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Seite 5: Blue Dragon

Wo soll’s hingehen?

Was die Städte und Dörfer betrifft, erfüllt Blue Dragon so ziemlich alle Wünsche, die ein Rollenspiel-Reisender haben kann: Es gibt Siedlungen, die ungeheuer einfallsreich entworfen wurden, große Städte, in denen ihr Stunden mit Shopping und Sightseeing zubringen könnt, und Dörfer, die so friedlich in der Landschaft schlummern, als hätte seit Jahrhunderten kein Besucher mehr vorbeigeschaut.
Leider liefert das Spiel in den Dungeons nur Durchschnittskost. Als Fan des Genres hat man Orte wie einen Geisterwald, Industriekomplexe und Höhlengebiete einfach schon zu oft bereist.

Auch die Inszenierung schwankt: Manche Zwischensequenzen sind locker auf Final-Fantasy-Niveau, dafür plätschern andere Ereignisse etwas lasch vor sich hin. Das ist eigentlich auch der größte Kritikpunkt am Spiel: Manchmal müsste Blue Dragon innerhalb der knapp 60 Stunden Spielzeit etwas mehr auf die Tube drücken, um den Spieler vor die Glotze zu fesseln. So gibt es nur relativ wenige Momente, bei denen ihr euch wirklich in den Sessel gedrückt fühlt. Auf der anderen Seite passt diese doch lockere Erzählweise zur Geschichte des Abenteuers, bei dem es oft auf die leiseren Töne ankommt.

Spiel’s noch mal, Uematsu!

Er hat die schönsten Melodien für Final-Fantasy geschrieben, nun sorgt er auch bei Blue Dragon für die richtige Untermalung: Nubuo Uematsu unterstreicht jede Szene mit tollen Klängen. Während ihr euch in friedlichen Momenten richtig entspannen könnt, zieht der Musik-Meister bei heftigen Ereignissen alle Bombast-Register. Auch die Sprecher können sich hören lassen: Jede relevante Zwischensequenz wurde vertont, jedem Charakter wird glaubwürdig Leben eingehaucht. Leider gibt es Blue Dragon nur in englischer Sprache. Auf eine deutsche Lokalisierung wurde sträflicherweise verzichtet.

An der süßen Grafik gibt es eigentlich nichts zu meckern, außer, dass in Szenen mit großem Feind- und Zauberaufkommen schon mal die Bildrate in die Knie geht. Zuweilen tauchen in den Kämpfen auch kleine Zeilenverschiebungen auf. Davon abgesehen bleibt das Geschehen aber immer flüssig, die traumhaften Areale mit ihrer tollen Weitsicht sind eine echte Augenweide.

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