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SPECIAL
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Special: Die Evolution des Hack & Slay

Von Kung Fu Master zu God of War und Dante's Inferno

Primitive 2D-Klopper und schwertschwingende Fantasy-Recken: Lest hier, was Kratos und Co ihren Vorgängern verdanken, und wie sich ein Genre im Laufe der Jahre weiterentwickelte.

Von Kai Schmidt


Electronic Arts' Höllen-Action Dante's Inferno spaltet die Zockergemeinde: Die Einen sehen darin einen schamlosen Klon von God of War, die Anderen sind weniger engstirnig und akzeptieren die Evolution des Hack & Slay-Genres, die bisher nunmal in Sonys Mythologie-Klopper gipfelte. Und warum sollte man schließlich Spielelemente und -mechaniken, die wunderbar funktionieren, nicht weiter verwenden? Bereits zu NES-Zeiten kopierten findige Entwickler die elementaren Funktionen eines Super Mario Bros., um erfolgreiche Jump & Runs auf die Beine zu stellen.

Super Mario Bros.
Super Mario Bros.
Ohne die Hüpfereien eines Mario hätte es Klassiker wie Wonderboy oder Sonic vermutlich nie gegeben. Genau wie bei God of War und Dante's Inferno gab es sogar einen mehr als dreisten Mario-Klon, der nicht nur die Spielmechanik, sondern auch Optik und Level-Design schamlos bei Nintendos Klempner klaute: The great Giana Sisters (C-64) gilt trotz mehr als offensichtlicher Anleihen bei Super Mario Bros. als Klassiker des Genres.

Scrollende Prügeleien

Kung Fu Master
Kung Fu Master
Auch God of War und Dante's Inferno besitzen Elemente des Jump & Runs, dürfen sich also ebenfalls bei Super Mario für ihre Existenz bedanken. Doch das ist natürlich noch längst nicht alles! Die Wurzeln des Genres liegen im Grunde bei einem japanischen Spielautomaten der Firma Data East: Kung Fu Master aus dem Jahr 1984. Als Kung-Fu-Kämpfer prügelte sich der Spieler in der Seitenansicht durch fünf scrollende Etagen eines Turms, jede bewacht von einem Bossgegner. Dadurch nahm das Spiel selbst Anleihen beim nie wirklich vollendeten Bruce Lee-Film »Mein letzter Kampf« (»Game of Death«).

Renegade
Renegade
Eine weiterentwickelte Variation dieses Spielprinzips kam vom Hersteller Technos: Mit Nekketsu Koha Kunio-kun, bei uns besser bekannt als Renegade, erfand man im Jahr 1986 sozusagen das moderne, scrollende Beat 'em Up. Die fünf Levels des Spiels waren jeweils zwei Bildschirme breit. Dank der isometrischen Ansicht konnte sich der Spieler frei im Raum bewegen und die herumwuselnden Gegner gezielt attackieren. Am Boden liegende Widersacher konnte man sogar greifen und mit Nahkampfattacken bearbeiten.

Ein Konzept entwickelt sich weiter

Double Dragon
Double Dragon
Mit Double Dragon griff Technos das Konzept bereits 1987 erneut auf, baute es aber unter anderem durch einem Zweispieler-Modus konsequent aus. Die Levels waren nun um einiges länger, und die Spieler konnten unterwegs herumliegende Waffen einsammeln, um die Gegner ordentlich zu vermöbeln. Außerdem wurde das System der Nahkampfangriffe verfeinert: Billy und Jimmy Lee konnten sich Gegner schnappen und zum Beispiel mit Kniestößen bearbeiten oder sie durch die Luft schleudern.

Streets of Rage
Streets of Rage
Die Nahkampfmanöver finden sich sowohl bei God of War als auch bei Dante's Inferno wieder - allerdings um einiges brutaler in Szene gesetzt. Den Double Dragon-Kämpfern wäre es zum Beispiel nie in den Sinn gekommen, Gegner in der Luft zu zerreißen oder mit der Sense zu zerteilen! Aus dem Double Dragon-Konzept erwuchsen außerdem Klassiker wie Final Fight (das ursprünglich eine Street Fighter-Fortsetzung werden sollte) oder Streets of Rage.

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Verwandte Themen:
God of War 3  Dante's Inferno 

Leserkommentare (7)  Anmelden & Kommentar schreiben
13.02.2010,
11:26 Uhr
htikelam sagt:
hmmm. mir fehlt in dem artikel ein bisschen die Prince of Persia-Reihe. Hatte auch im 2 dimensionalen ihre Wurzeln, fand den überaus schlechten Weg ins 3d und hat sich mit der Sands Trilogie dann doch zu einer ordentlichen Serie gemausert. Ich spekulier nämlich, dass ohne den Erfolg des Prinzen Sony sich nicht an dieses "klassisch mythologische" Szenario gewagt hätte. Gerade diese Mischung aus Klettereinlagen und Hack and Slay hat Devil May Cry IMHO weit weniger. Der Prinz klettert meh
06.02.2010,
14:37 Uhr
Mr. Coconut sagt:
liest sich irgendwie wie eine rechtfertigung, für die dreiste kopie durch DI DI ist sicher ein unterhaltsames spiel, nur weil es ein (wie ich finde gut) geklautes spiel ist, heißt es nicht, das es schlecht ist ... und wem GoW gefällt wird auch damit seinen spaß haben, sofern er nicht von vorherein blockt und es krampfhaft schlecht macht aber dieses special ist irgendwie lahm geschrieben finde ich
04.02.2010,
22:20 Uhr
Heartwork sagt:
schöner Artikel, ich würde mir ein Video dazu wünschen.
03.02.2010,
23:01 Uhr
Geges sagt:
Naja Dantes Inferno hatt da wohl echt n bisschen "viel" bei God of War Abgeschaut, aber mich stört das eher weniger, da das Spiel recht gut geworden ist, und mir sehr spaß macht, und auserdem mir das warten auf God of War 3, auch verkürtzt :)
03.02.2010,
21:16 Uhr
Average Joe sagt:
Ich finde dieses ganze "Titel X wäre nichts ohne Titel Y" zwar irgendwie langweilig/ermüdend, weil es doch einfach logisch ist das sich die Spielewelt insgesamt gegenseitig inspiriert. Aber dennoch finde ich diesen Artikel sehr nett, alleine wegen den ganzen alten tollen Titeln die er mir in Erinnerung gerufen hat. wie man heute so sagt: Good times! :)
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