Remember Me - Memoiren einer Gedächtnislosen

Remember Me könnte die Action-Überraschung des Frühlings werden. Wir zeigen, warum Erinnerungen dabei eine große Rolle spielen und warum Remember Me noch scheitern kann.

Remember Me - Angespielt-Vorschau zur neuen Capcom-Marke Video starten 6:16 Remember Me - Angespielt-Vorschau zur neuen Capcom-Marke

GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Einfach online kündbar

Mit dem Action-Adventure Remember Me haben sich der Publisher Capcom und der neu gegründete Entwickler Dontnod Entertainment ein ambitioniertes Projekt vorgenommen. Remember Me soll der Startschuss zu einer neuen, erfolgreichen Marke sein. Das Potenzial ist da. Ein unverbrauchtes Szenario: das (Neo-) Paris der Zukunft. Bewährte Spielelemente: Klettern, Nahkämpfe, Rätselsequenzen. Ein originelles Story-Prinzip: Erinnerungen sind Handelsware und können manipuliert werden.

Bei einem Termin in Paris konnten wir zwei komplette Missionen aus Remember Me spielen. In denen waren die Stärken des Spiels schon zu sehen - aber auch die Fallstricke, an denen sich Remember Me aufhängen könnte.

Das Szenario ist vielversprechend …

Dontnod Entertainment hat viel Arbeit in die Gestaltung des Szenarios von Remember Me gesteckt. Unter der Leitung von Chefautor Stéphane Beauverger und Art Director Michel Koch entstand ein glaubwürdiges Sci-Fi-Universum, das auf mehr als nur ein einziges Spiel ausgelegt ist.

Remember Me spielt im Neo-Paris des Jahres 2084. Über den bühenden Handel mit - im Idealfall positiven - Erinnerungen wacht der Konzern Memorize. Aus zu Beginn des Spiels noch unklaren Gründen hat das Unternehmen das Gedächtnis der Hauptdarstellerin Nilin gelöscht und diese ins Gefängnis Bastille verfrachtet. Nilin kann fliehen, tut sich mit Gegnern des Konzerns - den Erroristen - zusammen und versucht ihre Erinnerung wiederzuerlangen.

Neo-Paris zeichnet sich durch farbenfrohe und luftige Atmosphäre aus und hebt sich so angenehm und überraschend von den düsteren Dystopie-Welten eines Blade Runner und Deus Ex ab.

Promotion: Remember Me bei Amazon kaufen

… die Charaktere aber noch blass

Von Hauptdarstellerin Nilin haben wir in den zwei spielbaren Missionen noch nicht viel erfahren. Kein Wunder, die Heldin hat ja auch Gedächtnisverlust. Trotz Amnesie hat Nilin aber scheinbar kein Problem damit, ihrem Auftraggeber bei den Erroristen und dessen Verbündeten zu vertrauen. Was wir als nicht ganz logisch beziehungsweise nachvollziehbar empfanden. Im gespielten Abschnitt wirkte nur ein Charakter wirklich interessant und echt, die Kopfgeldjägerin Olga. Schade.

Das Thema »Manipulation von Erinnerungen« bietet viel Raum für philosophische Gedankenspiele aber auch für herrlichste Story-Idiotien. Autor Beauverger schwört aber, alle drohenden Paradoxien doppelt und dreifach zu überprüfen, um sie schon vor Entstehen ausmerzen zu können. Paradox, etwas vor dem Entstehen ausmerzen zu wollen. Der Mann ist auf dem richtigen Weg!

Die Charaktere: Nilin Hauptdarstellerin Nilin ist eine Erinnerungsjägerin, kann also anderer Leute Erinnerungen manipulieren. Blöd nur, dass ihr Gedächtnis vom Konzern Memorize gelöscht wurde.

Olga Sedova Olga Sedova ist Kopfgeldjägerin und Nilin auf den Fersen. Dafür hat sie sehr persönliche Gründe.

Leaper Die Leaper sind Menschen, deren Erinnerung zerstört ist und die ein gemeinsames Bewusstsein teilen. Sie wohnen in den Slums von Neo-Paris. Der Begriff Leaper lehnt sich an Lepröse (engl. Leper) und das Springen (engl. to leap) zwischen ihren Erinnerungsfetzen an.

Das Erkunden ist sinnvoll integriert…

Neo-Paris mit seinen verwinkelten Gassen und den optischen Kontrasten zwischen großbürgerlichen Stadthäusern, gläsernen Türmen und schmutzigen Slums lädt zum Erkunden ein. Abseits des Hauptwegs sind einige - nicht unnötig viele - Sammelobjekte versteckt, auf die Remember Me zudem deutlich hinweist. Wer den Kram einsammelt, bekommt Boni in den Kämpfen und ausführliche Hintergrundinformationen zur Spielwelt.

Das Klettern funktioniert gut und geht leicht von der Hand. Hier stand die Uncharted-Serie eindeutig Pate. Wie in Naughty Dogs Vorbild nutzen die Remember-Me-Entwickler Klettereien, um besonders beeindruckende Stellen der Spielwelt zu zeigen. Kurze Schleich-Sequenzen beim Umgehen von Wachdrohnen sorgen obendrein für Abwechslung.

Neo-Paris ist teilweise wunderschön. Besonders die Beleuchtung überzeugt. Da laufen wir doch gerne ein wenig herum. Neo-Paris ist teilweise wunderschön. Besonders die Beleuchtung überzeugt. Da laufen wir doch gerne ein wenig herum.

…aber arg beschränkt

Beim Blick über die Zinkdächer von Paris drängt sich aber ein Gedanke auf: Wie wäre es, diese urbane Landschaft frei zu erkunden? Stichwort: Assassin's Creed. Die Entwickler wiegeln ab. Sie hätten nicht die Ressourcen eines Teams wie Ubisoft Montréal und wollten deshalb lieber ein lineares Spielerlebnis mit starker Story.

Gerade beim Klettern fällt diese Linearität stark auf. Es gibt meist nur einen Pfad, dem Nilin folgen kann. Wohin die Heldin springen kann, wird per Einblendung angezeigt. Mehr als Richtungs- und Sprungtaste zu drücken, verlangt uns Remember Me also nicht ab. An manchen Stellen fällt das unangenehm auf, wenn Nilin etwa direkt unter einem Vorsprung steht, an dem sie sich aber nicht hochziehen kann, auch wenn's Sekunden vorher an einer ähnlichen Stelle noch wunderbar geklappt hat.

Wohin Nilin klettern kann, gibt uns das Spiel vor. Freiheiten beim Erkunden gibt es nahezu keine. Wohin Nilin klettern kann, gibt uns das Spiel vor. Freiheiten beim Erkunden gibt es nahezu keine.

1 von 3

nächste Seite


zu den Kommentaren (6)

Kommentare(5)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.