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Seite 2: Mirror's Edge

Simple Steuerung

Roter Pfad, Stress mit der Polizei, Gehüpfe – wer auf so viele Dinge achten muss, hat keine Zeit für komplizierte Bedienung. Deshalb beschränkt sich Dice auf zwei Knöpfe: Einer zum Springen und Klettern, einer zum Ducken und Sliden. Ersteren drückt ihr, wenn sich Faith zum Beispiel an Rohren hochziehen soll oder von einer Rampe abspringen muss. Mit dem Duck-Knopf dagegen rutscht ihr unter niedrigen Rohren durch oder federt bei Sprüngen die Landung ab. Wer das versäumt, riskiert Zeit- und Gesundheitsverlust! Halt, eine dritte Taste gibt es doch: Mit der aktiviert ihr die so genannte Reaction Time, mit der Faith für kurze Zeit das Geschehen verlangsamen kann. Praktisch, um etwa einen Absprungpunkt genau zu erwischen oder gegnerischem Feuer auszuweichen. Apropos: Obwohl Faith von schwer bewaffneten Polizisten verfolgt wird, greift sie selber nur selten zur Knarre. Nur wenn sie einen Gegner per Faust und Fußtritt zu Boden schickt, kann sie seine Pistole übernehmen. Allerdings nur, bis die Kugeln alle sind. Diese Munitionsanzeige ist dann auch das einzige HUD-Element von Mirror’s Edge. Das Spiel kommt völlig ohne Gesundheits- oder sonstige Einblendungen aus. Sogar eine Karte ist dank geschickten Levelaufbaus mit deutlich sichtbaren Zielpunkten unnötig.

Schön steril

Die Optik von Mirror’s Edge spiegelt die geschniegelte Utopia-Gesellschaft wieder: alles wirkt wie aus dem Ei gepellt und sauber, Faith spiegelt sich in den Hochhaus-Fassaden. Das wirkt zwar wahnsinnig schick, könnte aber auf Dauer etwas eintönig werden. Noch wollen die Entwickler nicht verraten, ob ihr auch durch heruntergekommene Viertel turnen werdet. Obwohl, da dürfte dann der Trick mit dem roten Weg nicht mehr so gut funktionieren wie in den strahlend weißen Hochhaus-Schluchten.
Technisch macht das Spiel bereits einen sehr guten Eindruck, selbst bei wilden Manövern wie Purzelbäumen oder weiten Sprüngen (alles aus der Ego-Perspektive!) macht die Engine nicht schlapp. Spieler mit empfindlichen Magen sollten aber sicher erst mal probespielen: Durch die Ego-Ansicht ist der Bildschirm ständig in Bewegung, da wird einem leicht mal schlecht.

Unser Fazit: Mit Mirror’s Edge schlägt Dice einen mutigen Weg abseits des Battlefield-Einerleis ein, Lob dafür! Allerdings muss sich erst zeigen, ob der im Kern simple „spring und duck“-Spielablauf über längere Zeit trägt. Da wird’s die Story und vor allem das Missionsdesign richten müssen. Wenn alles klappt, soll Mirror’s Edge noch 2008 erscheinen.

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