E-Sportler nutzt Zeitspiel in FIFA 19 aus - Deutscher Profi entschuldigt sich für unfairen Torwart-Trick

Mit unsportlichem Zeitspiel sorgt der deutsche FIFA 19-Profi Arti_griezmann zurzeit für große Aufregung in der FIFA-Szene. Nachdem ein Video seines unfairen Spiels viral ging, entschuldigt er sich via Twitter.

von Michael Herold,
08.01.2019 09:45 Uhr

Mit Hilfe seines Torwarts hat Arti_griezmann in FIFA 19 gewonnen, besonders sportlich war das aber nicht.Mit Hilfe seines Torwarts hat Arti_griezmann in FIFA 19 gewonnen, besonders sportlich war das aber nicht.

Zeitspiel ist alles andere als fair, das gilt sowohl in der echten Fußballwelt als auch beim virtuellen Kick in FIFA 19. Umso unfairer und unsportlicher erscheint deshalb das Vorgehen des deutschen E-Sportlers Artac Sinoplu alias "Arti_griezmann". Der FIFA-Profi hat sich am vergangenen Wochenende nämlich auf unfeine Art und Weise einen Sieg erspielt und erntet dafür zurzeit heftige Kritik.

Mit Hilfe seines Torwarts hat der 18-jährige Artac Sinoplu in einem Match gegen einen anderen E-Sportler namens Don Oli einen knappen 1:0-Sieg rausgeholt und das in einer extrem wichtigen Partie in einem Qualifikationsturnier zur FUT-Weltmeisterschaft. Dazu hat er nach seinem Führungstreffer ab der 65. Minute nur noch den Ball von seinem Keeper zu einem Innenverteidiger gespielt, das Leder wieder zurückgeköpft und das Ganze dann mehrfach wiederholt.

So hat Arti_griezmann offenbar einfach die restlichen 25. Spielminuten runter laufen lassen, ohne dass sein Gegner die Chance hatte, auch nur einmal an den Ball zu kommen. Dieses Zeitspiel kann getrost als Cheaten oder Exploit bezeichnet werden, weil der Spieler dabei die Mechaniken des Spiels auf unfaire Weise für seine Vorteile ausnutzt. Bekannt wurde die ganze Sache, nachdem Don Oli ein Video davon per Twitter veröffentlicht hat (der Clip hat inzwischen 639.000 Aufrufe):

FIFA-Community ist empört, Zeitspieler entschuldigt sich

Arti_griezmann, der vor Kurzem zum E-Sport-Team Rogue gewechselt ist (das übrigens DJ-Star Steve Aoki gehört) und laut seinem Management immerhin den 22. Platz der FIFA-19-Weltrangliste belegt, muss sich nun harte Kritik gefallen lassen.

Einige weitere Twitter-User behaupten sogar, dass Arti_griezmann auch gegen sie schon ähnliches Zeitspiel genutzt hätte. Andere FIFA-Profis wie zum Beispiel Erhan "DrErhano" Kayman vom VfB Stuttgart kommentieren unter dem Video, dass sie kein Verständnis für das unfaire und "provokante" Verhalten von Arti_Griezmann haben:

Arti_griezmann selbst hat bereits eine Entschuldigung veröffentlicht. Via Tiwtter teilte er einen Link zu einer Botschaft in der er erklärt, dass er zwar gegen keine offizielle FIFA-Regeln verstoßen habe, gleichzeitig würde er es aber sehr bereuen, dass er "den Fairplay-Kodex gebrochen" hat:

"Liebe FIFA-Community,
ich möchte mich für mein Spiel während des FUT-Qualifikationsturniers entschuldigen. Ich kann eure Wut absolut nachvollziehen. Ich habe zwar keine Regel gebrochen, aber dafür etwas noch viel wichtigeres: den Fairplay-Kodex. Es hätte mir nicht passieren dürfen. Ich bin 18 Jahre alt und habe in den letzten Wochen einige Fehler gemacht. Ich habe ein riesiges Verlangen zu gewinnen und ziemlich naiv geglaubt, dass im Rahmen der Regeln alles erlaubt wäre.
Ich habe mich bei meinem Gegner bereits privat entschuldigt. Es tut mir furchtbar leid, ich kann es nicht ungeschehen machen. Deshalb hoffe ich, dass ihr meine Entschuldigung annehmen könnt. Die Menge an persönlichen Beleidigungen hat mich ziemlich unerwartet getroffen, deshalb werde ich mich vorerst von sozialen Netzwerken zurückziehen."

Gegen das unfaire Zeitspiel kann theoretisch nicht mal EA Sports was machen. Denn wie auch im echten Fußball ist es eine Frage der Sportlichkeit, ob eine Mannschaft den Ball nur hinten rumspielt und sich so über die Zeit rettet oder ein offenes und faires Spiel sucht. Schreibt uns gerne in die Kommentare, ob ihr in FIFA 19 auch schon einmal gegen unsportliche Gegner angetreten seid.

FIFA 19 - Test-Video: In FIFA steckt mehr als nur FUT und Pay2Win 7:53 FIFA 19 - Test-Video: In FIFA steckt mehr als nur FUT und Pay2Win


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