Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots - Test im Test | Seite 2
Langsam, aber sicher
Im Grunde genommen schlägt Metal Gear Solid 4 in die gleiche Kerbe wie die Vorgänger: Euch erwartet eine spielerische Mischung aus gnadenloser Action und spannenden Schleicheinlagen, die serientypisch durch dramatische Zwischensequenzen verbunden werden. Neu ist hingegen, dass der vierte Teil nicht mehr nur an einem Schauplatz spielt – eure Mission beginnt im nahen Osten, im Verlauf der weiteren Kapitel werdet ihr über den kompletten Erdball geschickt, bis ihr letztendlich dem finalen Obermotz gegenüber steht. Das Wechseln der Schauplätze hat zur Folge, dass sich die vierte Episode nicht mehr ganz so isoliert vom Weltgeschehen anfühlt. Das ist aber auch gut so: Snakes vermeintlich letzter Ausflug spielt sich wie ein ausufernder Agenten-Thriller. Genug Storywendungen sorgen dafür, dass ihr das Pad nicht weglegen könnt, bevor ihr das letzte Kapitel abgeschlossen habt.
Vor jedem neuen »Absatz« erwartet euch eine ausführliche Lagebesprechung in Form einer Zwischensequenz, die euch über eure Ziele, mögliche Gefahren und Missionen aufklärt. Werdet ihr dann im Level abgesetzt, heißt es wie immer: Unauffällig klappt besser! Denn auch wenn es bei Metal Gear Solid 4 viele Actioneinlagen gibt – am besten kommt ihr immer noch ans Ziel, wenn ihr euch subtil verhaltet. Das bedeutet: Vermeidet unnötigen Kontakt zu den Feinden. Behaltet eure Umwelt immer im Blick, um nicht ungewollt in Überwachungskameras oder MG-Stellungen zu laufen. Und ganz wichtig: Sucht immer nach alternativen Routen! Klar könnt ihr auch vorankommen, indem ihr die Hauptstraßen oder Gehwege benutzt. Viel besser ist aber, sich durch kleine Gänge hindurch zu schleichen, geduckt an Wänden entlangzulaufen oder von Schatten zu Schatten fortzubewegen.
Die Steuerung von Solid Snake wurde im Vergleich zu den Vorgängern nicht verändert: Auf Knopfdruck presst sich der alternde Recke an Wände, wirft sich auf den Boden oder schnappt sich von hinten den nächsten Gegner, um ihn kurz zu würgen, als Schutzschild zu missbrauchen oder per festem Griff ganz unschädlich zu machen. Der Einsatz der unterschiedlichen Gegenstände wird über die Schultertasten vorgenommen, hier schaltet ihr dann auch in die Ego-Perspektive. Normalerweise steuert ihr die Kampfschlange immer aus der dritten Perspektive, mit dem rechten Analog-Stick dreht und neigt ihr die Kamera. Neu ist der »Threat Ring«: Lehnt ihr an einer Wand oder kauert ihr auf dem Boden, legt sich ein drehender, halbtransparenter Ring um Solid Snake. Ist dieser ruhig, ist die Luft rein. Wabert die Anzeige an einer Stelle nach oben, könnt ihr an der Erhöhung die Position eines Gegners ausmachen. Der Ring selbst ist eine sinnvolle Neuerung, allerdings solltet ihr euch nicht blind drauf verlassen -- nutzt lieber weiterhin die Kamera und späht um die Ecken; so habt ihr in den meisten Situationen immer noch den besseren Überblick.
Eine Schlange ist nur so gut wie ihre Tarnung
Wie immer gilt: Entdeckt euch ein Gegner, wird Alarm ausgelöst, dargestellt als Countdown. Seid ihr aufgeflogen, habt ihr im Prinzip mehrere Möglichkeiten: Entweder, ihr schaltet die anrückende Gegnerschar aus und hofft, dass nach einer Weile keine neue Feinde mehr anrücken. Oder aber ihr verduftet und sucht euch ein schattiges Plätzchen, bis der Alarm abgeklungen ist. Hier kommt ein enorm wichtiges neues Utensil ins Spiel: Das »OctoCamo«. Snakes Anzug ist mit einer adaptiven Tarnung ausgestattet, die in der Lage ist, jede beliebige Farbe und Textur der Umgebung anzunehmen. Sprich: Legt ihr euch zum Beispiel in einer sandigen Gegend kurz auf den Boden, nimmt der Anzug automatisch die gelbe Farbe und Körnung des Wüstenmaterials an. Das hilft allerdings nur, wenn ihr euch bei Sichtkontakt mit dem Gegner nicht bewegt. Diese Tarnung lässt sich überall verwenden, eine Prozentanzeige am rechten oberen Bildschirmrand macht deutlich, wie sichtbar ihr für eure Umwelt seid. Wem das nicht langt, der wechselt ins Hauptmenü – hier lassen sich in komfortablen Schritten die einzelnen Tarnattribute auch direkt einstellen: So klatscht ihr Snake die gewünschte Farbe ins Gesicht oder greift auf ein vorgefertigtes Muster des »OctoCamo« zurück.
Ein ebenso überlebenswichtiges Utensil findet sich im »Solid Eye«. Das ist im Grunde eine Allzweck-Brille. Habt ihr das intelligente Auge aktiviert, blendet sich automatisch ein Radar ein, auf dem auch Gegner verzeichnet sind. Zusätzlich werden Feinde und Items in eurem Sichtfeld mit einer Namensanzeige ausgestattet. So wisst ihr immer, mit wem oder was ihr es zu tun habt. Bei Bedarf schaltet ihr auch das Nachtsichtgerät ein oder benutzt das eingebaute Fernglas. Einziger Nachteil: Das »Solid Eye« verbraucht Batterien. Neigen die sich dem Ende zu, müsst ihr das Tool eine kurze Weile deaktivieren, bis der Saft wieder voll aufgeladen ist.