Haze - Test
Drogenrausch im Dschungel: Ubisofts PlayStation 3-exklusiver Ego-Shooter macht seinem Namen alle Ehre. Neben fetziger Action gibt es aber auch einige Enttäuschungen.

Schon Gitarren-Gott Jimi Hendrix besang in »Purple Haze« die Wirkung von Drogen. Wo der Rock-Klassiker allerdings nach knapp drei Minuten vorbei ist, dreht sich im Ego-Shooter Haze (auf Deutsch: »Dunst«, »Nebel«) die gesamte Spieldauer von rund 15 Stunden um eine bewusstseinserweiternde Substanz: Im Jahr 2048 ist die Droge Nektar groß in Mode, und zwar vor allem bei Mantel Global Industries. Die auf Krieg spezialisierte Firma schickt ihre Soldaten für die Regierung in Krisengebiete und putscht sie mit Nektar ordentlich auf. In der Rolle des jungen Sergeant Shane Carpenter absolviert ihr die ersten Missionen im Dienst von Mantel, findet aber schnell heraus, dass der Konzern nichts Gutes im Schilde führt.
Soldaten im Nebel

Haze ist ein geradliniger Ego-Shooter á la Halo 3. Ihr seid in Südamerika unterwegs, wo ihr zu Beginn für Mantel im Dschungel aufräumt und die Rebellenorganisation Promised Hand bekämpft. Warum die Widerstandsgruppe aus dem Weg geräumt werden soll, bleibt erst mal ungeklärt. Doch Fragen stellt man bei Mantel ohnehin nicht: Die Nektar-berauschten Soldaten führen Befehle willenlos aus. Nektar verschafft spürbare Vorteile im Kampf: Nicht nur Verletzungen heilen in Windeseile, auch die Fähigkeiten des Konsumenten verbessern sich drastisch. Ein optimierte Sicht (Gegner werden farblich markiert), ein spezieller Fokus (Sniper-Zoom), eine Art sechster Sinn, der vor nahenden Gefahren wie Granaten warnt und ein schlagkräftiger Nahkampf-Angriff sind die Folge.

Zwei große Nachteile hat die Droge allerdings auch: Zum einen muss sie ständig neu genommen werden, da sie im Blut sehr schnell abbaut. Zum anderen ist die Gefahr einer Überdosis hoch. Dann drehen die Mantel-Soldaten durch, können Freund und Feind nicht mehr unterscheiden und ballern wild um sich. Ein weiterer Nektar-Nebeneffekt: die völlig verzerrte Wahrnehmung der Realität. Im Drogenrausch wirkt der Dschungel wie ein Comic; knallbunte Farben und warmes Licht wollen so gar nicht zum Töten von Rebellen passen. Auch Blut bekommt ihr anfangs nicht zu sehen. Stattdessen lernt ihr in einer rasanten Buggy-Fahrt die schwammige Fahrzeugsteuerung kennen, eliminiert etliche Rebellen und gewöhnt euch an die komplexe Bedienung. Da jede Taste des PlayStation 3-Controllers zum Einsatz kommt und einige Buttons doppelt belegt sind, benötigt man etwas Einarbeitungszeit. Dann geht das Spiel aber gut von der Hand.
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