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Lara Croft - Geschichte einer Ikone

Die Ambivalenz der virtuellen Weiblichkeit - Ein Feature von Henry Ernst über das Phänomen Lara Croft.

von Henry Ernst,
01.12.2008 15:17 Uhr

>> Zum Special "Der Kult um Lara Croft in Bildern"

Die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts gelten nicht zu Unrecht als Pionierzeit der heutigen Informationsgesellschaft. Das Internet hatte sich endlich zu einem Massenphänomen entwickelt, Schlagworte wie »Multimedia« waren in aller Munde und die viel gepriesene »New Economy« spuckte Millionäre im Sekundentakt aus. Wie jede andere tiefgreifende Veränderung, sei sie technischer, kultureller oder wirtschaftlicher Natur, hatte auch der Aufbruch in die vernetzte Zukunft seine Symbole und Ikonen. Das Lara Croft, die erste echte Galionsfigur dieser Zeit aus 540 Vielecken besteht, ist in einer Welt die sich selbst auf Einsen und Nullen reduziert nur recht und billig.

Geschlechterübergreifende Faszination

Während Lara Croft von den Einen zur »Heldin einer neuen Generation von Frauen« hochstilisiert wurde, bezeichneten kritischere Stimmen die Archäologin abfällig als »Cyber Bimbo« oder »polygongewordene Männerphantasie«. Das Interessante daran: beide Seiten haben recht! Auf den ersten Blick verkörpert Lara (die als Lara Cruz das Licht der virtuellen Welt erblickte) eine typische Männerphantasie. Eine übersexualisierte, willfährige Traumfrau mit Schmollmund, wogendem Busen und schmaler Taille. Im Gegenzug symbolisiert Lara aber auch den Bruch mit klassischen Videospiel-Heldentypen. Die Grabräuberin eroberte nicht nur ein von männlichen Helden dominiertes Genre, sondern entzieht sich durch Freiheitswillen, Entschlossenheit und Mut den »Heimchen am Herd«-Klischees, die auch in unserer Zeit noch sehr präsent sind. Gerade dieses »sich nicht einfügen« und auflehnen gegen traditionelles Rollendenken macht Lara auch für weibliche Spieler interessant. Immerhin symbolisiert die Aristokratentochter alle Ideale der »Girl Power«-Bewegung ohne dabei den aggressiven Unterton von Comic-Figuren wie »Tank Girl« zu transportieren. Egal ob man dazu neigt, Lara als Sexobjekt zu verteufeln oder sie vor einem feministischen Karren spannen will – die Wahrheit im Auge des Betrachters.

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