PlayStation 3: Firmware-Update am 1. April - Sony entfernt Linux-Funktion
Sicherheitsbedenken bewegen Sony, die Other-OS-Funktion der Playstation 3 nicht mehr anzubieten.
Von
Christian Merkel
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Datum:
29.03.2010;
10:22 Uhr
Yellow Dog Linux für PS3
Abschied auf Raten: Besitzer des PlayStation-3-Modells Slim konnten niemals ein Linux-Betriebssystem auf ihrer Konsole installieren. Wer noch eine ältere Playstation 3 sein Eigen nennt, wird demnächst auch auf diese Funktion verzichten müssen. Wie Patrick Seybold vom Sony-PR-Team im offiziellen PlayStation-Blog bekannt gibt, wird Sony am 1. April 2010 eine neue Version 3.21 der PlayStation-3-Firmware veröffentlichen. Die neue Software wird die Möglichkeit, ein anderes Betriebssystem zu installieren, entfernen. Als Grund nennt Sony Sicherheits-Bedenken. Sony sagt zwar, man müsse sein PS3-System nicht upgraden. Danach könne man aber keine Spiele mehr zocken, die diese oder eine spätere Version der Firmware benötigen. Außerdem könne man sich dann nicht mehr beim PlayStation-Network anmelden. Sony empfiehlt betroffenen Benutzern dringend, die Daten auf der Festplatten-Partition des alternativen Betriebssystems vor dem Upgrade zu sichern, da sie danach nicht mehr zugänglich sind.
Woher die Sicherheitsbedenken kommen, ist klar, auch wenn Sony das Kind nicht beim Namen nennen möchte: Bislang hatte sich das Sicherheitskonzept der PlayStation 3 als sehr widerstandsfähig gegenüber Hack-Versuchen erwiesen. Doch Anfang des Jahres ist es George Hotz gelungen, mit einem Memory-Bus-Glitching-Hack unter Linux vollen Zugriff auf den Speicher der PlayStation 3 zu erlangen. Linux-Systeme werden auf der PlayStation innerhalb einer virtuellen Maschine betrieben, die keinen vollen Systemzugriff hat und unter anderem die Grafik-Beschleunigung nicht nutzen kann. Durch ein gezieltes Unterbrechen des Datenflusses hat Hotz das Hypervisor-Kontrollsystem der PS3 ausgetrickst. Wenn ein findiger Hacker den Speicher analysiert und den Hack gut in ein Linux integriert, wäre theoretisch der Zugriff auf die Grafik-Hardware innerhalb von Linux in greifbare Nähe gerückt. Damit sind Raubkopien noch lange nicht möglich, Sony geht aber lieber auf Nummer sicher.