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»Killerspiele« - Reaktion auf Verbotsforderung - Kulturrat und Union nehmen Stellung

Union und Kulturrat stellen sich gegen die Forderung der CSU.

Von Andre Linken |

Datum: 04.09.2008; 15:07 Uhr


»Killerspiele« - Reaktion auf Verbotsforderung : Die durch den bayerischen Innenminister Joachim Hermann (CSU) Anfang der Woche erneut losgetretene Debatte, um ein Verbot von so genannten »Killerspielen«, erfährt vom Deutschen Kulturrat und jungen Politikern der Union deutlichen Widerspruch. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: »Eigentlich war die Debatte um das Verbot von gewalthaltigen Computerspielen längst beendet. Sowohl in der Politik als auch in den Verbänden bestand Einvernehmen, dass die Kraft besser in die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in die Auszeichnung guter Computerspiele gesteckt werden sollte, statt in einen Verbotsaktionismus zu verfallen, der in Zeiten des Internets ohnehin schwer durchsetzbar ist.« Zimmermann bezeichnet den erneuten CSU-Vorstoß dann auch als »ein schlechter bayerischer Running Gag in Wahlkampfzeiten.«

Diskussion innerhalb der Union

Laut einem Heise.de-Bericht, ist auch innerhalb der Union ein Streit über die erneute Verbotsforderung der CSU entbrannt. Eine Gruppe Politiker der Unions-Bundestagsfraktion hat sich strikt gegen den Vorschlag gestellt. Die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär, der Junge-Union-Vorsitzende Philipp Mißfelder und der Chef der Jungen Gruppe der Union im Bundestag, Marco Wanderwitz (CDU), forderten in Berlin mehr Aufklärung statt eines Pauschalverbots von Gewalt-Computerspielen.

»Der illegalen Nutzung und Verbreitung wird durch ein Verbot Tür und Tor geöffnet«, sagte Bär der dpa. »Mißfelder warnte davor, eine Wachstumsbranche wie die Computerspiel-Industrie«, an den Pranger zu stellen.

GTA 4 sofort auf den Index

Unterdessen ist auch bekannt geworden, welches »Killerspiel« der Unterstützer des CSU-Verbotsantrages und selbsterklärte Computerspiele-Gegner, Christian Pfeiffer, sofort auf dem Index sehen möchte: Grand Theft Auto IV. Pfeiffer ist der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, der in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Talk-Show-Auftritte und in Forscherkreisen umstrittene Untersuchungen einen Namen gemacht hat. Wie Focus Online berichtet, verlangte Pfeiffer bei seinem Treffen mit der CSU eine umfassende Indizierung: Wenn die Spiele nicht mehr frei verkaufbar seien, würden sie nicht bekannt, und der Umsatz breche ein. »Die lustvolle Gewaltanwendung wird zum Selbstzweck des Spiels«, wird Pfeiffer, früher Justizminister von Niedersachen, zitiert.

Wie weltfremd Pfeiffers Forderung gerade bei Grand Theft Auto IV ist, zeigt nicht nur der weltweite Verkaufserfolg des Spiels, sondern das enorme Medienecho beim Erscheinen des Spiels. Den gerade GTA IV wurde von den Krikern der New York Times bis zu Der Spiegel als Meilenstein der interaktiven Unterhaltung gelobt. Wäre das Spiel indiziert, dürfte de facto in Deutschland niemand mehr positiv über das Spiel berichten und seine künstlerischen Leistungen loben, da dies als Werbung für das Produkt ausgelegt werden könnte und Werbung für indizierte Medien per Gesetz verboten ist.

Von China »lernen«

Aber offenbar schein solche Bedenken bei Pfeiffer und der CSU wenig zu bedeuten: Der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl schlug laut Focus vor dem Hintergrund kinderpornografischer Angebote im Internet vor, Provider per Gesetz zu zwingen, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen. Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei: »Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.« Und hier schließt sich der Kreis: Denn schon 2006 forderte der jetzige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein: »Killer-Spiele« sollten »in der Größenordnung von Kinderpornographie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt« und setzte damit Computerspiele auf eine Stufe von Kinderpornografie.

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meshuga
#1 | 04. Sep 2008, 15:50
mann mann mann die haben doch einen an der waffel:rolleyes: gewalt in videospielen auf die gleiche ebene wie kinderpornografie zu stellen wäre ungefähr dasselbe wie einen ladendiebstahl und einen amoklauf gleich hart zu bestrafen:ugly:
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xionlloyd
#2 | 04. Sep 2008, 16:04
Und täglich grüßt das Murmeltier . . .

Klar, diese Forderungen sind alle nicht neu, genau wie die Reaktionen.
Aber, auch wenn das nicht mehr als einfaches Wahlkampfgequatsche ist, so
stört es mich langsam trotzdem, dass man andauernd immer wieder Aussagen
wie diese von einigen Politikern liest . . .


:bet: :x360:
:comp: :box: :snes: :station: :sonypsp:
:autsch: :ps3: ( hab sie trotzdem :trost: )
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J.6oo
#3 | 04. Sep 2008, 16:10
Vor was für Aufgaben die Herren Politiker uns aber auch stellen:

Hol ich mir jetzt auf Kinder einen runter und förder somit in gewisser Weise den ,,Kindesmissbrauch" oder zock ich daheim lieber ein Spiel? - Hmmm...





:rolleyes:
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xionlloyd
#4 | 04. Sep 2008, 16:15
Zitat von J.6oo:
Vor was für Aufgaben die Herren Politiker uns aber auch stellen:

Hol ich mir jetzt auf Kinder einen runter und förder somit in gewisser Weise den ,,Kindesmissbrauch" oder zock ich daheim lieber ein Spiel? - Hmmm...





:rolleyes:





is zwar etwas offtopic, aber was soll's:

In Berlin wurde gestern (glaube ich) ein Polizist wegen Missbrauchs einer 10-jährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Tja, Polizei - Die härteste Gang der Welt.

Virtuelle Boshaftigkeiten, oder reale/r Vergewaltigung, Missbrauch, Mord und Todschlag . . . einige Politiker scheinen sich tatsächlich bereits zu fragen, was schlimmer ist:motz:
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DarkSora
#5 | 04. Sep 2008, 16:35
ich glaub da stand, junge Mitglieder der Union. Heisst für mich, dass in 20-30 Jahren fast alles gegessen ist und nur noch wirklich exrem harte Spiele negativ in den Medien auftauchen und auf dem Index landen.

Was heute alles da abgelassen wird klingt für mich irgednwie, als hätten die was gegen Videospiele. Damit mein ich jetzt nicht, dass sie sie "nur" für moralisch bedenklich halten, sondern wirklich einen Hass für sie entwickelt haben, warum weiss ich aber nicht.
Ich mein, für wie viele Straftaten sind Videospiele schuld und für wie viele Alkoholnur so als Besipiel). Ist das trinken jetzt auch verboten? Nein, es wird auch noch öffentlich dargestellt und hat in unserer Gesellschaft einen viel höheren Stellenwert(nicht Alkoholsucht) als Videospiele.

Es ist jetzt kein Appell, dass Trinksucht schlimmer sei als Videospiele. Es soll auch nicht was verbessert werden, indem was anderes verschlechtert wird. Ich will nur sagen, es passieren noch so viel andere schlimme Dinge, gegen viele Videospiele wahre Engel sind und dagegen unternimmt keiner oder weniger Leute was.
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#6 | 04. Sep 2008, 16:44
im text stand doch, dass für indizierte spiele nicht geworben werden darf, aber ist ein test in der gamepro nicht auch eine art werbung?? besonders wenn das game wie zb army of two den gold-award erhält..das ist mir schon öfters aufgefallen. manche indizierten games *hust* gears of war *hust* werden nicht getestet, aber andere schon.... od. dürfen nur games die eine besonders hohe wertung erhalten würden, nicht getestet werden :confused:

:heul: dann seh ich nämlich schwarz für gears of war 2 :heul:
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DarkSora
#7 | 04. Sep 2008, 16:48
Es dürfen generell keine Tests gemacht werden für Spiele, die in dem heweligen Land verboten worden sind. Allerdings dürfen previews gemahct werden, da die verkaufsversion noch dann gar nicht auf eine Altersfreigabe getestet wurde.

Aber jetzt mal eine Idee: Wenn die Entwickler wissen, dass der 2te Gears Teil noch brutaler ist, als der erste. Warum wird er dann von der USK getestet? Also ich mein, Epic könnte doch einfach dann Deutschland ignorieren. Win Import test wäre somit legal(?) und es könnte auch ein test der US Fassung gemacht werden können
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Orco666
#8 | 04. Sep 2008, 16:51
Das einzige was man aus diesen Debatten lernen kann ist das bestimmte Medien
immer zu einem Generationenkonflikt führen (z.B. Rockmusik in den 60er, der Walkman in den 80er, usw).Viele ältere Menschen(u.a. auch Politiker) haben oder hatten schon immer ein Problem damit sich mit der Zeit zubewegen. Sie verstehen unser Hobby nicht, wissen nicht was es besonders macht und für uns so wichtig. Also liebe Gamer erklärt jedem der es nicht versteht und wissen will, warum Wir nicht die bösen, kaltblütigen Zombies sind für die uns manche Politiker aus Wahlkampf zwecken abstempeln wollen.:rolleyes:
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airsun
#9 | 04. Sep 2008, 16:58
Zitat von Orco666:
Das einzige was man aus diesen Debatten lernen kann ist das bestimmte Medien
immer zu einem Generationenkonflikt führen (z.B. Rockmusik in den 60er, der Walkman in den 80er, usw).Viele ältere Menschen(u.a. auch Politiker) haben oder hatten schon immer ein Problem damit sich mit der Zeit zubewegen. Sie verstehen unser Hobby nicht, wissen nicht was es besonders macht und für uns so wichtig. Also liebe Gamer erklärt jedem der es nicht versteht und wissen will, warum Wir nicht die bösen, kaltblütigen Zombies sind für die uns manche Politiker aus Wahlkampf zwecken abstempeln wollen.:rolleyes:


sogar das theater wurde zu der entstehungszeit verteufelt.
das ist halt das schicksal neuer medien.
wer weiß, vllt. werden wir in 30 jahren auch versuchen unseren kindern irgendeine neuartige unterhaltungstechnologie zu verbieten.
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xionlloyd
#10 | 04. Sep 2008, 17:20
Also mir hilft dieses "In 20-30 Jahren haben wir es ausgestanden" nicht wirklich . . . was hab ich denn davon, wenn die kiddys wenn ich über 50 bin spielen können, was sie wollen . . . :(

Ich will jetzt Ninja Gaiden 2 oder Gears of War 2 spielen können:motz:

Noch ein Wort zu Gears of War: Ich habe mir das Spiel in Berlin in einem Saturn-Markt gekauft. Der Verkäufer meinte, jeder Markt hätte einige Exemplare erhalten, weil Microsoft wohl irgendwas testen wollte . . . oder so.


:bet: :x360:
:comp: :box: :snes: :station: :sonypsp:
:autsch: :ps3: ( hab sie trotzdem :trost: )
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