24-Jähriger hackt Microsoft - Direkt danach auch noch Nintendo

Ein 24-Jähriger hat erst Microsoft gehackt und kurz darauf später genau dasselbe auch noch bei Nintendo gemacht. Nachdem er gegen Kaution freigelassen wurde. Jetzt ist der Verantwortliche knapp einer Haftstrafe entgangen.

von David Molke,
29.03.2019 16:00 Uhr

Erst Microsoft, dann auch noch Nintendo: Ein 24-jähriger Hacker ist nach seiner Verhaftung nur knapp einer Gefängnis-Strafe entgangen.Erst Microsoft, dann auch noch Nintendo: Ein 24-jähriger Hacker ist nach seiner Verhaftung nur knapp einer Gefängnis-Strafe entgangen.

Schon 2017 hat sich der Hacker Slipstream aka Raylee in Microsoft-Server eingeschleust. Er soll unter anderem über 43.000 Dateien von einem internen Windows-Server gestohlen haben, auf dem sich unveröffentlichte Windows-Versionen befanden. Monate später wurde er verhaftet und kurze Zeit danach gegen Kaution wieder freigelassen. Woraufhin der 24-Jährige dann auch noch Nintendo gehackt hat.

Der Microsoft- & Nintendo-Hacker war kein unbeschriebenes Blatt

Er macht das schon länger: Bereits 2015 wurde der Mann verhaftet, weil er mit einem Vtech-Hack in Verbindung stand. Damals hat er offenbar Millionen Datensätze von Vtech-Spielzeug-Nutzern erbeutet

Darüber hinaus hat er auch diverse Sicherheits-Lücken in unterschiedlichen vorinstallierten Apps auf Laptops und in Internet-Monitoring-Programmen an Schulen entdeckt. Seinen Fähigkeiten entsprechend arbeitete der Hacker auch bei der Sicherheits-Firma Malwarebytes.

Das klassische Rollenbild eines Hackers passt in diesem Fall wie so oft nicht richtig.Das klassische Rollenbild eines Hackers passt in diesem Fall wie so oft nicht richtig.

Super Mario 64 kurios:
Hacker entdecken geheime Münze, die ihr niemals einsammeln werdet

Hacker bekennt sich schuldig

Bei der gestrigen Gerichtsverhandlung hat sich der 24-jährige Hacker schuldig bekannt, in Netzwerke von Microsoft und Nintendo eingedrungen zu sein. Er konnte offenbar sogar drei Wochen lang auf die Microsoft-Daten zugreifen und hat auch anderen Menschen Zugang verschafft.

Hacker aus Frankreich, Deutschland, den vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Ländern hätten so ebenfalls auf die vertraulichen Daten und frühe Test-Versionen von Windows zugreifen können.

2 Millionen US-Dollar Schaden: Das Ganze sei nach mehreren Monaten dann aufgeflogen, als der Verurteilte Malware ins Microsoft-Netzwerk hochgeladen habe. Er wurde verhaftet und anschließend auf Kaution freigelassen.

Mehr oder weniger direkt im Anschluss hat sich Slipstream aka Raylee dann auch noch Zutritt zu Nintendos Spiele-Entwicklungs-Servern verschafft. Dort soll er Daten, 2.365 Nutzernamen und Passwörter gestohlen haben. Nintendo gibt eine Schadenssumme von bis zu 1,8 Millionen US-Dollar an.

Der Hacker soll sich Zugriff auf Daten von unveröffentlichten Spielen in der Entwicklung verschafft haben.Der Hacker soll sich Zugriff auf Daten von unveröffentlichten Spielen in der Entwicklung verschafft haben.

Nintendo kann nichts dagegen tun:
Hacker knacken Nintendo Switch vollständig

Darum muss er nicht ins Gefängnis

Bewährung mit diversen Auflagen: Der Verantwortliche wurde zu 15 Monaten Haft verurteilt, die allerdings auf 18 Monate auf Bewährung ausgesetzt wurden. Außerdem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.

Zusätzlich wurde eine sogenannte Serious Crime Prevention Order verhängt, die fünf Jahre andauert. Wenn sich der Hacker innerhalb dieser Zeit noch etwas zu Schulden kommen lässt, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft und eine unbegrenzte Geldstrafe.

Brief der Eltern überzeugt Richter: In einem offenbar herzzerreißenden Brief der Eltern schildern die die Schwierigkeiten ihres Sohnes. Zusätzlich geht es darin um die Pläne zur Rehabilitation, wozu die Mutter des Verurteilten offenbar sogar ihren Job gekündigt hat.

Der Verurteilte ist nämlich anscheinend nicht nur Autist, sondern leidet auch noch an Prosopagnosie. Die sogenannte Gesichtsblindheit lässt ihn Menschen nicht anhand ihrer Gesichter identifizieren. Darum argumentieren seine Eltern, hätte er im Gefängnis wahrscheinlich ganz besonders leiden müssen.

Den ausführlichen Bericht könnt ihr euch hier im englischen Original bei The Verge durchlesen.

Was sagt ihr zu der Angelegenheit?


Kommentare(64)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen