Call of Duty 4 / Ethisch fragwürdig?

Dieses Thema im Forum "Meinungen zum Heft" wurde erstellt von Elaine Marley, 10. November 2007.

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  1. falconer Well-Known Member

    falconer
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    Wie jetzt? Kriegsverherrlichung ist gut, weil es sonst weniger realistische Games gebe? Ist ja eine sehr menschenfreundliche Logik...

    "Eh, Krieg ist voll geil und genauso wie in einem Videospiel" wäre nach Deiner Logik der richtige Ansatz für die Hersteller... Echt klasse.
     
  2. derubor_indaril In grief for a brother

    derubor_indaril
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    Ich hab hier jetzt mehrmals etwas von Kriegsverherrlichung und Glofizierung des Militärs gelesen. Da drängt sich mir die Frage auf, habt ihr ein anderes CoD4 gespielt? In dem Game wird doch schonungslos gezeigt, was Krieg ist und wie Menschen im Krieg agieren und reagieren. Mit Kriegsverherrlichung und Glorifizierung des Militärs hat das in meinen Augen schon lange nichts mehr zu tun.
     
  3. Kai Schmidt Well-Known Member Mitarbeiter

    Kai Schmidt
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    Wisst ihr überhaupt, wovon ihr da redet? CoD4 ist vielleicht hart an der Grenze, aber es ist nicht kriegsverherrlichend. Wäre dem nämlich so, hätte es keine Freigabe von der USK bekommen dürfen und hätte auch ohne Indizierung den Status eines indizierten Spiels. Kriegsverherrlichung in Medien ist verboten. Besonders wenn man sich das Ende ansieht, sehe ich auch keine Glorifizierung des Militärs (vor allem des amerikanischen, da man ja eigentlich die meiste Zeit als Brite spielt).
    In diesem Sinne: Feuer frei! :rolleyes:

    Kai
     
  4. gkiene Pro-Racer

    gkiene
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    Wahrscheinlich Leute, die selbst nie beim Militär waren und nun über solche Sachen diskutieren, obwohl sie keine Ahnung von der Materie haben. Genau wie in Österreich, wo ein ehemaliger Zivildiener Verteidigungsminister ist und unsere Soldaten in den Tschad schickt, wirklich toll solche Leute ...
     
  5. Aha. Sorry, aber da machst du es dir zu einfach. Man kann sich sicher darüber streiten, ob in CoD4 Elemente drin sind, die als kriegsverherrlichend zu werten sind, selbst du räumst ja ein, dass es hart an der Grenze (welche Grenze eigentlich? Und wer zieht die?)ist, aber ein sonderlich kritischer Umgang mit der Thematik "Krieg" konnte ich in noch keinem Kriegsspiel erkennen - eben eher das Gegenteil.

    Und, das sei noch nebenbei angemerkt, wenn ich an Filme wie Die rote Flut, Die grünen Teufel, Rambo 3, und Konsorten denke oder an Heftchen wie "Der Landser", dann komme ich jedenfalls sehr ins Grübeln darüber, wie genau man bei Medien hinschaut, wenn es um das Thema "Kriegsverherrlichung" geht.
    Oh lol. Klar, dadurch dass die Engländer dabei sind, wird das Militär kritisch beleuchtet. Natürlich.

    Übrigens, bei der Collectors Edition ist eine DVD dabei, wo Neben Making of und Co auch Specials über die SAS dabei sind mit Titeln wie "Deceptions of D-Day", Retaking the Falclands " & " Desert Storm Scudbusters".

    Das sind dann auch sicher sehr kritische Dokumentationen und keine Werbefilme.

    EDIT:

    Ich kann auch nur nochmals betonen, dass es mir um eine kritischere Auseinandersetzung bei bestimmten Spielen, bzw. Inhalten geht, und es natürlich jedem freisteht, den Inhalt so oder so wahrzunehmen.
    Das habt ihr ja schon bei Titeln wie MH gemacht, von daher kann ich es nicht verstehen, dass ihr jetzt euch so vehement darauf versteift, dass man das nicht bei Spielen machen soll, weil man den Leser nicht bevormunden möchte, bzw. dass das ja nur ein harmloses Spiel sei.

    Und anscheinend an einer Diskussion über dieses Thema nicht interessiert seid, wobei das Thema an sich doch eigentlich hochspannend ist und sicher die nächsten Jahre noch geführt wird. Und damit meine ich jetzt nicht nur die leidige Diskussion um Gewalt, sondern eben auch darum, inwieweit auch das Medium Spiel missbraucht wird, beispielsweise um politische und inhaltliche Botschaften zu transportieren. Ich finde es jedenfalls sehr befremdlich, wenn die Bundeswehr einen Stand auf der GC hat, die US Armee einen Shooter zum freien DL anbietet oder die Hisbollah ein Spiel für ihre Zielgruppe hat. Und ich bin halt auch der Meinung, dass es bei CoD4 halt Szenen gibt, die einen ziemlich bitteren Nachgeschmack hinterlassen und bei denen man sich fragen kann, ob das in einem Videospiel jetzt sein muss. Ich spiele jedenfalls 100x lieber den Multiplayer, der eher an ein Räuber und Gendarm erinnert, als eine Mission, die quasi von Fernsehaufnahmen kaum zu unterscheiden sind.

    Vielleicht sehe ich das auch zu kritisch, aber dann kann man darüber doch diskutieren, sonst werden es irgendwann andere übernehmen, die sowieso liebend gerne das Bild vom unkritischen Videospieler propagieren, die sich zur Unterhaltung auch noch den letzten Mist reinziehen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Januar 2008
  6. Rick Tamarov Well-Known Member

    Rick Tamarov
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    Ich finde das Problem in CoD4 ist nicht unbedingt die Kriegsverherrlichung, sondern eher wie wieder einseitige Feindbilder geschaffen werden und die Amis (und die Briten) als die tollen Weltenretter präsentiert werden.

    Das Feindbild des terroristischen Moslem ist ja momentan gerade schwer en vogue, das geht schon so weit daß vermutlich gar nicht mal so wenige Leute gleich mal alle Muslime unter Generalverdacht stellen Terroristen zu sein. In den 70ern und den 80ern waren es die Russen, heute sind es eben die Muslime. (Obschon in CoD4 sogar die Russen als Feindbild wiederbelebt werden, vielleicht für die älteren unter uns?) Das zieht sich inzwischen so einheitlich durch die in Amerika produzierten Medien daß es schwerfällt da nicht auch eine Rechtfertigungskampagne für die Bush-Regierung zu sehen.

    Gleichzeitig werden die Amerikaner (die auch weiß Gott genug auf dem Kerbholz haben) als die weltenrettenden Lichtgestalten hingestellt die völlig straffrei ihre Gegner einfach hinrichten dürfen und ziville Ortschaften bombardieren dürfen solange sie nur nicht die Kirche in die Luft sprengen.

    Aber alles kein Problem, ist ja nur ein Spiel und Kai findet´s gut.

    Ich persönlich finde das zum Kotzen wenn ständig stereotype Feindbilder bemüht werden um einen zweifelhaften Kreuzzug zu rechtfertigen und so dafür gesorgt wird daß man anderen Kulturen (in diesem Fall den Muslimen) im Zweifelsfall schon mit einem medial heraufbeschworenen Grundmißtrauen gegenübertritt anstatt einfach mit einer positiven und offenen Einstellung gegenüber Andersdenkenden. Und am Ende wird hier noch behauptet daß so etwas auf die einfach gestrickten jungen Männer aus einfachen Verhältnissen die in so ein Land in den Krieg geschickt werden keinen Einfluß hat? Klar, alles nur ein Spiel.
     
  7. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Ist natürlich nur bei Spielen so, in Comics, Filmen und Büchern sind die Feindbilder ja überhaupt nicht stereotyp. :joh: Es gibt fast dauernd den Bösen, der aber auch wirklich NUR böse ist, und es gibt den Guten, der auch wirklich durch und durch gut ist - Ausnahmen dieser Regel gibt es zwar, gibt es aber auch in der Spielewelt. Mediale Unterhaltung versucht eben, die Wirklichkeit so einfach wie möglich wiederzugeben - da steckt sie generell irgendwie meistens noch immer in den Kinderschuhen.

    Und, ich sagte es schonmal im Thread zu "Rassismus in Resident Evil 5": Wenn ich ein Spiel spiele, dann ist das mein Feind. Nicht ein Afrikaner, Moslem, ein Russe oder ein Deutscher, sondern schlicht und ergreifend mein Gegner. Wer da differenziert zwischen Rassen, sollte sich eventuell fragen, ob es nicht sein eigener Rassismus ist, der ihn so denken lässt in diesen Einteilungen. Baller du mal weiter auf stereotype Moslems, ich begnüge mich derweil damit, Gegner auszuschalten.

    Denn genau das ist so ein weiterer Punkt: Hier wird immer davon gesprochen, das Spiele immer komplexere Inhalte kriegen und dementsprechend moralisch sich hinterfragen lassen müssen. Abgesehen von der Frage, wer die moralische Instanz ist, sollte man sich eventuell auch fragen, ob das nicht ein Trugschluß ist. Ich meine, ich sehe zwischen einem "Pac Man" und einem "Call of Duty 4" keinen Unterschied in der Ausgangsbasis: Du wirst vor ein Problem gestellt und musst, mit den Möglichkeiten des Spieles, dieses lösen. So funktioniert nahezu jedes Spiel - eine wirkliche Evolution der Inhalte? Fehlanzeige.

    Sicherlich ist der transportierte Inhalt hinterfragenswert - das kann imo aber nur jeder für sich selbst, es sei denn, wir schaffen eine staatlich verordnete Basis-Moral, die jeder zu haben hat. Und da ist es, auch wieder imo, nicht die Aufgabe eines Redakteurs, im Rahmen eines Testes drüber zu richten - dazu kann man eher ein Special machen (ich erinnere hier an das sehr gute Special zu "Modernen Horrorfilmen" in einer älteren Cinema), in dem ohne die moralische Keule zu schwingen (und das ist eine Kunst, die nur wenige beherrschen) auf solche Inhalte und die transportierte Botschaft eingegangen wird.
     
  8. gkiene Pro-Racer

    gkiene
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    @Rick Tamarov

    Ist doch logisch, dass der Westen "die Guten" oder zumindest die spielbare Partei stellt. Das Spiel ist im Westen für den Westen produziert worden. Oder würdest du ein Spiel spielen, in dem du einen Moslem spielst und auf Deutsche schießen musst?

    Ist ja schon pervers, dass wir in WW2 Spielen auf unsere eigenen "Vorfahren" schießen, wobei hier aber im Vordergrund steht, dass wir ohne die Alliierten immer noch unter Nazi-Regime stehen würden und somit sich das bei uns auch verkauft.

    Aber wenn ich in einem Spiel auf Landsleute schießen muss, dann kaufe ich das Spiel bestimmt nicht!

    Und deshalb sind ganz klar immer die Amis und die Briten auf der Spielerseite.
     
  9. Ohne da jetzt groß abschweifen zu wollen, aber ob da jetzt einer Zivildiener war oder nicht, hat mit dieser Aktion gar nichts zu tun. Hier geht es darum, die Völkergemeinschaft (UNO) zu unterstützen.

    Zudem wird nicht einmal ein Soldat gezwungen in den Tschad zu reisen. Hier gibt es nur Freiwilligen-Meldungen und davon gibt es genug, da man bei solchen Einsätzen nicht wenig verdient.

    Und überhaupt: Wenn sich schon jemand für das Leben als Berufs-Soldat entscheidet, dann wird es wohl kein Problem sein dürfen, wenn ich den auch mal in einen Einsatz schicke.
     
  10. Wo ist denn da bitte der Unterschied bei einem Videospiel ob ich auf virtuelle Araber oder virtuelle Österreicher ballere?
     
  11. Kai Schmidt Well-Known Member Mitarbeiter

    Kai Schmidt
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    Wow, mir ist ganz schwindlig ... hier dreht sich ja alles im Kreis!
     
  12. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Ah, wo liegt denn der Unterschied? "Es sind Landsleute, also knall ich sie nicht ab - aber Leuten aus anderen Ländern pumpe ich das Blei durch den Körper." - wie war das mit dem versteckten Rassismus? Ich hab da eigentlich nie gross differenziert, wer mein Gegner in einem Spiel ist. Wenn es gegen Deutsche geht - geht es eben gegen Deutsche. Geht es (z.B. in San Andreas) gegen Schwarze, dann bitte... und wenn in meinem Spiel die Feinde von Knut, dem Eisbär, repräsentiert wären würde ich auch den abknallen! Es sind Spiele, und es braucht nunmal Gegner - genauso, wie der Held in Sagen, Büchern und Filmen seinen Gegenspieler hat. Das ist der, den die jeweilige Storyline vorgibt. Warum sollte ich da differenzieren zwischen Landsleuten und Nicht-Landsleuten? Warum differenzieren zwischen schwarz und weiss? Laut Geschichte des Spieles (und die ist fiktiv) ist derjenige nun eben mein Gegner, ob der aus der Hölle, dem Irak oder dem eigenen Land kommt ist mir dabei egal. Das sind fiktive Zuordnungen zu einer der Konfliktparteien, nicht mehr nicht weniger.

    So, jetzt drescht auf den bösen Shooter-Phan ein... :p

    @Kai
    Und das nicht erst seit gestern... :D
     
  13. gkiene Pro-Racer

    gkiene
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    Es geht hier nicht um Rassismus PhanZero, aber wenn ich Landsleute abknalle, kann das mein Bruder, mein Vater, mein bester Freund, mein Nachbar oder was weiß ich wer sein.

    Wenn ich irgendeinen Feind abknalle, kann das jemand sein, gegen den ich mein Land verteidige, den ich nicht kenne, und ich das nur mache, um selbst zu überleben.

    Ich hab schon bei WW2 Spielen oft am liebsten die Waffen niederlegen wollen, wenn ich die Gegner auf Deutsch sprechen höre, während meine Englisch sprechen, das ist imo Landesverrat und zerstört für mich die Atmo, denn ich würd in Echt zwar mein Land verteidigen, aber ich würd mich lieber ins Gefängnis werfen lassen, bevor ich bei einer Bürgerkrieg Aktion oder Überlauf Aktion mitmache.

    Deshalb würde ich nie ein Spiel spielen, in dem ich auf Landsleute schießen muss. Darum gibt es nämlich verschiedene Länder, da Kulturen verschieden sind. Diese sollen sich untereinander verstehn und friedlich miteinander kooperieren, aber wenns ums nackte überleben geht, dann ist es doch nur logisch, wenn man seinem Volk zuerst hilft. Oder was würdest du sagen, wenn du am Verhungern bist, und dein Nachbar geht zB nach USA um dort den hungernden zu helfen, während du als sein Nachbar verreckst?

    So ist hier meine Denkweise. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2008
  14. In der deutschen Version reden alle Soldaten deutsch. Kannst du dann also keinen mehr töten?
     
  15. gkiene Pro-Racer

    gkiene
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    :rolleyes:

    Man wird doch wohl noch fähig sein, den Unterschied zwischen Lokalisierung oder Originalfassung mit allen Sprachen machen können? Wenn im Fernsehen der Deutsch redet und das Setting spielt in New York, dann ist das deswegen für mich auch kein Deutscher.

    Nur, WW2 Spiele, wenn ich sie überhaupt spiele, spiel ich als Österreicher in der Originalfassung, da die deutsche Fassung so beschnitten ist, dass ich die nie kaufen würde.
     
  16. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Komische Denkweise. Mag aber wohl nur meine Sicht sein, da ich einen Gegner als Gegner betrachte, und nicht als einen Landsmann oder eben nicht Landsmann. Für mich ist die Storyline eines Spieles oder auch eines Filmes nicht mit meiner Person verknüpft. Heisst: Bin ich in nem Spiel als Ami unterwegs, der Nazis abknallt - dann ist es eben so. Und bin ich als Duke unterwegs, der Alien-Pigs abknallt - dann ist es eben so. In dem Moment zählt die Beziehung der Charaktere im Rahmen der (mal mehr, mal weniger) fiktiven Handlung, nicht die reale. Verstehst, was ich meine? Ich sehe Spielgegner als eben das: Gegner, die zwischen mir und dem Vorankommen im Spiel stehen. Das ist für mich völlig frei von Ideologien oder persönlichen Empfindungen. Und daher die Aussage "Es ist nur ein Spiel.". Wenn ich also in nem WW2-Shooter (wobei mir gerade auffällt dass ich nie richtig einen gespielt habe *hust*) auf die Jagd nach Deutschen geschickt werden würde - dann sind es die im Rahmen der Geschichte vorgegebenen Gegner dieser Person, das hat mit meiner Person (auch wenn man jetzt dem Trugschluß erliegen könnte, dass ich durch meinen Tastendruck selbst zu dieser Person würde) oder Personen, die ich kenne, nicht viel zu tun. Eigentlich - garnichts.

    In diesem Moment handelt die Figur, im Rahmen der Möglichkeiten des Spieles und im Rahmen der Hintergrundgeschichte. Nicht ich! Denkst du umgekehrt (ich handel), dann ist der Schritt zu "ich handel im Spiel so, also kann ich das auch in der Realität" und zu entsprechenden Allmachtsphantastereien wirklich nur ein kleiner. So sollte man ein Spiel (und auch Filme) nicht sehen. im Film ist ohnehin alles bereits vorgegeben, und bei Spielen bleibt dir, aufgrund der Möglichkeiten des Spieles, kaum eine andere Möglichkeit als die vorgegebenen (Abknallen, Umschleichen, ...). Du bist also ohnehin limitierter als du es bei eigener Entscheidungsmöglichkeit bist. Bestes Beispiel: "Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty". Wie oft wird da zu Raiden gesagt: "Ach, du denkst es ist so-und-so, nun... du irrst dich.". Im realen Leben wäre meine Reaktion darauf: "Pass auf, wir setzen uns jetzt hier hin, du erzählst mir, was genau hier läuft und dann erledigen wir das." - nein, im Rahmen des Spieles ist das nicht möglich. Weil es die Entscheidungen des Protagonisten sind, nicht meine eigenen! Du bist also generell IMMER limitiert in der Entscheidung, somit kann ein Vergleich zwischen Spiel und Realität immer nur hinken und wird niemals das Tanzen lernen.
     
  17. gkiene Pro-Racer

    gkiene
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    Ich versteh schon, was du meinst, PhanZero, nur bei mir ist das eben so, wenn ich spiele, dann versetz ich mich auch gerne in die Person rein, die ich spiele. Und in meinem Kopf ist fest verankert, dass ich Österreicher bin, deshalb würde ich nie, und sei es auch nur in einem Spiel, auf Österreicher schießen, da ich, wenn ich mich noch so sehr in die Rolle eines Amis versetze, nicht dazu überreden lassen kann, meine wirklichen Landsleute, und sei es nur im Spiel, abzuknallen, vllt auch, weil ich Patriot bin.

    Sobald so etwas in einem Spiel passiert, in dem ich eigentlich den Guten spiele, dann kann ich das Spiel nicht mehr mit Spaß spielen, da ich durchgehend ein schlechtes Gewissen habe, da meine Interessen in Konflikt geraten, nämlich den guten im Videospiel zu spielen und mit ihm dort, obwohl ich gut bin, meine Landsleute aus meinem wirklichen Leben, abzuballern.

    Wenn ich von Haus aus einen üblen Menschen in einer solchen Story spiele, wie zB Hitman, dann ist mir das wieder egal, weil dann spiele ich einen Verbrecher und somit ist wieder alles im Rahmen.

    Vielleicht versetze ich mich da einfach zu sehr in das Spiel rein, was jedoch imo nix damit zu tun hat, ob man jetzt einen Realitätsverlust erleidet oder nicht. Ich mach das schon seit frühester Kindheit und hatte noch nie den Drang, in Wirklichkeit auch nur irgendetwas von einem Spiel umzusetzen. Es ist einfach eine virtuelle Welt, in die ich abtauche, und in denen ich auch meine eigenen Regeln habe, dH, wenn ich nen guten Spiele, dann verhalte ich mich auch so, wenn ich nen bösen Spiele, dann spiele ich auch den abgrundtief böse etc. ;)
     
  18. Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Januar 2008
  19. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Eben genau darum geht es - man spielt das, was vorgegeben ist. Und ob mein Feind in dem vorgegebenem Muster nun als Landsmann klassifiziert werden kann oder nicht, ist dabei doch unerheblich. Denn: Die Entscheidung, auf wen du schiesst, ist ja meistens bereits im Vorfeld gefallen und festgelegt worden (einige Spiele, die dir ein wenig Handlungsspielraum vorgaukeln (wirkliche Handlungsfreiheit hast du noch in keinem Game gehabt!), mal aussen vor gelassen) - du gehörst zu Partei X, die ist innerhalb der Storyline mit Partei Y verfeindet und macht diese damit zu deinen Gegnern, bzw die des Protagonisten, in dessen Rolle du schlüpfst.

    Mit meinen realen Einstellungen, Motiven und Denkweisen hat das dann einfach nichts mehr zu tun, weil ich mich auf das Spiel mit SEINEN Regeln und SEINEN Werten einlasse, losgelöst von meinen eigenen Prinzipien. Sicher gibt es auch da Grenzen (bevor irgendwer wieder das wahnsinnig glaubhafte Modell eines "Kinder-Vergewaltigungs-Simulators" hervorkramt :rolleyes:), aber das ist schon wieder ein anderes Thema.
     

  20. Ähm, kennst du ein Spiel mit dem Namen "Battle Raper" aus Japan? Aber ich weiß, ist alles nur ein harmloses Spiel...
     
  21. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Wenn du lesen würdest/könntest, habe ich klar gesagt, dass es Grenzen gibt (wozu entsprechender Krams nunmal gehört), das aber ein anderes Thema ist, da es hier im Kern um bei uns normal erhältliche Spiele gehen sollte. Sonst müsstest du auch noch den Krams, den sich irgendwelche Glatzen, die mal nen Basic- oder C++-Grundkurs besucht haben und sich nen KZ-Simulator zusammenschustern, auch noch mit in das Gedankenspielchen bringen.
     

  22. Das Spiel ist in Japan frei erhältlich, bzw. ganz legal in jedem Shop zu bekommen. Und bitte, in Zeiten von Importhändlern ist das theoretisch bei uns auch ohne Probleme zu bekommen.

    Das dahinter nicht gerade Schüler stecken, die mal eben einen C+++ Grundkurs besucht haben, würdest du spätestens dann merken, wenn du dir das Spiel mal genauer anschauen würdest, dafür ist es definitiv zu gut gemacht. Auch wirst du zu den von dir genannten Titeln keinen Eintrag bei Gamefaqs finden, zu BR eben schon.
    Und es scheint sich für die Macher zu lohnen, 2 Teile gibt es schon, der Dritte ist in Planung.

    Sicher gibt es sowas nicht "regulär" bei uns und auch ein absolutes Extrembeispiel, keine Frage , aber an anderer Stelle wurde ja auch gerne darauf verwiesen, dass die Vorstellung einer Vergewaltigungs-Sim wenig glaubhaft wäre, bzw. dass es für sowas keinen Markt geben würde und wenn ich mir die Kommentare zu dem Spiel in so manchem Blog anschaue, gäbe es auch einen Markt bei uns, bzw. fallen da auch Argumente wie "Ist doch nur ein harmloses Spiel".

    Und das bringt einen wiederum zu dem Punkt, dass man sich auch als Gamer damit auseinandersetzen und darüber diskutieren sollte, was in einem Spiel moralisch & ethisch vertretbar ist, und welche Werte & Normen mit diesen vermittelt werden.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Januar 2008
  23. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Richtig. Das steht auch völlig ausser Frage. Aber man muss sich dann auch fragen - wer legt fest, was vertretbar ist und was nicht? Letzten Endes kann jeder diese Entscheidung nunmal nur für sich selbst treffen, das kann dir kein Spielemagazin der Welt abnehmen. Und, soviel Verstand traue ich uns Gamern da zu: Wenn etwas gegen die eigenen moralischen und ethischen Werte oder Prinzipien geht, wird er es nicht zocken. Wenn gkiene ein Problem damit hat, in einem Spiel Landsmänner abzuknallen, dann meidet er solche Spiele - ein Spieler (damit Käufer) weniger.

    Meine Grenzen sind nicht deine, und ich weigere mich, deine Grenzen als meine anzuerkennen. Punkt. Wenn man jedoch darauf pocht, dass man etwas kriegsverherrlichend zu finden hat, dann ist das der Versuch, die eigenen moralischen Werte anderen aufzuzwingen. Ich sehe bei "Call of Duty 4" keine Grenze überschritten in der Dimension eines Rape Simulators.
     
  24. LÄCHERLICH was einige dort äußern, übrigens was hatten die DEUTSCHEN überhaupt in Frankreich,Afrika und Russland zu suchen diese Idioten.
    Tja wer auf solche Ideologien reinfällt hats halt nicht besser verdient.
    Ich schieße mit Freuden auf die Gegner in Call of Duty 2 und 3.
     
  25. Rick Tamarov Well-Known Member

    Rick Tamarov
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    Völlig richtig, die stereotypen Feindbilder werden nicht nur in Spielen bemüht. Umso auffälliger wie gerne man sich momentan in ziemlich vielen Medien des Bildes des Gewaltbereiten, terroristischen Moslems bedient der natürlich die blitzsauberen Werte der westlichen Welt gefährdet. Zufall? Meist wird das in Amerika produziert (ein MGS geht mit dem Thema "Krieg" und "Feindbilder" z.B. wesentlich diferenzierter um) wieder Zufall?

    Und ja, ich behaupte das kann einen negativen Einfluß auf die Konsumenten haben. Vielleicht nicht auf Dich oder auf mich, aber auf John Brown, den armen kleinen G.I. aus einfachen Verhältnissen vielleicht schon. Und ich fühle mich ehrlich gesagt nicht wohl bei dem Gedanken mit welcher "Gedankenwäsche" diese tausende John Browns da bewaffnete in ein Kriegsgebiet geschickt werden oder auf Patroullie durch zivile Wohngebiete.
     
  26. falconer Well-Known Member

    falconer
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    Aber Phanzero, anhand dieser Diskussionswendung erkennst Du doch hoffentlich, welche Emotionen Spiele heutzutage auslösen können. Ich finde zwar die Argumente von gkiene, nun ja wie soll ich sagen, nicht besonders tiefgründig, im Endeffekt teile ich aber seine Einstellung. Realistische Kriegsshooter lehne ich sowieso generell ab, aber auf Deutsche zu schießen, kommt für mich auch virtuell überhaupt nicht in Frage. Da kann man drüber lachen, aber jeder hat halt seine persönlichen Normen. Das ist ja gerade das spannende an dem Thema, wie unterschiedlich Games auf die Spieler wirken. Ein Spiel ist mehr, als „hirnlose“ Beschäftigung. Und darüber will ich in einem Magazin lesen. Nicht mit der Moralkeule, sondern was lösen Games beim Spieler aus? Dass das rein subjektiv ist, ist ja klar. Ein Spiel kann nicht objektiv bewertet werden. Es ist kein Fernseher oder eine Waschmaschine. Es ist Kunst. Wir sollten in dieser Diskussion jetzt langsam mal aufhören, uns unsere eigenen Ansichten immer wieder um die Ohren zu hauen. Es gibt hier keine objektive Wahrheit. Mein Ziel war es hier klar zu stellen, dass ich mir von der GamePro mehr wünsche, als rein formale Test-Berichterstattung. Das ist langweilig und trocken. Das Magazin beschäftigt sich aber mit Games. Und die sind spannend und können Emotionen wecken. Und darüber will ich ein Bild kriegen und würde auch gern wissen, ob in einer Redaktion kontrovers diskutiert wird. So wie das hier der Fall ist. Wenn mir das ein Fachmagazin nicht bietet, dann kann ich auch auf diverse Programmzeitschriften zurück greifen, die inzwischen auch in eigenen Rubriken Games bewerten.
     
  27. Wenn ich schon nur einem helfen kann, dann würde ich dem helfen, den ich lieber mag. Das hat allerdings nichts mit seinem Wohnort zu tun.
     
  28. Das ist mir ehrlich gesagt ziemlich wurscht. Wenn einer so blöd ist, dass er sich von einem Rambo-Film oder einem CoD-Spiele dazu "überreden" lässt, sich freiwillig bei der Army zu melden, dann hat er IMHO nichts Besseres verdient.

    Jeder ist seines eigenen Gückes Schmied. Zudem ist es mir lieber, dass den Menschen erlaubt wird eigene Fehler zu machen, als das ihnen quasi vorgelegt wird, was sie machen sollen.

    Übrigens würde ich auch keine Vergewaltigungs-Simulation verbieten. Diese müsste die Gesellschaft selbst ächten. Ein Verbot würde allerdings rein gar nichts bewirken.
     
  29. Ich gebe Early Recht.
    Spiel/Film ist für mich Spiel/Film und Realität ist Realität. (Und die ist eh viel härter)
    Alles Geschmacksache und wenn es einem zu heftig ist, dann soll man es halt nicht spielen, und dann nicht hier rummotzen, ist genau so mit TV Gewalt in Cartoons, der eine amüsiert sich darüber und andere schalten weg;)
    Ich glaub nicht das ich als Erwachsener Mitleid mit einer blöden programmierten Videospielfigur empfinden muss, so weit kommt es noch:rolleyes:
    Ist doch ganz normal das einige Jungs auf Waffen, starke Typen und Geballer abfahren....ist das verboten :confused:
    Glaub nicht.
     
  30. gkiene Pro-Racer

    gkiene
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    Falls du es immer noch nicht begriffen hast, die Deutschen, die im WW2 an vorderster Front standen, das sind zu über 90 % keine Leute gewesen, die den Krieg wollten oder selbst Nazis waren. Das waren größtenteils Leute wie wir, die dazu gezwungen wurden und es natürlich auch aus Angst davor, in ein KZ geworfen zu werden oder gleich erschossen zu werden, auch getan haben.

    Natürlich gab es auch die Deppen, die aus heroischen Gründen in den Krieg gezogen sind, das war aber eine kleine, idiotische Minderheit.

    Aber dich könnt ich wirklich für diese Aussage in der Luft zerreißen, weil es einfach zeigt, wie wenig Ahnung du von der Geschichte hast und gleich drauflos schreißt, welche Deppen unsere Vorfahren waren. Klar haben viele Fehler gemacht, das waren aber großteils die Machthungrigen. Die, die dann im Endeffekt draufzahlen mussten, mit ihrem Leben bezahlen mussten, das waren fast zur Gänze unschuldige Leute.

    Und das genaue Gegenteil von Leuten wie dir kann ich auch nicht ausstehen, nämlich Leute, die meinen, unser ganzes Volk ist zur ewigen Schuldigkeit verdammt und muss jetzt auf Ewigkeiten den Nachkommen der Kriegsopfer und deren Nachkommen und wieder deren Nachkommen Geld bezahlen zur Wiedergutmachung.

    Wiedergutmachungszahlungen sind gut, aber nur bei den direkten Opfern und nicht bei der Xten Generation der Nachfahren, die sich damit nur bereichern und selbst nie Kriegsopfer in irgendeiner Weise waren, sondern normal aufgewachsen sind wie du und ich.

    Aber lassen wir das, ich schweife ab.

    Ich helfe zuerst meinen Landsmännern, bevor ich gänzlich fremden helfe, denn mit meinem Landsmann verbindet mich die Nationalität, dH mir könnte es genau so gehn wie ihm, da ich im gleichen Land wohne, deshalb helfe ich ihm.

    Dem, der wo anders wohnt und mit dem mich rein gar nichts verbindet, dem helfe ich, wenn ich meinen Landsleuten geholfen habe.

    Natürlich würd ich aber auch zuerst dem Ami helfen, wenn ich den kenne und mag, und meinen Nachbarn nicht, aber sowas ist doch recht unwahrscheinlich und auf solche Ausnahmen war mein Beispiel nicht aus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2008
  31. Rick Tamarov Well-Known Member

    Rick Tamarov
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    Beiträge:
    4.068
    Wie üblich mal wieder nix kapiert.

    John Brown bekommt jahrelang als Kind in Filmen, Comics und Videospielen vorgegaukelt daß alle Muslime potentielle Terroristen sind, also zumindest mal mit Argwohn und Mißtrauen betrachtet werden müssen (oder am besten gleich alles Ablehnen was nicht dem "American Way of Life" entspricht) anstatt wie es sicher besser wäre einer anderen Kultur mit Offenheit und Neugier zu begegnen.
    Weil John Brown ein bißchen blöd ist, seine Familie kein Geld und er keine Verbindungen hat bleibt ihm nur die Arbeitslosigkeit oder die Army. Er wählt die Army weil er das für immer noch besser hält als die Arbeitslosigkeit die in USA auch wesentlich bitterer ist als hier.
    Bewaffnet mit einem Sturmgewehr, scharfer Munition und dem wie oben beschriebenen, fragwürdigen aber gründlich eingeimpften Gedankengut ,und in dem sicheren Glauben daß jeder Mensch mit Turban und Vollbart ein Terrorist ist, wird er dann zur Aufklärung in ein zivilles Wohngebiet geschickt.

    Und genau dieses konstruierte Szenario ist für tausende John Browns oder wie auch immer sie heißen mögen tägliche Realität.

    Also mir tun da die Iraker leid die den Krieg wahrscheinlich noch wesentlich beschissener finden als wir und vermutlich nur in Frieden leben wollen und denen man bewaffnete und Gehirnmanipulierte Halbwüchsige auf den Hals schickt nur weil ihr Ex-Diktator - der seinerzeit von den USA eingesetzt und bewaffnet worden ist -durchgeknallt ist und sie dummerweise auch noch auf einem großen Ölfaß sitzen daß die Amis leider so dringend brauchen damit ihr "American way of Life" noch eine Weile weiter auf Kosten anderer Völker gelebt werden kann.

    Und damit das alles so schön reibungslos klappt werden die armen John Browns die das - spätestens wenn sie in der Wüste hocken - auch nicht mehr so toll finden, schon von klein auf mit Videospielen, Comics und Filmen auf das Feindbild eingeschworen.

    Aber klar, CoD4 ist NUR ein Spiel und alles ja völlig harmlos. Mit eurer guten Abitursbildung könnt ihr ja Spiel und Realität gut unterscheiden. Schade daß das Abi nicht auch für ein bißchen Intelligenz und eigenständiges Weiterdenken gereicht hat.
    Deshalb tut man dieses unbequeme Weiterdenken auch lieber als die unnötige Moralkeule ab.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2008
  32. Ja.
    Wenn ich das so sehr beschäftigt, schreib doch ein Buch über die heutigen Menschen denen es egal ist, die das Spiel einfach als Unterhaltung ansehen und du nicht.
    Aber bitte auf englisch damit es die blöden gewaltgeilen Idioten an Amerikanern auch mal verstehen:rolleyes:
     


  33. Ist zwar jetzt sehr OT, aber das solltest du mal lesen, bevor du hier Leuten mangelnde Geschichtskenntnisse unterstellst:


    http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/1305/_alle_haben_es_gewollt.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_d...ht.C3.BCbernahme_und_Aufhebung_der_Demokratie

    Dem gesundem Menschenverstand sollte es eigentlich einleuchten, dass die Nazis nie an die Macht gekommen wären, wenn sie nicht ein wenig mehr als deine 10% Zuspruch in der Bevölkerung gehabt hätten.

    Und zur Wehmacht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmacht#Die_Wehrmacht_im_Dritten_Reich

    http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen_der_Wehrmacht

    Und ja, ich weiß, dass sehr viele Soldaten zwangsverpflichtet wurden, bzw. es eine allgemeine Wehrpflicht gab, aber Hitler wird sicher nicht mit Tausenden von 17 Jährigen Flakhelfern bis fast nach Moskau marschiert sein, und Unteroffiziere, Offiziere und Co. wird es wohl auch gegeben haben.

    Nebenbei, der Erlass, dass sich ausnahmslos alle Männer zwischen 16-60 zur Wehrmacht oder Volkssturm melden müssten, der kam erst 1944.

    Also, meine Empfehlung wäre, vielleicht doch mal wieder selbst das Geschichtsbuch aufzuschlagen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Januar 2008
  34. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    im Dunklen verborgen
    Natü~rlich. Und weil jemand mit diesen Inhalten kein Problem hat, denkt er nicht weiter und hat auch kein bißchen Intelligenz. :rolleyes:

    Genau das meine ich mit "Anderen die eigene Moral aufzwingen". Man MUSS dieser Meinung sein - ist man es nicht, ist man ja sowieso ungebildet oder nicht intelligent oder nicht in der Lage, weiterzudenken. DAS ist wahres Totschlagen einer Diskussion - indem man der Gegenseite bei jeder passenden oder unpassenden (und meist trifft eher zweiteres zu) mangelnde Kompetenz, Intelligenz, Kenntnis der Sachlage oder Schwanzlänge unterstellt. Du weisst wirklich, wie man diskutiert... :uff:
     
  35. derubor_indaril In grief for a brother

    derubor_indaril
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    in den Tiefen meines kranken Hirns
    @Sam Hain
    Hast du schon mal mit Menschen geredet, die den 2. Weltkrieg miterlebt haben, die wissen, was die Nazis Männern angedroht haben, die sich nicht zur Wehrmacht gemeldet haben?
    Der Vater meines Opas wurde von einem SS-Offizier erschossen, weil er sich geweigert hatte, mit der Waffe in der Hand an die russische Front zu gehen. Das war vor 1944, nämlich so ziemlich zu Beginn des Russlandfeldzuges. So wie meinem Ur-Großvater ging es in der Stadt, aus der mein Opa kommt, vielen Männern. Soviel zum Thema deines ersten Links.
    Die von gkiene angegeben 90% sind durchaus wahrscheinlich. Fakt ist, dass die Nazis viele Soldaten zwangsrekrutiert haben, auch aus besetzten Gebieten.
     

  36. Das finde ich jetzt auch überzogen, aber in einem Punkt hat er Recht; es ist halt ein Unterschied, ob du solche Spiele mit entsprechender Schulbildung, entsprechendem Alter und genügend Medienkompetenz konsumierst, oder ob du in einem Land aufwächst, in dem in den Medien schon sehr bewusst ein bestimmtes Feindbild propagiert wird, bzw. du vielleicht nicht so sehr Zugang zu unabhängigen Medien hast und wo es zudem noch eine Armee gibt, die händeringend Nachschub braucht und sich nicht scheut, Schüler quasi noch während der Schulzeit abzuwerben.

    @derubor_indaril:

    Mein Urgroßvater mütterlicherseits war unter Hitler 33 erst Gefangener in Leonberg, da er ein führendes Mitglied der SPD war, und ist 40, nachdem er sich geweigert hat, im Angriffskrieg von Hitler teilzunehmen, nach Dachau gekommen und ist dort ums Leben gekommen. Du kannst dir also versichert sein, dass alleine aus diesem Grund das Thema Nationalsozialismus in unserer Familie immer sehr präsent war.
    Und meine Urgroßmutter hat uns, bzw. meiner Oma und meiner Mutter durchaus ausführlich geschildert, wie es war, dass sie nahezu von der gesamten Stadt geschnitten wurde oder wie es war, als die Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirche meiner Uroma eröffnet hatten, dass sie, bzw. ihr Mann selbst schuld sei und es die Pflicht eines jeden Deutschen wäre, für den Führer und das Vaterland zu kämpfen.

    Sicher waren nicht alle Deutschen Nazis, und sicher gab es genug Soldaten, die nicht für Hitler kämpfen wollten, aber 90%? Sicher nicht. Dann wären die Nazis nicht 12 Jahre an der Macht gewesen, das wird dir jeder Soziologe oder Historiker, der sich mit diesem Thema mal ausführlich auseinandergesetzt hat, auch bestätigen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Januar 2008
  37. derubor_indaril In grief for a brother

    derubor_indaril
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    in den Tiefen meines kranken Hirns
    Ohne jetzt den Amerikanern rechtzugeben, was ich sowieseo nie tat, die machen auch einen Haufen Scheiß, aber auch in radikal islamistisch geführten Ländern werden Kinder schon auf das Feindbild des bösen Westens herangezogen. Ich erinnere mich da an einen Bericht in der Bild, nach dem ein 11(!)jähriger einen Ungläubigen durch Enthaupten hingerichtet und hinterher groß damit rumgeprahlt hat.
     
  38. Ohne Frage, das ist kein Deut besser.
     
  39. Ich will gar nicht bestreiten, dass es diese Szenarien nicht zuhauf in den USA gibt.

    Aber erstens sind die Medien nur ein Mosaikstein dieser Situation und zweitens würde ich dann auch gerne umsetzbare Lösungsvorschläge für diese Problematik von dir hören.

    Willst du Rambo & Co. verbieten? Das kann's in einer liberalen Gesellschaft wohl auch nicht sein.

    CoD4 IST nun mal ein Spiel. Menschen lassen sich von vielen Dingen beeinflussen. Das wird sich nicht so bald ändern. Ich kann ja auch kein Auftritts-Verbot von Dieter Bohlen fordern, damit sich Kinder und Teenager den Deppen nicht zum nacheifernswerten Vorbild nehmen.
     
  40. falconer Well-Known Member

    falconer
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    Berlin
    Bitte, bitte jetzt keine deutsche Vergangenheitsbewältigung hier auswälzen. Das geht echt zu weit. Hierbei gibt es dermaßen viele Punkte zu berücksichtigen, die man unmöglich in einer Forumsdiskussion vernünftig behandeln kann. Jeder Deutsche und Österreicher wird dazu Familiengeschichten und seine über die Jahre geformte Meinung beisteuern können. Das hat aber wirklich gar nichts mit GamePro und deren CoD4-Behandlung zu tun.
     
Status des Themas:
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