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Retro Hall of Fame: Mike Tyson's Punch-Out!! - Retro-Special NES

Ein Underdog nimmt es mit trinkfesten Russen, Flamenco-Tänzern und »Iron Mike« höchstpersönlich auf. Willkommen (zurück) bei der Klischee-Keilerei mit Charme und Kämpferherz!

Von Benjamin Blum |

Datum: 25.03.2009; 18:15 Uhr


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Retro Hall of Fame: Mike Tyson's Punch-Out!! : Am 28. Juni 1997 machte sich Mike Tyson unsterblich. Natürlich im Ring, wie es sich für einen Profi-Boxer gehört. Doch er wird nicht wegen seiner Leistung an diesem Tag, sondern einem Ausraster unvergessen bleiben: Tyson biss seinem Gegner Evander Holyfield in der dritten Runde ein Stück des rechten Ohrs ab. Aus »Iron« Mike, dem eisenharten Kämpfer, wurde einmal mehr die zügellose Bestie. Niemand mochte in diesem Moment glauben, dass hier der einst hoffnungsvollste Boxer der USA im Ring stand. Mit nur 20 Jahren war Tyson 1986 der jüngste Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten. Nintendo wurde damals auf »Iron Mike« aufmerksam und verpflichtete ihn als Titelhelden für Mike Tyson's Punch-Out!!, die NES-Umsetzung eines Spielhallenautomaten. Doch die Wege trennten sich schnell: Tyson verlor nach drei Jahren seinen Titel (er wurde deshalb in einer Neuauflage des Spiels durch Mr. Dream ersetzt) und gilt heute als Paradebeispiel für den gescheiterten Sportler. Mike Tyson's Punch-Out!! dagegen war ein echter Hit und gehört zu den absoluten Klassikern der NES-Ära. Grund genug, das Boxspektakel in unsere Hall of Fame aufzunehmen.

Gucken und ducken

Retro Hall of Fame: Mike Tyson's Punch-Out!! : In Zeiten eines Fight Night mag die Pixel-Prügelei auf dem NES reichlich grobkörnig aussehen – doch sie ließ uns mindestens genauso vor dem Fernseher mitschwitzen wie heutige Boxspiele. Die Steuerung stellte dabei keine große Herausforderung dar: Jabs oben und unten, ein Uppercut, Blocken, Ducken und Ausweichen – das war's. Die 11 Gegner allerdings hatten es in sich. Okay, »Glass Joe« war zum Einstieg ein willkommener Prügelknabe mit Glaskinn. Doch schon im Kampf gegen »Von Kaiser« musste genau auf die Bewegungen des Gegners geachtet werden: Er schüttelte stets kurz mit dem Kopf, bevor er zuschlug. Ausgucken, ausweichen und kontern hieß die Devise. Im Laufe des Spiels ließen die Gegner dann immer kniffligere Kombos vom Stapel: »Great Tiger« wirbelte durch die Luft, »Bald Bull« stürmte durch den Ring, der »Super Macho Man« schlug wild aus der Drehung – doch auf jede Aktion gab es die passende Antwort.

Retro Hall of Fame: Mike Tyson's Punch-Out!! : Die richtige Taktik herauszufinden war das eine, sie dann über die Kampfdistanz von drei Runden einzusetzen, das andere. Fehler beim Timing wurden bitter bestraft, und Versuche gab es nur drei – dann hieß es »Game Over«. Beim finalen Fight gegen Tyson war sogar nach einer einzigen Niederlage Schluss. Umso lauter war der Jubel, wenn der Gegner zu Boden taumelte, Ringrichter Mario ins Bild stapfte und per Sprechblase »TKO«, den Technischen Knockout, verkündete. Alles was zur perfekten Siegesfeier fehlte, war ein goldener WM-Gürtel in Kindergröße.

Kleiner Mac ganz groß

Retro Hall of Fame: Mike Tyson's Punch-Out!! : Was uns als Grundschüler damals gar nicht groß auffiel, sticht heute umso mehr ins Auge: Das Charakterdesign von Mike Tyson's Punch Out!! Denn so großartig Tyson in jungen Jahren auch boxte – die fiktiven Kämpfer stahlen ihm glatt die Show. Wenn »Don Flamenco« mit der Rose im Mund in den Ring tanzte, Glatzkopf »Bald Bull« über seinen Friseur stöhnte oder »Glass Joe« um ein schnelles Ende seiner Karriere bettelte, blieb kein (reifes) Auge trocken. Dass politische Korrektheit damals noch keineswegs so groß geschrieben wurde wie heute, beweist »Soda Popinski«. Der Moskauer bedient mit seiner Trinkfreudigkeit das Klischee vom dauerbesäuselten Sowjetrussen.

Retro Hall of Fame: Mike Tyson's Punch-Out!! : Auch die Geschichte von »Little Mac«, den der Spieler zu insgesamt vier Titelkämpfen führte, war überzeichnet bis zum Anschlag: Ein 17-jähriger, gerade mal 49 Kilo leichter Wicht aus der Bronx boxt sich nach oben – dagegen ist »Rocky« eine hochseriöse Sozialstudie. Auch der Humor aus Mike Tyson's Punch Out!! geht heutigen Nintendo-Produkten ab; Wer die Nummer der Nintendo-Hotline als Passwort eingab, hörte ein »Besetzt«-Zeichen, und Doc Louis, Macs Trainer, riet seinem Schützling in der Kampfpause, doch dem Nintendo-Club beizutreten. Das waren noch tolle Zeiten, als es charmante Schleichwerbung gab.

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