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Gravel im Test - Verzichtbar-unterhaltsamer Offroad-Racer

Milestone ist bekannt für seine Rennspiele mit realistischem Ansatz. In ihrem neuesten Werk setzen die Italiener auf ein wesentlich arcadigeres Spielkonzept.

von Benjamin Braun,
02.03.2018 15:00 Uhr

Konkurrenz für Dirt 4 und Forza Motorsport? Gravel im Test. Konkurrenz für Dirt 4 und Forza Motorsport? Gravel im Test.

Mit rund 150 Mitarbeitern ist das Mailänder Studio Milestone nicht gerade ein kleiner Fisch. Das Portfolio der Italiener umfasst vor allem Rennspiele - lange waren sie der Entwickler der Rally-Serie WRC, alljährlich kommen Freunde des Motorrad-Rennsports in MotoGP auf ihre Kosten. Nun bringt Milestone mit Gravel ein reines Offroad-Rennspiel auf Basis der Unreal Engine 4.

Auf Buckelpiste und querfeldein

In Gravel schlüpft ihr die Rolle eines neuen Sterns am Offroad-Himmel. Mit einem von 45 Rallyautos, vom Lancia Delta S4 bis zu Trophy Trucks wie dem Ford F-150 Raptor, tretet ihr in vier Rennkategorien an.

In Cross Country jagt ihr so ähnlich wie in den Querfeldein-Rennen von Forza Horizon 3 durch Landschaften in Alaska, Namibia oder den französischen Alpen. In Stadium Circuits fahrt ihr auf kurzen Buckelpisten um den Sieg, hinter Wild Rush stecken spezielle Kurse wie ein Steinbruch in Australien.

Gravel - Trailer ziegt den Karriere-Modus & Renn-Gameplay 1:31 Gravel - Trailer ziegt den Karriere-Modus & Renn-Gameplay

Während die Pisten der genannten Disziplinen der Fantasie des Entwicklers entspringen, fahrt ihr in Speed Cross auf authentisch nachgebildeten Rallycross-Strecken. Das Angebot umfasst neun der 16 Kurse der FIA World Rallycross Championship 2017, darunter Lånkebanen in Norwegen oder der Circuit Trois-Rivières in Kanada. Die gefühlte Vielfalt bleibt trotz der insgesamt 51 Strecken respektive Streckenvarianten überschaubar. Die Unterschiede bei Verlauf und Länge etwa der zehn Layouts in Alaska fallen wegen der sehr ähnlichen Umgebung kaum ins Gewicht.

Gravel bietet aber mehr als nur die vier allgemeinen Rennkategorien. Zu den Disziplinen zählen neben normalen Rundkurs- und Checkpoint-Rennen auch Eliminierungs-Wettbewerbe, bei denen in festen Zeitabständen der Letztplatzierte rausfliegt.

In Smash-Up hingegen müsst ihr auf dem Weg zum Ziel Tafeln mit grünen Pfeilen überfahren, und die mit einem roten X heil lassen. Anders als sonst dürft ihr hier die Rückspulfunktion nicht verwenden, schwer ist die Aufgabe trotzdem nicht.

So ähnlich wie in den Zeitrennen seid ihr zudem ohne Gegner unterwegs. Dummerweise habt ihr bis ins Ziel keinen verlässlichen Indikator, ob ihr gerade gut oder schlecht in der Zeit liegt. In Anbetracht der meist nur drei bis sechs Minuten kurzen Rennen ist das aber nicht dramatisch. Gewinnen müsst ihr in der Karriere aber ohnehin nicht jedes einzelne Event.

In Gravel tretet ihr unter anderem auch auf authentisch nachgebildeten Rallycross-Strecken wie hier Lohèac an.In Gravel tretet ihr unter anderem auch auf authentisch nachgebildeten Rallycross-Strecken wie hier Lohèac an.

Lahme Pflichtkarriere

Die Karriere in Gravel heißt Off-Road-Masters. Karriere ist allerdings nur ein begrenzt zutreffender Begriff. Tatsächlich spult ihr eine Reihe von Einzelevents in einer der vier Kerndisziplinen ab und sammelt Sterne zur Freischaltung der nächsten Eventstufe. Alle paar Stufen wartet dann der Meister einer der Disziplinen, den ihr im Duell schlagen müsst. Ganz am Ende trefft ihr schließlich noch auf den Herrscher aller Klassen.

Milestone bemüht sich durch kurze Einspieler, diesen Begegnungen mehr Dramatik zu verleihen. Der deutsche Sprecher, der auch jedes andere Event mit einem Kommentar einleitet, macht seine Sache sogar besser als seine Pendants in vielen anderen Rennspielen. Spannender wird der Ablauf der grob acht Stunden langen Karriere dadurch allerdings nicht.

Die fünf Meisterfahrer müsst ihr in Duellrennen besiegen. Hier treten wir gegen den »Stadium Circuits«-Champ auf einer matschigen Buckelpiste an.Die fünf Meisterfahrer müsst ihr in Duellrennen besiegen. Hier treten wir gegen den »Stadium Circuits«-Champ auf einer matschigen Buckelpiste an.

Der lineare Spielaufbau schlägt sich auch in anderen Bereichen negativ auf die Motivation durch, denn auch Fahrzeuge schaltet ihr in Gravel in festgelegter Reihenfolge frei. Es ist also nicht möglich, gezielt auf eure Lieblingskarre hinzuspielen. Tuning-Optionen gibt es nicht, später erhaltet ihr lediglich zusätzliche Lackierungen.

Ärgerlich ist, dass Milestone die Off-Road-Masters praktisch zu einer Pflichtübung macht. Ihr dürft zwar auch einzelne Events über das Hauptmenü wählen, verfügbar sind allerdings bloß die Strecken, die ihr bereits in der Karriere gefahren seid. Die Fahrerstufe selbst könnt ihr dort immerhin ebenfalls erhöhen. Die Punkausbeute hängt vor allem vom Rennergebnis ab. Ihr sammelt durch Drifts, Sprünge und ähnliche Aktionen aber zusätzlich sogenannte Show-Points, die den Fortschritt beschleunigen.

Onlinerennen dürft ihr ebenfalls fahren. Zudem wartet wöchentlich eine Herausforderung darauf, von euch bezwungen zu werden. Die sind tatsächlich kniffliger als die meisten Rennen der Karriere.

Beim Smash-Up seid ihr allein auf der Strecke unterwegs, müsst schnell sein und die grünen Tafeln überfahren.Beim Smash-Up seid ihr allein auf der Strecke unterwegs, müsst schnell sein und die grünen Tafeln überfahren.

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