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Seite 3: Retro Anime Special: Dragon Quest Teil 3 - Retro-Rückblick auf Drgon Quest V bis VIII

Dragon Quest VII: Eden no Senshi-Tachi

Plattform: PlayStation
JP-Release: 26. August 2000
US-Release: 1. November 2001
EU-Release: nicht erschienen
Auflage: ca. 4,2 Millionen verkaufte Exemplare weltweit

Die Rollenspieler sind es ja gewöhnt, öfters mal ein wenig länger auf bestimmte Titel zu warten. Hin und wieder verschiebt sich ein Spiel aber so oft, dass selbst der entspanntesten Natur beinahe der Geduldsfaden reißt - so auch geschehen bei Dragon Quest VII. Ursprünglich mal für das Nintendo 64 in Arbeit, wechselten die Entwickler aus finanziellen Gründen mitten in der Produktion auf die PlayStation. Mit der neuen Plattform kamen dann die gehobenen Ansprüche - die Grafik sollte nun in 3D statt 2D sein, auf der CD-Rom war jetzt genug Platz für computergeneriete Renderfilme und an der Musik musste natürlich ebenfalls gefeilt werden. Horii nutzte die Gunst der Stunde und beschloss daraufhin, die gewonnene Zeit ins Gamedesign zu stecken und aus Teil 7 das spielerisch beste und umfangreichste Dragon Quest aller Zeiten zu machen.

Nach etlichen Jahren Verspätung konnten sich die Japaner dann im Sommer 2000 schließlich selbst davon überzeugen, ob das Spiel die ganze Warterei überhaupt wert war. Zum Glück hatte Horii nicht zu viel versprochen - Dragon Quest VII war und ist immer noch eines der durchdachtesten Japano-RPGs, die jemals auf den Markt gekommen sind. Anders als bei den letzten Titeln rückt hier nämlich der Plot in den Hintergrund und überlässt dem Gameplay das Feld. Dementsprechend dient die nette Zeitreise-Storyline rein als schmückendes Beiwerk und soll euch nur genug Anreiz bieten, um stundenlang verwinkelte Höhlenkomplexe zu durchforschen und dabei knifflige Rätsel zu lösen. Dabei wurde Dragon Quest VII allerdings dermaßen mit Content vollgestopft, dass ihr auf jeden Fall genug Sitzfleisch mitbringen solltet - in den ersten drei Stunden wird beispielsweise gar nicht gekämpft, das Jobsystem wird erst nach 25 Stunden eingeführt und der Abspann flimmert im Durchschnitt nach satten 120 Stunden über den Bildschirm.

Merkwürdigerweise spielt sich Dragon Quest VII trotz dieses Schneckentempos relativ angenehm und flüssig, weil Horii den Spielablauf clevererweise in viele kleine, verdauliche Storyhappen aufgeteilt hat. Dadurch variiert das Gameplay alle paar Stunden mal und wechselt z.B. kampfintensive Passagen mit Forschungsmissionen ab, dann ist vielleicht ein Subquest an der Reihe, an dessen Ende ein fieser Bossgegner wartet. Auf diese Art kommt nur selten Langeweile auf und das Pacing bleibt bis auf eine Handvoll Längen erstaunlich konsistent. Bis euch dieser Umstand klar wird vergehen allerdings einige Spielstunden, und da liegt leider der Hase im Pfeffer begraben. Die Japaner waren als Dragon Quest-Veteranen natürlich bereit sich auf so ein "Experiment" einzulassen und hatten deshalb auch jede Menge Spaß mit dem Spiel. In Amerika allerdings...

Nachdem Teil 5 und 6 es erst garnicht aus Japan raus geschafft hatten, sahen Enix mit Dragon Quest VII ihre Chance gekommen. In den Zwischenjahren waren die Japano-RPGs dank Final Fantasy VII auch im Westen populär geworden, selbst eher unbekannte Serien wie Breath of Fire oder Wild ARMS mauserten sich im Handumdrehen zum Verkaufsschlager. Da lag es natürlich nahe den Urvater des Genres dem neuen Publikum zu präsentieren und sich auch außerhalb Japans an die Spitze zu setzen, oder etwa nicht? Leider entwickelte sich der US-Release im Winter 2001 zum absoluten Desaster und sorgte im Endeffekt sogar dafür, dass Enix ihre US-Niederlassung dicht machen mussten. Was war passiert?

Im Westen waren damals zwei Dinge wichtig bei japanischen Rollenspielen: eine spektakuläre Präsentation sowie eine spannende Storyline. Mit seiner Fixierung aufs Gameplay hatte Dragon Quest VII da natürlich schlechte Karten, den Todesstoß versetzte allerdings die hundsmiserable Technik. Die hübsche Anime-Optik von Dragon Quest VI wich einem unglaublich hässlichen Mischmasch aus Polygonen und Bitmaps, die Renderfilme sahen lächerlich grob aus und obendrauf gab es noch dilettantisch übersetzte Texte. Verglichen mit den Grafik-Perlen von Squaresoft sah Dragon Quest VII wie ein Relikt aus der Steinzeit aus und blieb deshalb wie Blei in den Regalen liegen. Die Handvoll Leute, die es sich trotzdem gekauft hat schwärmt aber heute noch davon... tja, wirklich Schade.

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