauber man auf welche Art von Ausrüstungsgegenstand packt. Ich war mal besoffen und hab mir ein Schwert mit einem Heilzauber, der meine Gegner bei einem Treffer sofort wieder heilt, verzaubern lassen. War zwar nutzlos, hat mir aber beim Verkauf 500.000 Gold eingebracht.
Tränke gibt es auch noch zu Hauf, aber mehr als Heiltränke und bis zu einem bestimmten Punkt im Spiel, Krankheitsheiltränke braucht man den Rest höchst selten.

Fazit

Morrowind mag wie jedes Spiel von Bethesda zu erstmal komplett bugverseucht sein. Es gibt zwar keine Gamebreaker-Bugs, aber das Spiel stürzt so verdammt oft ab, man könnte fast meinen, es habe Angst, dass der Spieler Spaß am Spielen hat. Deswegen raten einem auch die Tipps in den Ladebildschirmen, sehr häufig zu speichern.
Trotzdem kann man nicht sagen, dass Morrowind ein schlechtes Spiel ist, es ist auch nicht nur gut. Würde man sagen Morrowind sei nur ein gutes Spiel, dann wären alle anderen Rollenspiele Durchfall, den ein Hund gefressen, wieder ausgekotzt, nochmal gefressen und schließlich als Hundehaufen in die Schuhe eines komplizierten Gastes gesetzt hat.

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Kommentare

  1. Avatar von LeaImWunderland
    Morrowind ist und bleibt für mich ein Stückchen Heimat. Meiner Meinung nach der bisher beste Teil der TES-Reihe.
    Neben einigen normalen Versionen besitze ich auch einige GOTYs, Karten, Soundtracks und was man sonst noch so braucht.
    Ich hatte alleine mit einem Charakter über 320 Stunden Spielzeit, jeden Winkel erkundet und hatte einfach damals meine Liebe gefunden.
    Natürlich ist das nur eine subjektive Meinung. Für mich ist es der Heilige Grahl, ob er das aber jetzt sein würde, wenn ich es aktuell zocken würde, kann ich allerdings auch nicht versichern
 
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