Yu-Gi-Oh! - Von Konami entwickelte KI erkennt alle 9000 Spielkarten

Konami hat eine KI entwickelt, die alle 9000 Yu-Gi-Oh!-Karten erkennen und interpretieren kann. Ist es jetzt Zeit für ein D-d-d-duell?

von Ann-Kathrin Kuhls,
29.08.2018 15:20 Uhr

Können wir Yu-Gi-Oh! bald mit eigenen Karten am Automaten spielen?Können wir Yu-Gi-Oh! bald mit eigenen Karten am Automaten spielen?

Yu-Gi-Oh! ist auch nach dem Ende des Manga immer noch eine sehr erfolgreiche Serie. Zum einen läuft mit Yu-Gi-Oh! VRAINS seit 2017 ein Spin-Off des Original-Anime von 2000, das noch einmal das gesamte Regelwerk des Kartenspiels generalüberholt.

Zum anderen läuft natürlich auch der Verkauf der Karten in der echten Welt weiter. Und bei so viel Quellmaterial dürfte es niemanden wundern, dass mittlerweile 9000 Spielkarten erschienen sind.

Und jetzt stellt euch vor, ihr müsstet für eine Partie Yu-Gi-Oh! alle Karten auswendig kennen, mitsamt Besonderheiten, Wechselwirkungen und spezieller Effekte. Und wenn das schon für euch schwierig ist, stellt euch jetzt noch vor, ihr müsstet alle Informationen in eine Maschine eingeben, damit sie mit euch Karten spielen kann.

KI lernt Karten ganz allein

Spieleentwickler Konami, der in Japan neben Videospielen vor allem auch Videospielautomaten vertreibt, hat sich die Sache etwas einfacher gemacht und die Maschine mittels künstlicher Intelligenz lernen lassen.

Wie hat die K.I. die Karten auswendig gelernt? Das war gar nicht so einfach, wie Konami auf einem Kongress für Computerhersteller bekanntgab. Ein erster Prototyp brauchte 20 Tage, um alle Karten zu lernen, und konnte trotzdem später nur die Hälfte der Karten richtig zuordnen.

Eine spätere Version hat es jedoch geschafft. In nur vier bis fünf Tagen konnte sie sich alle Karten merken und mit einer hundertprozentigen Erfolgsrate bestimmen.

Der Trick dabei: Konami nutzt eine Technik, die der Entwickler "Transluzentes Verbundlernen" nennen. Das bedeutet, dass von jeder Karte halbdurchsichtige (transluzente) CG-Versionen erschaffen werden, die wiederum der Maschine gefüttert werden.

Jetzt sind die Maschinen also in der Lage, die Karten zu erkennen. Das bedeutet, dass wir theoretisch bald mit unserem eigenen, von zu Hause mitgebrachten Deck gegen die Maschinen spielen können. Noch sind die Automaten zwar nicht flexibel genug, wenn es jedoch soweit ist, können wir wahrscheinlich alle einpacken.

Für die Experten auf dem Gebiet des maschinellen Lernens ist das ein großer Fortschritt. Die Zeit, die Maschinen brauchen, um Informationen zu verarbeiten, verkürzt sich ständig, was wiederum die Reaktionszeit und Anpassungsfähigkeit verbessert und das Lernen flüssiger macht.

Kurz gesagt sind wir wieder einen Schritt näher an selbst denkenden Maschinen.


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