Special: The Legend of Zelda - Interview | Seite 2
»Wir müssen etwas nie dagewesenes erschaffen"
GamePro: Nintendo ist Vorreiter in der Entwicklung neuer Steuerungsmethoden wie Wii Motion Plus, dem Balance Board oder dem Wii Activity Sensor. Legt der Konzern seinen Entwicklerteams nahe, die neue Peripherie auch in den Projekten einzusetzen oder bleibt diese Entscheidung den jeweiligen Teams überlassen?
Eiji Aonuma: Hierfür ist die Entwicklung von The Legend of Zelda: Twilight Princess ein gutes Beispiel. Die GameCube-Version des Spiels war beinahe fertig, da trat Nintendo mit der Idee an uns heran, die neue Wii-Steuerung im Spiel auszuprobieren. Weil Shigeru Miyamoto und ich immer aufgeschlossen für neue Ideen sind, haben wir die Veröffentlichung von Zelda: Twilight Princess verschoben um unsere Einfälle auszuloten. Sobald wir während der Entwicklung eines Spiels Potential sehen, etwas noch nie dagewesenes zu kreieren, werden wir versuchen diesen Pfad zu gehen. Wir prüfen jede neue Technologie darauf, ob sie für ein neues Zelda-Spiel Sinn macht oder nicht. Natürlich können wir nicht verlangen, dass die Spieler sich jedes neue Zusatzgerät kaufen. Wenn wir also neue Technologien wie Wii Motion Plus verwenden, dann nur, wenn diese uns neue Spielerfahrungen ermöglicht.
GamePro: Nintendo ist mit großem Abstand führender Hersteller von Wii-Software. Warum verkaufen sich die bei Nintendo hausintern entwickelten Spiele so viel besser im Verhältnis zu Titeln von Drittherstellern, selbst wenn diese bei der Kritik hohe Wertungen erhalten?
Eiji Aonuma: Ich denke das liegt daran, dass der japanische Videospielmarkt sehr schwer zu bedienen ist. Die Käufer in Japan sind äußerst anspruchsvoll. Entwickler müssen deswegen sehr hart arbeiten und Spitzenprodukte abliefern, um in Japan Erfolg zu haben. Das mag in anderen Märkten wie Europa und den USA anders sein. Kurz gesagt, wenn man mit einem kulturübergreifenden Spiel wie Zelda in Japan Erfolg hat, dann auch in allen anderen Märkten.
GamePro: Wo sehen Sie die Spieleindustrie in fünf Jahren?
Eiji Aonuma: Wenn ich wüsste, wie die Spieleindustrie der Zukunft aussieht, würde ich mir nicht so viel den Kopf zerbrechen müssen (lacht). Wir werden mit viel breiteren spielenden Bevölkerungsschichten zu tun haben. Auf diese müssen wir uns einstellen. Gleichzeitig schreitet die Technologie stetig voran. Dadurch werden Spiele immer zugänglicher für jedermann. Der Schritt von der normalen Wiimote zu Wii Motion Plus beispielsweise ist gewaltig. Die Steuerung ist dadurch natürlicher geworden als je zuvor. Spiele werden also immer intuitiver. In der aktuellen Version des neuen The Legend of Zelda für Wii bewegt Link sein Schwert bereits genauso wie der Spieler. Manchmal wünschte ich mir, wir hätten solche Technologien schon vor einigen Jahren gehabt (lacht).
GamePro: Herr Aonuma, wir danken Ihnen für das Gespräch.