Haze - Vorschau in der Vorschau | Seite 2
Suchtspirale
Fortgesetzter Nectar-Abusus hat natürlich Nachteile: Für die bedrogten Soldaten wirkt der Kampf wie ein Videospiel, alles ist bunt und knallig, über Konsequenzen denken sie nicht nach. Leichen verschwinden zum Beispiel einfach, Blut sehen die Jungs überhaupt nicht. Schön für den Auftraggeber Mantel, schlecht für euch. Deshalb beschließt der Held nach etwa einem Drittel des Spiels den harten Entzug und schließt sich den Rebellen von „The Promised Hand“ an. Diese Vereinigung kämpft – ganz ohne Drogen – gegen die Übermacht von Mantel, macht sich aber trotzdem die Eigenschaften der Droge zunutze.
Zum Beispiel nehmt ihr als Rebell erledigten Troopern den Administrator ab und klebt ihn an eine Handgranate – fertig ist der Nectar-Sprengsatz. Wenn ihr den in eine Gruppe Trooper werft, steigt eine gelbe Nectar-Wolke auf und die Feinde erledigen sich dank Überdosis meist gegenseitig. Oder ihr haltet eine Nahkampfwaffe wie das Messer in die Wolke, die hat dann den gleichen Überdosis-Effekt. Außerdem sind die Rebellen wesentlich agiler als die Trooper in ihren Rüstungen: Blitzschnell springt ihr in Deckung oder weicht Raketen aus. Außerdem dürfen Rebellen den siegestrunkenen Troopern ihren Tod vortäuschen. Dann feiern die Feinde, und ihr könnt ihnen tückisch in den Rücken fallen.
Fazit:
Haze ist ein Spiel, das erst beim zweiten Hinschauen zündet. Denn Levels und Waffen wirken etwas blass, da machen andere Shooter auf den ersten Blick mehr her. Allerdings birgt das Nectar-Prinzip viel Tiefe. Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf selbst gebastelte Nectar-Granaten und Koop-Gefechte. Dass Dave Doak und sein Team packende Shooter programmieren können, haben sie mit der Time Splitters-Reihe und dem Geheimtipp Second Sight ja schon mehr als einmal bewiesen.