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Seite 2: Call of Duty: Black Ops - Schnitt-Special - Geschnitten oder nicht? Deutsche und US-Version im Vergleich

Operation: Halsabschneider.

Auf der diesjährigen Gamescom wurde Black Ops natürlich auch präsentiert und wegen einer bestimmten Szene heiß diskutiert. Im Vorführraum von Activision/ Blizzard durften wir uns diesen Spielabschnitt erneut ansehen. Wir schwimmen unter der Wasseroberfläche an einen Pfahlbau heran, um eine Ladung Sprengstoff zu platzieren. Am Rand einer Hütte steht gefährlich nah ein Wachposten. Da wir nicht entdeckt werden wollen, schwimmen wir zur Hütte, greifen uns den Gegner, ziehen ihn unter Wasser und schlitzen ihm mit mehreren sägenden Bewegungen die Kehle auf. Die Leiche lassen wir mit einer klaffenden Wunde in die Tiefe gleiten.

Man muss kein Jugendschutz-Experte sein, um zu vermuten, dass derart ruppige Geschichten bei der USK auf wenig Gegenliebe stoßen und sind gespannt, welche Änderungen uns an dieser Stelle in der deutschen Version erwarten. Die Antwort ist einfach: Keine! Auch in der deutschen Version wird der arme Tropf unter Wasser gezogen, bekommt mit denselben sägenden Bewegungen die Kehle durchgeschnitten und versinkt in einer roten Wolke austretenden Blutes in den Fluten. Harter Tobak, der nach Veröffentlichung des Spiels mit Sicherheit für Diskussionen sorgen wird.

An anderer Stelle pirschen wir durch eine Hütte, Stille ist das Gebot der Stunde, weswegen wir keine Schusswaffe, sondern ein im Mondlicht glänzendes Bowie-Messer in der Hand halten. Vor uns liegt ein Vietcong in einer Hängematte. Seine Gesichtszüge sind ebenso entspannt wie seine Atmung -- vielleicht träumt er von besseren Zeiten oder dem Ende des Krieges. Wir wissen es nicht und werden es auch nie erfahren, denn der perversen Logik des Krieges zufolge ist auch ein schlafender Gegner ein Gegner, weswegen wir dem Ahnungslosen mit einem wuchtigen Stich des Bowie-Messers die Halsschlagader durchtrennen. Auch an dieser Stelle gibt es keine Unterschiede zwischen US-Version und deutscher Variante.

Geschmacklosigkeit oder gebotene Härte?

Wir springen einige Spielabschnitte weiter und befinden uns in einer vom Krieg gezeichneten Lagerhalle der US-Version. Vor uns sitzt auf einem Stuhl ein geschundener, vor Dreck starrender Mann mit eingefallenen Wangen und müden, tief in den Höhlen liegenden Augen. Seine Hände sind auf den Rücken gebunden, trotz des jämmerlichen Anblickes des Gefangenen bleibt keine Zeit für Mitleid: Der Mann ist im Besitz kriegswichtiger Informationen, die er natürlich nicht preisgeben will. Auf Knopfdruck verpassen wir dem Geheimnisträger einen Schlag ins Gesicht, trotzdem will er seine Geheimnisse nicht preisgeben. Ein weiterer Knopfdruck zerbricht eine Fensterscheibe, unsere Hand greift eine große Glasscherbe, stopft sie dem Gefangenen in den Mund und wir schicken ein paar Schläge hinterher. Der Mann spuckt Blut und Scherben, und selbst hartgesottene Action-Fans wenden sich angewidert ab.

Wo Modern Warfare 2 sich noch damit begnügte, Folter lediglich anzudeuten und den Rest der Vorstellungskraft des Spielers überließ, geht Black Ops einen gewaltigen Schritt weiter. Der Spieler wird nicht nur zum Zeugen dieser unmenschlichen Behandlung, sondern selbst zum Folterknecht. Ohne moralische Entrüstung vorschieben zu wollen, darf man an dieser Stelle fast schon froh sein, dass Activision sich in der deutschen Version gegen aktive Folter entschieden hat. In der USK-freigegebenen Fassung beginnt dieser Spielabschnitt wesentlich später, nämlich nach der Foltersequenz. Eine kluge Entscheidung, denn wenn Spieler-Deutschland eines nicht gebrauchen kann, dann sind es weitere von den Massenmedien lancierte Hetzkampagnen im Stile von »Videospiele bringen unseren Kindern das Foltern bei«.

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