Emuparadise - Bekannte Emulator-Website entfernt nach 18 Jahren alle ROMs

Die große Emulatoren-Website Emuparadise bietet künftig keine ROMs mehr an, weil das Risiko für juristische Konsequenzen zu hoch geworden sei.

von Christian Just,
10.08.2018 09:30 Uhr

Emuparadise wird es in Zukunft in der bekannten Form nicht mehr geben.Emuparadise wird es in Zukunft in der bekannten Form nicht mehr geben.

Die Emulatoren-Website Emuparadise wird in ihrer bisherigen Form nicht weiter existieren, wie die Verantwortlichen in einem Statement (via Emuparadise.me) verkündeten. Als Grund führen sie das hohe Risiko an, durch juristische Maßnahmen "potenziell desaströse Konsequenzen" zu erfahren. Daher habe man sich schweren Herzens entschlossen, künftig keine ROMs auf Emuparadise mehr anzubieten oder zu verlinken.

Die Website hat sich den Erhalt und das Zelebrieren von Retrospielen auf die Fahnen geschrieben und möchte in diesem Feld weiterhin aktiv bleiben. Zudem bleibe die Emulatoren-Datenbank bestehen, die für jede erdenkliche Retro-Plattform den passenden Emulator anbietet.

Obgleich die Verfasser des Statements den Fall nicht explizit erwähnen, kann man doch davon ausgehen, dass Nintendos justische Schritte gegen zwei große ROM-Seiten bei der Entscheidung zur Beendigung des ROM-Angebots eine Rolle gespielt haben. Nintendo hat die Klage gegen LoveRETRO und LoveROMs mit hohen Schadenersatzforderungen von 150.000 US-Dollar für jedes Nintendo-Spiel und bis zu 2 Millionen pro Verletzung eines Urheberrechts des japanischen Publishers verbunden.

Was sind ROMs?

ROMs sind Speicherabbilder, beispielsweise von Original-Modulen klassischer Videospiele. Die ROMs werden von Emulatoren verwendet, um Spiele auch auf anderen Systemen, wie dem PC, zum Laufen zu bringen.

Die Nutzung von Emulatoren ist zwar nicht per se illegal, befindet sich jedoch rechtlich in einer Grauzone. Urherberrechtlich geschützte Spiele dürfen ohne Zustimmung des Rechteinhabers nicht emuliert werden. Auch Besitzer der Original-Kopie können sich durch das Übertragen von Daten auf den PC strafbar machen.


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