Branche - Killerspiel-Debatte - CSU-Politiker prangern USK an

Bayerns Innenminister bezeichnet "Killerspiele" als Machwerke von abstoßender Brutalität und Grausamkeit.

von Denise Bergert,
02.09.2008 10:15 Uhr

Lange Zeit war es still um sie, aber es scheint, man wärmt sie in regelmäßigen Abständen, insbesondere zu Wahlkampfzeiten, immer wieder gern für die eigenen Zwecke auf - die gute alte Killerspiel-Debatte. So beharren die konservativen älteren Herren der bayerischen CSU nun erneut auf ein Verbot von gewaltverherrlichenden PC- und Videospielen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl (CSU), und Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, stellten die freiwillige Selbstkontrolle der Spielehersteller (USK) infrage. Diese setze mit ihrer Alterfreigabe praktisch das Strafrecht ausser Kraft. Nach Pfeiffers Ansicht bestehe durchaus ein Zusammenhang zwischen "Killerspielen" und der Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen.

Die am 1. Juli in Kraft getretene Verschärfung des Jugendschutzgesetzes in Form von größeren USK-Aufklebern sieht die CSU als Minimalkorrektur. "Killerspiele" seien Machwerke von abstoßender Brutalität und Grausamkeit, so Herrmann. Im Bundesrat will Bayern auf eine weitere Beratung des 2007 eingebrachten Antrags bestehen. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien müsse das entscheidende Wort haben und nicht die industrienahe USK, forderten die CSU- Politiker und Pfeiffer.

Desweiteren wolle man sich eine Scheibe vom Überwachungs- und Medienzensur-Staat China abschneiden. So müsse man Provider zwingen, bestimmte Seiten aus dem Internet zu nehmen. "Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich."

Natürlich bekommt in diesem Zusammenhang auch das gute alte Grand Theft Auto IV sein Fett weg. "Die lustvolle Gewaltanwendung wird zum Selbstzweck des Spiels." Mord und Totschlag würden dabei mit Punkten belohnt, so die CSU. Ein passendes Schlusswort hatten sie ebenfalls parat: "Zuviel Medienkonsum macht dick, dumm und möglicherweise auch aggressiv." Das sollten wir uns vielleicht alle auf ein Kissen sticken.


Kommentare(78)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen