Six Days In Fallujah - Preview in der Vorschau | Seite 3
Vorschau für PlayStation 3 und Xbox 360
Die Schlacht formen
Aus spielerischer Sicht könnte sich ein rein technischer Aspekt als das größte Ass im Ärmel von Six Days In Fallujah erweisen. Laut den Entwicklern sind die Umgebungen im Spiel dank einer komplett eigenen Engine zu 100 Prozent zerstör- und zerlegbar. Vollkommen zerstörbare Umgebungen - die realistisch kollabieren oder explodieren, wenn sie durch Kugeln oder Bomben getroffen werden - sind nach wie vor eine große technische Hürde für die meisten Spiele-Programmierer. Trotz des Hypes um "zerstörbare Umgebungen" in Spielen wie Red Faction aus dem Jahr 2000 (und auch bei Red Faction: Guerilla) bis hin zu Battlefield: Bad Company (2007) waren die Ergebnisse eher eingeschränkt und enttäuschend. Das soll laut dem Entwickler-Team in Six Days In Fallujah nicht der Fall sein. "Diese Engine ermöglicht uns mehr Zerstörungsmöglichkeiten als in jedem anderen Spiel, das wir gesehen haben", wirft Tamte ein, "selbst in Spielen, die noch nicht fertig sind." Die Entwickler halten die zerstörbaren Umgebungen für einen entscheidend wichtigen Punkt bei der Erzählung der wahren Geschichte der Ereignisse in Falludscha, denn die Marines gingen letztlich dazu über, Löcher in die Häuser zu sprengen (mit C4, Granaten, Luftangriffen und so weiter), um die darin wartenden Aufständischen zu überraschen. In diesen Momenten, die Tamte "Kampf-Rätsel" nennt, ändern die zerstörbaren Umgebungen "buchstäblich jeden Aspekt der Spielweise." Obwohl Six Days In Fallujah noch nicht spielbar ist, behauptet Tamte, dass man von "der Schaffung einer neuen Angriffslinie durch die Sprengung einer Mauer bis hin zur Ausschaltung eines Scharfschützen durch Sprengung eines Gebäudeteiles alles machen könne." Laut Benito bringen die zerstörbaren Umgebungen so viel in das Spiel ein, dass es frustrierend sei, wieder zu Spielen wie Call of Duty 4 oder einem indizierten Epic-Shooter zu greifen.
Doch eine Sache, die auch die Entwickler von Atomic Games nicht einfach in die Luft sprengen können, wird die Diskussion sein, die um das Spiel entbrennen wird. Der Irak-Krieg war eines der umstrittensten und polarisierendsten Ereignisse in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Einen Third-Person-Shooter auf diesen sehr realen Ereignissen basieren zu lassen, die sich noch frisch im Gedächtnis der Öffentlichkeit befinden, ist zugegebenermaßen ein risikoreiches Vorhaben. Die Entwickler streiten dies auch gar nicht ab und geben ganz offen zu, dass das Spiel "enorm traumatische Ereignisse" in einem Videospiel darstellt. Tamte fürchtet die Kontroverse nicht und zeigt stattdessen eine Perspektive, die einen neuen Anfang für das Erzählen von Geschichten in Videospielen bedeuten könnte. "Der Irak-Krieg ist das wichtigste Ereignis für eine ganze Generation", erklärt er, "und Videospiele sind das bevorzugte Medium für diese Generation." Und die Kontroverse über den Irak-Krieg an sich? "Wir wollen, dass die Spieler ihre eigenen Schlüsse ziehen."