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Das Ende der Konsolen

DirectX-Erfinder prophezeit den Untergang

Die Ära der Grafik ist vorbei

Frühere Konsolengenerationen definierten sich durch wegweisende Grafik, hier etwa Shenmue (Dreamcast).
Frühere Konsolengenerationen definierten sich durch wegweisende Grafik, hier etwa Shenmue (Dreamcast).
Die Lebensfähigkeit des Konsolenmarkts hängt von mehreren wichtigen Faktoren ab. Erstens: Jede Konsolengeneration steht im Wettbewerb mit anderen Spieleplattformen und muss sich durch die Qualität und Vielfalt ihrer Inhalte bewähren.

Neue Konsolen setzen dazu traditionell auf fortschrittliche Grafik. Sprunghafte Entwicklungen bei der 3D-Grafik sind das Kennzeichen der modernen Spiele-Ära. Der Übergang von einer Konsolengeneration zur nächsten erfolgt dann, wenn die Grafik der Vorgängerkonsole veraltet ist. Daraus folgt: Sobald sich eine Nachfolgekonsole nicht mehr durch grafische Fortschritte abheben kann, wird es diese Nachfolgekonsole nicht geben.

Das ist genau die Situation, die der Markt erreicht hat. Herausragende 3D-Grafik ist zu einer erschwinglichen Ware geworden. Die Ankunft von Direct3D auf dem PC hat einen Multimilliarden-Dollar-Markt für 3D-Hardware geschaffen, auf dem der Erfolg von Firmen wie ATI und Nvidia basiert. 3D-Grafikchips sind allgegenwärtig und günstig, und diesen Markt hat Microsoft absichtlich aus der Wiege gehoben. »Indem Microsoft Low-level-Treiber definiert, die ein breites Sortiment von Hardware-Beschleunigern unterstützen und eine High-Level- Programmierschnittstelle darauf aufsetzt, erhält Microsoft enormen Einfluss auf die Richtung, die unabhängige Hardware-Hersteller bei ihren neuen Produkten einschlagen.

Grafikqualität wie diese erreicht Microsofts Xbox 360 bei Halo 3 nur in vorgerenderten Szenen.
Grafikqualität wie diese erreicht Microsofts Xbox 360 bei Halo 3 nur in vorgerenderten Szenen.
Indem wir den Herstellern diktieren, welche Innovationen vom Betriebssystem unterstützt werden, welche Microsofts Weltbild entsprechen, welche sich verkaufen werden und welche nicht, bündeln wir den natürlichen Drang der Hersteller, sich voneinander abzusetzen, auf einem linearen, von uns definierten Weg. Wir zwingen Wettbewerber wie Apple dazu, mit unseren hochentwickelten Treibermodellen mitzuhalten, um am von uns neu geschaffenen Hardwaremarkt teilzuhaben.

Wir geben Software-Herstellern Low-level-Zugang zu den Funktionen, die sie brauchen, behalten dabei aber die Kontrolle und knüpfen das Bedürfnis nach ›Echtzeit‹-Anwendungen an Windows.«

(Quelle: »Taking Fun Seriously II«, Strategiepapier von
Microsoft zur Entwicklung von Direct3D)

Es ist für Konsolenhersteller wie Sony oder Nintendo mittlerweile unmöglich geworden, einen günstigeren, schnelleren 3D-Chip herzustellen als die, die der freie Markt hervorbringt. Microsoft und Nintendo haben dieses Problem erkannt und für ihre aktuellen Konsolen Grafikkomponenten von der Stange gewählt, in der Hoffnung, sich stattdessen durch Online-Funktionalität (Xbox 360) bzw. durch ein neues Eingabegerät (Wii) von der Konkurrenz abzuheben. Sony hat Milliarden in eine hauseigene 3D-Lösung investiert, ohne dadurch den geringsten Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Erst mit Verspätung ging den Sony-Verantwortlichen auf, dass sie diesmal nicht mit Grafik punkten würden können, und sie setzten stattdessen auf die Blu-Ray-Unterstützung als Alleinstellungsmerkmal. Kurz gesagt: Die Ära, in der sich Konsolen allein durch ihre Grafikleistung voneinander unterscheiden, ist zu Ende.

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Leserkommentare (135)  Anmelden & Kommentar schreiben
06.07.2009,
20:08 Uhr
ORS sagt:
Die Entwickler wollen halt weg von anfassbaren Medien. Wenn die Spiele in Zukunft von einem Server gespielt werden, haben die Anbieter volle Kontrolle über ihre Spiel. Raubkopieren ist nicht mehr möglich - wer nix bezahlt bekommt auch nix. Ich könnte mir vorstellen, daß es eine gemeinsam "Box" geben wird, die PC und Konsole am Wohnzimmer-Flat-TV vereint und klassische PC´s verschwinden. Kommt ja jetzt schon immer öfter vor, daß man mit TV´s auch Internet-Zugriff hat - und das wird sic
06.07.2009,
16:46 Uhr
Takeshi sagt:
ICh habe allerdings mal gelesen dass man ein System entwickelt, bei dem man alle Spiele (auch solo) online spielt und kaum die eigene Hardware benötigt wird, sondern die der Server, egal wie technisch aufwändig dass Spiel ist. Sollte das richtig sein, bzw. wenn das sich durchsetzt, könnte es wirklich sein dass der PC alles dominieren wird. Das gibts, das ist kein Fake oder sowas. Es würde jedoch nicht unbedingt dazu führen, dass PCs sich durchsetzen, sondern die Konsolen
06.07.2009,
16:26 Uhr
kissenkarl sagt:
Hab den Artikel eben gelesen aber pfff.. ich glaub nicht daran. (und wenn wäre es mir auch wurscht da ich mir eh jeden System kaufe auf dem gute Titel zu finden sind.) Ich weiß nur eins: außer MMO's (jucken mich nicht) und RTS bietet der PC mir ABSOLUT NIX mehr. Das seh ich doch an meinen eigenen Einkäufen.... Konsolenspiele so ca. 3 im Monat, PC vielleicht alle 3-4 Monate mal eins, wenn überhaupt. Wenn das stimmt dass der PC so beliebt und erfolgreich ist warum kommen dann die Exklusivtitel d
06.07.2009,
08:39 Uhr
Manni sagt:
Somit müssen die Konsolenhersteller anstatt auf NextGen Grafik zu setzen sich was neues einfallen lassen. Eine interessante Story und interessante Charaktere wären schonmal nicht schlecht.
05.07.2009,
06:18 Uhr
Strudi sagt:
ende der Konsolen? naja, wenn man die Verkaufszahlen der Konsolen Games mit der der PC Games so vergleicht (und obwohl PC Games billiger sind), ist's eher umgekehrt.....(ausser man hat kein zuverlässige PC Games Verkaufszahlen?) Du hast den artikel gelesen? Die PC als Plattform erwirtschaftet viel viel viel und nochmal viel mehr Geld als alle Konsolen zusammen. Alleine World of Warcraft ist das Profitablste Spiel aller Zeiten und verdient soviel wie alle Xbox Spiele zusammen. Was willste
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