Branche - Games Convention - Zukunft der Spielemesse weiterhin unklar

Leipziger Messechef Marzin bleibt hartnäckig.

von Denise Bergert,
14.07.2008 09:45 Uhr

Die Zukunft der Games Convention (GC) in Leipzig, Europas Leitmesse für interaktive Unterhaltung, ist weiterhin unklar. Nachdem 2009 in Köln ebenfalls eine Spielemesse stattfinden soll, brachte Leipzigs Messechef Wolfgang Marzin seine Idee jährlich wechselnder Standorte für das Branchentreffen zur Sprache. So seien Leipzig, München und Köln als Austragungsorte für das kommende Jahr denkbar, sagte Marzin bei einer Podiumsdiskussion des Märkischen Presse- und Wirtschaftsclubs in Berlin. Die Möglichkeit einer „Wandermesse“ schloss Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), jedoch von vorn herein aus. Sein Verband werde ab 2009 eine neue Messe namens GAMESCom in Köln unterstützen. „Die Entscheidung ist gefallen und nicht mehr umkehrbar“, so Wolters.

„Die Games Convention muss erhalten bleiben, sonst machen wir uns auch im Ausland lächerlich“, forderte Marzin. Die GC habe sich schließlich in den sieben Jahren ihrer Existenz als Markenname international etabliert. So könnten ausländische Spielehersteller nicht nachvollziehen, wenn die stets wachsende Messe trotz Erfolges eingestellt würde. Diese Tatsache gefährde auch den Messestandort Deutschland.

Im vergangenen Jahr zählte die GC 503 Aussteller und 185.000 Besucher. 2008 peile die Leipziger Messe 200.000 Gäste an, so Marzin. Als GC Asia fand die Messe 2007 auch erstmals in Singapur statt – mit rund 70.000 Besuchern. Die Rechte am Markennamen Games Convention, die in diesem Jahr zum letzten Mal in Kooperation mit dem BIU-Verband, in Leipzig stattfindet.

„Ich glaube, dass die GC in Deutschland und Asien gebraucht wird“, sagte Marzin und deutete an, dass die Messe im nächsten Jahr auch ohne Verbandsunterstützung in der Stadt an der Saale ausgetragen werden könnte. In Hinblick auf die mögliche Konkurrenz in Köln sagte Marzin: „Das schlimmste für alle wäre eine Kopie in Köln“ Während der Messechef Verhandlungsbereitschaft zur weiteren Kooperation signalisierte, sagte Wolters: „Bei uns gibt es keinen weiteren Raum für Gespräche.“

„Wir stoßen in Leipzig an unsere Wachstumsgrenzen“, begründete er die Entscheidung für die neue Messe. Nur rund 13.000 Fachbesucher seien auf der GC 2007 gewesen. Weitere Negativfaktoren seien nach Verbandsangaben auch die Verkehrsanbindung und die begrenzten Hotelbetten gewesen. Die GAMESCom werde von allen BIU-Mitgliedsunternehmen unterstützt.


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