Brütal Legend vor Gericht - Keine Verschiebung erwartet

Brütal Legend ist ein Fall für's Gericht geworden: Ein Richter muss entscheiden, wem das Spiel gehört.

von Christian Merkel,
31.07.2009 13:19 Uhr

Brütal Legend macht mittlerweile mehr Schlagzeilen vor Gericht als anders, ist es doch zum Zankapfel der beiden größten Spielehersteller Activision Blizzard und Electronic Arts geworden. Beide Firmen streiten sich darum, wem die Rechte an dem Musikspiel von Tim Schafer gehören. Außerdem zanken sich die Streithähne um 15 Millionen US-Dollar, die Activision Blizzard für die Produktion investiert hat, bevor es Brütal Legend nicht mehr auf den Markt bringen wollte. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP deutete der Richter des Verfahrens, Craig Karlan, nun an, dass er nicht geneigt sei, den Verkaufsstart von Brütal Legend zu verschieben. Activsion Blizzard möchte per einstweiliger Verfügung eine Veröffentlichung verhindern, da das Rechtsverfahren sich noch länger hinziehen kann. Der Richter ist von dieser Idee nicht begeistert, da er nicht sicher ist, ob Activision Blizzard den Gerichtsstreit gewinnen wird. »Ich kann nicht sagen, dass es eine Wahrscheinlichkeit eines Erfolges hier gibt«, sagt er. Festlegen möchte er sich aber noch nicht. »Es werde ein enges Rennen«, fügt Karlan hinzu. Die endgültige Entscheidung über die Anordnung zur Verschiebung wird am 6. August getroffen.

Electronic Arts und Double Fine konterten vor kurzem mit einer Gegenklage, in der Activision Blizzard beschuldigt wird, die Veröffentlichung von Brütal Legend rechtswidrig stoppen zu wollen. In einer Stellungnahme unterstellt Double Fine den Konkurrenten Activision Blizzard niedrige Beweggründe. Es ginge der Firma nur darum, »Brütal Legend nicht nur zu verhindern sondern komplett zu töten, damit Guitar Hero keine neue Konkurrenz bekommt.«

Im Juli 2008 vereinigten sich die beiden Spielefirmen Activision und Vivendi. Nicht alle Spiele von Vivendi wurden dabei übernommen, weil sie nicht mehr zum Gesamtkonzept des neuen Mega-Unternehmens Activision Blizzard passten. Brütal Legend war eines der leidtragenden Spiele. Wenige Monate später im Dezember 2008 tauchte der Titel wieder aus der Versenkung auf. Electronic Arts hatte sich die Vertriebsrechte für Brütal Legend gesichert. Ein Schnäppchen für EA: Vivendi gab dem Entwickler Double Fine schon 15 Millionen US-Dollar, damit die Programmierarbeiten bezahlt werden konnten. Da beide Firmen im Streit wegen verpasster Termine auseinandergingen, konnten sie sich nie auf einen geregelten Auflösungsvertrag der Vertriebsvereinbarung festlegen. Wer was an Geld oder Schadensersatz bekommt, regelt nun ein Gericht.

Brütal Legend für Xbox 360 und Playstation 3 soll im Oktober 2009 erscheinen.


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