Injustice: Götter unter uns in der Vorschau | Seite 2
Auf Dauer hilft nur Superpower
Grafik: Hübsch düster
Auf den ersten Blick werden Erinnerungen an
Mortal Kombat vs. DC Universe
wach: Die Bewegungen der DC-Recken ähneln den etwas staksigen Animationen der Index-Dauergäste von Outworld. Kein Wunder, denn genau wie Midways Crossover-Geprügel basiert auch Injustice auf der Mortal Kombat-Technik von Ed Boons Netherrealm Studios, den Entwicklern der Splatter-Reihe um Scorpion, Sub-Zero und Co.
Blöde Idee, Flash: Superman sollte man besser nicht wütend machen!
Blutrünstige Finisher werdet ihr hier allerdings nicht finden: Obwohl bei harten Treffern durchaus Blut spritzt, hat DC verständlicherweise etwas dagegen, dass die berühmten Figuren sich gegenseitig in Stücke reißen. Das würde auch nicht zu den Charakteren passen. Obwohl sich die Justice League öfter mal in die Haare kriegt, würde keiner der Helden einen seiner Freunde umbringen.
Damit das Spiel trotzdem hübsch düster und erwachsen aussieht, haben die Netherrealm Studios den Recken neue Klamotten verpasst: Zwar hält man sich an die Designvorgaben der »New 52«-Comicserie, doch statt der knallbunten Comic-Kostüme herrschen bei Injustice gedämpfte Farben vor - Supermans strahlend blauer Anzug wirkt im Spiel beinahe schwarz und hat etwas von einer Rüstung. Cool. Doch das neue Design ohne die berühmte rote Unterhose kommt uns immer noch ungewohnt und merkwürdig vor.
Erster Eindruck: Da fehlt noch was!
Etwas Blut, düstere Atmosphäre, coole Charaktere, durchschlagende Special-Moves - Injustice hat eigentlich alles, was ein gelungenes Prügelspiel braucht. Dem Kampf zwischen Superman und Nightwing fehlt es aber irgendwie an Tempo. Zwar prügeln sich die beiden windelweich, Superman zerdrischt gar ein geparktes Auto auf dem Kopf seines Gegners, doch das Duell zweier Superhelden stellen wir uns etwas flüssiger und dynamischer vor als das, was die Netherrealm Studios hier auf den Bildschirm zaubern.
Nightwing setzt mit seinem Kampfstab den Boden unter Strom - Flash findet das gar nicht lustig!
Das gemächliche Tempo von Mortal Kombat will nicht so recht zum DC Universum passen. Da helfen auch die Bemühungen der Entwickler nicht, das Spiel so filmartig wie möglich zu präsentieren: Es gibt keine Runden, keinen Ringsprecher, keine Ankündigung »Round One, Fight!«. Die vollkommen übertriebenen Superschläge, die Figuren durch Häuserwände dreschen, sollten alleine schon ausreichen, einem Comic-Fan die Freudentränen in die Augen zu treiben.
Doch bei uns will sich dieses einzigartige Kribbeln nicht einstellen, diese Gänsehaut, dieses nicht zu unterdrückende Lächeln, das sich immer dann in unser Gesicht schleicht, wenn wir etwas wirklich cooles gesehen haben. Gut? Ohne Zweifel. Aber richtig cool? Nein, dazu ist noch etwas Arbeit nötig. Allerdings sind wir überzeugt, dass Injustice besser wird als das erste
Justice League
-Prügelspiel, das Blizzard 1995 auf arglose Super Nintendo- und Mega Drive-Spieler losließ.