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Studie - "Das Internet macht gleichgültig" - Gehirn ist überfordert

Eine interessante Studie zum Thema "Internet"

Von Andre Linken |

Datum: 15.04.2009; 17:58 Uhr


Studie - "Das Internet macht gleichgültig" : Forscher des "Brain and Creativity Institute" an der Universität von Süd-Kalifornien haben eine Studie veröffentlicht, nach der das Internet den Sinn für Moral abstumpfen soll und langfristige Schäden bei der Gehirnentwicklung junger Menschen anrichten kann. Das ständige Erhalten neuer Nachrichten und die umgehend möglichen sozialen Kontakte über das Internet seien für den "moralischen Kompass" im Gehirn einfach zu schnell. Daher würden starke Nutzer von Angeboten wie Twitter oder Facebook womöglich gleichgültig gegenüber menschlichem Leiden, da sie nie die Zeit hätten, über Ereignisse und Gefühle nachzudenken oder sie wirklich zu erleben.

Das Gehirn könne zwar in Sekundenbruchteilen physischen Schmerz bei anderen Menschen erkennen, aber die Verarbeitung von Gefühlen wie Bewunderung oder Mitgefühl dauerten länger und seien für die Entwicklung eines Sinnes für Moral entscheidend. Wer zu viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringe, hätte daher zu wenig Zeit für Moral-formende Tätigkeiten wie das Lesen von Büchern oder Freunde zu treffen. Bei einer Medienkultur, in der Gewalt und Leiden eine endlose Show bieten, sei es in fiktiven Geschichten oder im Infotainment, wächst die Gleichgültigkeit beim Anblick menschlichen Leidens, so die Forscher, die damit ihre Warnung doch nicht nur auf das Internet beziehen.

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Ghost Brigade
#1 | 15. Apr 2009, 19:27
leider muss ich zugeben, dass da was dran is ... wenn 10 leute einem gleichzeit erzählen wie schlecht es ihnen geht dann hat man keine zeit für mitleid schließlich müssen ja i.welche antworten rausgehaun werden an i.wen xD
naja solang man noch n real life hat is alles im lot ^^
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FearoftheDark
#2 | 15. Apr 2009, 19:58
Auch wenn ich mich schäme, mir das eingestehen zu müssen, aber ich kann durchaus Parallelen zwischen dem Forschungsergebniss und meinem eigenen Denken und Handeln finden.
Wenn ich lese, dass 1/6(?) der Menschheit hungert, nehme ich es zur kenntniss. Mehr nicht. Es sollte mich doch eigentlich zumindest ein wenig zum Mitleid bewegen, aber das ist einfach nicht da.
Bin ich nun ein Einzelfall?
Ich hoffe es, sonst sieht es schlecht für die Zukunft aus!

Mfg Fear
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Freddy Krüger
#3 | 15. Apr 2009, 20:01
Ich finde das Problem liegt nicht (nur) am Internet sondern einfach auch an der Tatsache das der Informationsfluss viel schneller und unüberschaubar wird! Nachrichten berichten im Sekundentakt über neue Piratenangriffe an der somalischen Küste, auf Pro 7 kämpfen 3 junge Menschen um eine Arbeitsstelle, Reallife Shows offenbarens uns Familienverhältnisse, wie man sie als kleinbürgerliche Familie nie vermutet hätte.
Bei all diesem Sinn und Unsinn der uns täglich gezeigt wird soll man noch "normal" bleiben? Sollen wir uns wirklich täglich Sorgen um all die Dinge in der Welt machen die wir als einzellne Menschen garnicht bewältigen können?
Womöglich ist das der Preis für eine "Aufgeklärte Welt" (oder zumindest eine Welt wie sie uns die Medien präsentieren ;) ) den wir zahlen müssen!

Und bei aller Liebe ihr ach so kessen Wissenschaftler, diese Entwicklung gibt es nicht erst seid Facebook und co :rolleyes:
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Crusader1972
#4 | 15. Apr 2009, 20:07
Ist mit Infos über Spiele ja das gleiche. Früher hat man sich auf Mitte des Monats noch gefreut, als die Power Play rauskam. Heute weiß man doch vieles schon zuvor, damals war das anders, die Berichte waren alle brandaktuell. So eine Zeit wird nie wieder kommen.
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Freddy Krüger
#5 | 15. Apr 2009, 20:13
Zitat von gamersince1984:
Ist mit Infos über Spiele ja das gleiche. Früher hat man sich auf Mitte des Monats noch gefreut, als die Power Play rauskam. Heute weiß man doch vieles schon zuvor, damals war das anders, die Berichte waren alle brandaktuell. So eine Zeit wird nie wieder kommen.


Und wisst ihr was? Ich fands schön so!
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lipoman
#6 | 15. Apr 2009, 20:24
Man muss halt wissen was man macht im Netz . Wo soll ich denn sonst die ganzen Folgen von Leschs Universum schauen . Oder Smallville Stafel 8 Folgen ?Oder die Infos über Videospiele . Die Gamepro kaufe ich natürlich trotzdem jeden Monat . Ich hoffe mal das die nicht irgendwann surfen im Netz mit kiffen auf eine Stufe stellen werden . Das soll ja bekanntlich auch gleichgültig machen .
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xionlloyd
#7 | 15. Apr 2009, 20:40
Hmm, also dem kann ich so eigentlich nicht wirklich zustimmen.
Auch wenn ich mit Menschen über solche Netzwerke kommuniziere, empfinde ich trotzdem Mitleid und solche Sachen und merke an dem Stil, in dem sie schreiben auch, wenn es ihnen schlecht geht. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass ich diese Menschen in der Regel auch alle privat kenne.

Zitat von :
Wenn ich lese, dass 1/6(?) der Menschheit hungert, nehme ich es zur kenntniss. Mehr nicht. Es sollte mich doch eigentlich zumindest ein wenig zum Mitleid bewegen, aber das ist einfach nicht da.


Naja, das kommt aber auch darauf an, wie es einem übermittelt wird. Wenn ich sehe, wie die Menschen hungern, dann nimmt mich das schon mit. Aber wenn ich einfach eine "stille" Zahl höre, dann ist es eben nur "Theorie". Die fesselt halt nicht so wie Bilder. Aber ich denke, dass das schon immer so war. Auch vor dem Internet. Zumindest war es bei mir auch vorher schon so.

Zitat von :
naja solang man noch n real life hat is alles im lot


Genau so sieht's aus. Solange man auch noch in der Realität mit Menschen verkehrt (und in Communities vielleicht auch mit Menschen, die man auch im RL kennt), dann ist das wohl eher alles halb so wild. Problematisch wird es denke ich, aber schon, wenn man nur noch über Foren, Communities oder was auch immer mit einem im RL unbekannten Personen am gesellschaftlichen Leben teilnimmt und sich quasi so aus dem RL isoliert mit der Begründung: "Hier sind ja auch Leute.". Es ist natürlich schon ein großer Unterschied, ob man mit Menschen umgeht, die man auch aus dem RL kennt, oder mit Menschen, von denen man bisher nur etwas gelesen hat, bzw. denen man nur geschrieben hat.
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#8 | 15. Apr 2009, 21:32
Zitat von xionlloyd:
Naja, das kommt aber auch darauf an, wie es einem übermittelt wird. Wenn ich sehe, wie die Menschen hungern, dann nimmt mich das schon mit. Aber wenn ich einfach eine "stille" Zahl höre, dann ist es eben nur "Theorie". Die fesselt halt nicht so wie Bilder. Aber ich denke, dass das schon immer so war. Auch vor dem Internet. Zumindest war es bei mir auch vorher schon so.


aber richtig leid tut es einem ja doch nicht oder? schon 5 minuten später hat man das wieder vergessen... wär ja auch unmöglich sich wegen alles so fertig zu machen, denn es stirbt alle 7 sekunden ein kind nur weil es kein sauberes trinkwasser hat, es sterben täglich hunderte menschen weil sie keine 1,5 euro für medizin haben,..... da müsste man sich ja nach 10 min erschießen, wenn man mit denen immer so mitleidet... aber dass ist beim fernsehen und der zeitung komplett genau so. da kann man auch nicht immer mitleid mit jedem haben. auch wenn es hart ist: das leben ist nicht fair. manche haben das pech, dass sie in einem 3. weltland geboren werden und jeden tag ums überleben bangen müssen und andere sind so verwöhnt dass sie mit 12 schon ihre mutter anmotzen, dass das 3 monate alte handy so ein mist ist und sofort ein neues her muss....
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ProtoType
#9 | 15. Apr 2009, 21:41
Zitat von gamersince1984:
Ist mit Infos über Spiele ja das gleiche. Früher hat man sich auf Mitte des Monats noch gefreut, als die Power Play rauskam. Heute weiß man doch vieles schon zuvor, damals war das anders, die Berichte waren alle brandaktuell. So eine Zeit wird nie wieder kommen.

Oh ja, die gute alte PowerPlay... habe damals wirklich jeden Monat daraufhin gefiebert. Und nach dem PC Joker. Diese Euphorie ist irgendwie vorbei. Zwar hole ich mir noch nach wie vor die GamePro, ist aber nicht mehr das gleiche Gefühl.
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maexle
#10 | 15. Apr 2009, 21:54
ICh glaub auch, dass das nur ein ganz normaler Abblockeffekt des Körpers ist. Bei so vielen Nachrichten muss das Gehirn einfach mal auf Durchzug schalten. Das es aber doch normal reagiert, sieht man daran, dass nach langen "Ruhephasen", in denen nichts passiert ist in der Welt die erste schlecchte Nachricht ein mulmiges gefühl auslöst. Alle weiteren prallen dann wieder emotional ab. Gott sei Dank!
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