Syndicate im Test
Wenn Industriespionage zum Krieg wird
Mutiert ein Taktik-Klassiker wie Bullfrogs Syndicate zum knallharten Shooter, ist Skepsis angebracht - Fans fragen sich besorgt, wie es nach der Operation um ihren Liebling steht. Können wir Entwarnung geben, oder ist der Neustart für PS3, Xbox 360 und PC ein Fall für den Schrottplatz?
Von
Kai Schmidt
|
Datum:
21.02.2012
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Syndicate
für PlayStation 3, Xbox 360 und PC zeichent eine düstere Zukunft: Im Jahr 2069 hat die Politik ausgedient; mächtige Megakonzerne, Syndikate, herrschen über die Welt, jeder ausgestattet mit einer bis an die Zähne bewaffneten Privatarmee.
Da wird aus der feindlichen Übernahme schnell ein Kleinkrieg, und Industriespionage zu einer verdeckten Kommando-Operation. Die Speerspitzen der Konzerne sind die sogenannten Agenten - Supersoldaten, die man mit hochgezüchteten Spezialchips zu ultimativen Kampfmaschinen frisiert.
In Syndicate, der Neuinterpretation des gleichnamigen Taktik-Klassikers der Bullfrog Studios, schlüpft der Spieler in den Körper eines dieser Agenten. Der wortkarge Ledermantelträger mit dem griffigen Codenamen Kilo ist etwas ganz besonderes: Sein Brötchengeber Eurocorp hat ihn mit dem Prototypen des DART6-Chips ausgestattet. Dieser Chip erlaubt ihm, alle Objekte zu manipulieren, die über einen älteren Chip der DART-Reihe funktionieren - und das schließt auch gegnerische Streitkräfte mit ein.
Chip im Kopf
Im Gegensatz zu seinem Ahnen aus dem Jahr 1993 ist das technisch aufgemotzte Syndicate der neuen Generation ein waschechter Ego-Shooter ohne wenn und aber: Als Kilo läuft man durch streng lineare Levels und ballert immer wieder gegnerische Truppen über den Haufen, die in Scharen um die Ecke biegen.
Neben vielen imposanten Knarren wie Pumpgun, Raketenwerfer oder zielsuchendem Maschinengewehr (das man beinahe 1:1 aus dem PlayStation-3-Shooter Resistance übernommen hat), steckt die wichtigste Waffe in Kilos Kopf: Über den DART6-Chip hackt der Elite-Agent beinahe alles, was ihm unter die bionisch verbesserten Augen kommt.
Der Chip schaltet ein Mehrzweck-Display auf, wodurch überall in der Umgebung Hinweise aufblitzen - eine elegante Lösung, die für ein Actionspiel wichtigen Einblendungen (Gesundheit, Munition, Spezialfähigkeiten) plausibel im Spielgeschehen einzubetten. Landet das Fadenkreuz auf einem Objekt oder Gegner mit integriertem DART-Chip, erkennt der Spieler sofort, dass er darauf seine besonderen Fähigkeiten anwenden kann.
So spielt man mit dem DART
Im DART-Modus sind Gegner auch hinter Deckungen erkennbar. Zusätzlich läuft das Geschehen langsamer ab.
Insgesamt drei DART6-Kräfte gibt es, die man bequem durchschaltet. »Suizid« bringt den Chip des Gegners dazu, zu zerbersten, was den Kopf des Subjekts wie eine Wassermelone zerplatzen lässt und nicht selten umstehende Soldaten mit ins digitale Nirwana reißt.
Weniger ruppig geht es beim »Fehlfeuer« zu: Die Kugel im Lauf der Waffe explodiert und schickt den Syndikatshandlanger kurzzeitig zu Boden.
Wie eine elegante Vorlage für viele Vorbehalte gegenüber Computer- und Videospielen wirkt hingegen die unscheinbar mit »Überzeugung« betitelte dritte Chipkraft: Der gehackte Gegner stellt sich auf Kilos Seite und ballert so lange auf seine Kameraden, bis er entweder selbst von ihnen durchsiebt wird oder keinen mehr steht - in diesem Fall richtet er die Waffe gegen sich selbst. Der digitale Amoklauf.
Ebenfalls nützlich ist der DART-Modus, in dem Kilo alles um ihn herum verlangsamt wahrnimmt und so besser reagieren kann. In dieser Ansicht wird der Bildschirm schwarzweiß, bereits entdeckte Gegner erscheinen orange und sind auch hinter Deckungen sichtbar. Äußerst praktisch!