Haze - Test im Test | Seite 2
Viel Abwechslung, viel Action
Ist der Beginn von Haze recht schleppend, ziehen Action und Dramatik nach etwa zwei Stunden an. Shane kehrt seinem Arbeitgeber den Rücken und schlägt sich auf die Seite der Rebellen. Wie es dazu kommt, wollen wir aus Spannungsgründen nicht verraten. Der Look des Spiels ist ab sofort wesentlich realistischer, und Blut spritzt ebenfalls. Der Gewaltgrad bleibt aber moderat; abgetrennte Gliedmaßen oder ähnliche Metzgereien gibt es nicht zu sehen. In den insgesamt 15 Levels ist Abwechslung Trumpf. Das betrifft einerseits die Schauplätze, die vom malerischen Strand über eine verlassene Hotelanlage und ein Dorf bis hin zum modrigen Sumpf reichen, aber auch die Missionsziele, die ständig per Funk aktualisiert werden. Ihr flieht per Quad-Bike und Pickup vor dicken Mantel-Panzern oder zu Fuß von einem schwer bewachten Container-Schiff. Dann legt ihr einen Computer-Server lahm und sprengt eine Brücke in Luft, indem ihr C4-Sprengstoff an den Stützpfeilern montiert. Oder ihr befreit Zivilisten, zerstört Artilleriegeschütze und infiltriert ein Beobachtungslager, wo ihr schließlich eine riesige Nektar-Apparatur manipuliert. Zeit zum Verschnaufen bleibt nur selten, pausenlos ballert ihr euch durch die Mantel-Horden. Ihr dürft stets zwei Wummen mit euch tragen, die ihr bei Munitionskisten findet oder erlegten Gegnern abknöpft.
Drogen-Cocktail
Während das Waffenarsenal mit den üblichen Kalibern wie Pistole, Maschinengewehr, Sniper Rifle, Flammenwerfer, Raketenwerfer und Splittergranaten nur Genre-Standards auffährt, hat man als Rebell noch einige Tricks auf Lager. Schnappt euch einfach die Granaten von besiegten Widersachern und garniert diese mit Nektar. Knallt ihr nun einem oder mehreren Mantel-Soldaten eine solche Nektar-Bombe vor den Latz, setzt ihr den Feind via Überdosis außer Gefecht. Nicht selten nehmen euch die zugedröhnten Mantel-Jungs die Arbeit ab und schießen sich gegenseitig um. Als Rebell ist man verwundbarer, dafür aber ungleich agiler: Ihr könnt neben dem normalen Sprung eine seitliche Rolle hinlegen und so feindlichem Beschuss ausweichen. Oder ihr stellt euch mit der L2-Taste für einige Sekunden tot. Dann seid ihr für die berauschten Mantel-Einheiten unsichtbar. Zudem ist es als Rebell möglich, verwundete Team-Kollegen zu heilen. Denn meist werdet ihr von drei KI-Kameraden begleitet, die eigenständig ins Geschehen eingreifen. Allerdings verhalten sich die Mitstreiter nicht selten äußerst dämlich und trotten euch unmotiviert hinterher. Gerade in Situationen, in denen ihr unter heftigem Feindbeschuss steht, lassen sie euch gerne im Stich und greifen nur zögerlich an. Nicht nur deshalb baut man zu den Team-Kollegen kaum eine Beziehung auf. Trotz individueller Namen haben sie keinerlei Persönlichkeit. Einzig der Rebellen-Anführer versprüht Charisma. Die Gegner-Intelligenz funktioniert minimal besser, ist aber auch kein Glanzstück. Wirklich herausfordernd sind die Mantel-Soldaten nur aufgrund ihrer Nektar-gepuschten Power, nicht aber wegen ihres Kampfverhaltens.