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Ron Gilbert - »Doom hatte Einfluss auf die Verkaufszahlen von Adventures«

Der Adventure-Veteran und Game-Designer Ron Gilbert gibt in einem aktuellen Interview dem Shooter Doom die Schuld daran, dass die Verkaufszahlen von Adventures in den 90er-Jahren rückläufig waren.

Von Andre Linken |

Datum: 12.09.2012; 18:11 Uhr


Ron Gilbert : Ron Gilbert macht Doom für die Stagnation bei den Adventures verantwortlich. Ron Gilbert macht Doom für die Stagnation bei den Adventures verantwortlich. Ende der 80er- und zu Beginn der 90er-Jahre war das Genre der Adventures extrem beliebt. In dieser Zeitspanne kamen zahlreiche Klassiker wie zum Beispiel The Secret of Monkey Island auf den Markt. Kurze Zeit später kam es jedoch zu einem Rückgang beziehungsweise einer Stagnation der Verkaufszahlen. Und daran war unter anderem der Ego-Shooter Doom schuld.

Das behauptet zumindest der Adventure-Veteran und Game-Designer Ron Gilbert in einem Interview mit dem Magazin Eurogamer. Laut seiner Aussage hatte der Release von Doom im Jahr 1993 einen negativen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Adventures.

»Ich mache Doom dafür verantwortlich. Als Doom veröffentlicht wurde, waren Spiele deutlich langsamer und die Leute waren mehr an Spielen interessieren, bei denen sie nachdenken und Strategien anwenden müssen. Das sind relativ langsame Spiele, in die man sich einfach hineinversetzen muss. Man genießt einfach diesen Moment, mitten im Spiel zu sein.

Und dann kam Doom. Es war intuitiv, schnell, man schoss auf Sachen und Innereien flogen überall durch die Gegend. Und es hat einfach die Denkweise vieler Leute ein wenig auf den Kopf gestellt und zugleich eine wesentlich größere Zielgruppe angesprochen. Bei den Adventures blieben die Leute, sie gingen nie weg. Aber es gab all diese anderen Leute, die dadurch hinzukamen und Spiele wie Doom fingen an, die Industrie zu dominieren.«

Seht ihr das ähnlich wie Ron Gilbert? Hatte der Release von Doom tatsächlich einen solchen Einfluss auf sowohl Spieler als auch Verkaufszahlen? Diskutiert in unserem Forum!

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derubor_indaril
#1 | 12. Sep 2012, 18:54
Was der sagt, ist Käse. Die Verkaufszahlen von Adventures gingen zurück, weil das Genre enorm stagnierte.
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GeQo
#2 | 12. Sep 2012, 21:01
Naja, wenn dann lag das ganze sicher nicht an 'Doom' alleine...und selbst dann haben andere Spiele-Genres keinen 100%igen Einfluss darauf, wie der gute Herr das hier beschreiben mag^^
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juicebrother
#3 | 12. Sep 2012, 21:48
Natuerlich haben Spiele wie Doom, aka Egoshooter, die Spielindustrie seinerzeit auf den Kopf gestellt (revolutioniert?). Die Einfluesse sind bis heute deutlich sicht- und spuerbar, im Guten, wie im Schlechten...
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Uriel1339
#4 | 12. Sep 2012, 22:20
Ich sags mal so... ohne Ego-Shooter wäre die Gamerwelt besser dran, gäbe es einen Haufen Idioten weniger und vor allem das Kellerkind Klischee wäre nie auf die Welt gekommen ;)

Abgesehen davon sind die meisten "Pros" in Shooter totale Einzelgänger, Egos und wissen nicht was "Kooperation" bedeutet

Sowas verdummt nicht nur einzelne Menschen sondern ganze Gruppen weil man einfach auf sich allein gestellt ist und dadurch sich noch mehr vom Rest der Welt abgrenzt als eh schon, da sind Strategietitel viel besser =P da braucht man wenigstens noch Hirn & Denkvermögen ;)
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WNxKraid
#5 | 13. Sep 2012, 05:11
@uriel: nur weil du persönlich nichts damit anfangen kannst, musst du nicht irgendwelche Vorurteile verbreiten.
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Pyri
#6 | 13. Sep 2012, 16:14
Ron Gilbert hat anscheinend vergessen, dass "Maniac Mansion" auch so ein "Doom" gewesen ist: ich erinnere mich noch an die Zeit von Bob Bates vor "Unreal II", als dieser mit Legend Entertainment eine Reihe Parserspiele mit aufwendigen Grafiken veröffentlicht hat. Frederik Pohl's "Gateway" zum Beispiel, auch Steve Meretzky arbeitete damals dort an seiner "Spellcasting"-Trilogie, doch Lucasarts hatte den Markt mit seinem SCUMM-System gewissermaßen schon längst "verdorben" gehabt - und dann machte Legend auch "Companions of Xanth"
Ich war nie ein großer Fan von Lucasarts, sondern bin bis zum heutigen Tag ein Sierra-Jünger geblieben: und 1988 konnte Roberta Williams mit "King's Quest IV" trotz Stereo-Sound und weiblicher Heldin nicht mehr die Innovation eines "Maniac Mansion" vorlegen. Die Leute wurden darüber einfach zu bequem, man könnte auch sagen eben faul, unwillig mehr "nachzudenken" und statt Text einzugeben wollten sie halt lieber mit der Maus in der Gegend rumklicken.
Bis vor dieser Zeit waren Flugsimulatoren mit Betriebsanleitungen von hunderten Seiten auch keine abstrusen Hobbies von Nischen in Kanada und Alaska, sondern mit ihren militärischen Geschichten sogar die "Medal of Honor" ihrer Zeit. Wenn in Libyen Tripolis anno 1986 bombardiert werden sollte, hat das "Wild Bill" Stealey als ehemaliger Luftwaffenpilot gleich in einem seiner Kampfjet- oder Hubschrauber-Spiele bei Microprose thematisiert. Videospiele waren damals halt noch kein Massenmarkt.
Die Leute wollten einfach nicht mehr schreiben. Auch das kann über solche Ressentiments schließlich als "Dummheit" oder "Volksverblödung" abgekanzelt werden. Und daran war nicht Id, sondern Lucasarts Schuld: Videospiele haben mit "Mortal Kombat" und "Doom" visuell sichtbar ihre Unschuld verloren, sie kamen dadurch erst in die Pubertät und wurden mit Titeln wie "Heavy Rain" oder "L.A. Noire" die im Grunde genommen eigentlich auch alles Adventures sind schließlich nicht nur im "Indie"-Bereich erwachsen. Und das ist gut so.
Im Gegenteil sollte sich vielleicht eher mal gefragt werden ob es nicht eher Leute wie Gilbert oder Schafer sind, so sehr ich sie teilweise schätze, die mit ihrem Humor und fest eingefahrenen Konzepten, Design-Ideen, irgendwann stehen geblieben sind. "The Cave" unterscheidet sich atmosphärisch jedenfalls kaum von "Monkey Island": eingebildete Reife- oder Intelligenz-Dünkel in Deutschland und den USA hin oder her - ob bei Manfred Spitzer oder Ron Gilbert.

Und anstatt teurer PCs wie in den Anfangstagen von Sierra konnten sich einen Super Nintendo oder eine PlayStation auch mehr Leute leisten: vor allem der Elitismus erster Computertage verschwand in der Zeit - heute kann sich wohl kaum mehr jemand erinnern wie teuer leistungsstarke Computer damals gewesen sind. Die kosteten ein paar Tausend Mark: der Commodore Amiga den mir meine Eltern 1987 kauften auch über 15.000 Schillinge.
Also wen meint Gilbert da auch mit den "Doom"-SpielerInnen: er kann praktisch nur weniger finanzkräftige Leute aus niedereren Schichten meinen. Und auf welche Einstellung deutet das hin? So kein Wunder mehr für mich, dass diese Leute immer noch mit Personen wie Boris Schneider-Johne zu kooperieren gedenken.
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