GamePro bekommt einen neuen Chefredakteur

Dieses Thema im Forum "Meinungen zum Heft" wurde erstellt von Dre, 8. März 2011.

  1. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Doch schon - weil nämlich auch etwa die Steuerung eine Rolle spielt, wie man das Spiel aufnimmt, wie es sich "anfühlt". Natürlich ist es schwachsinnig, bei jedem Shooter zu erklären, wie man einen Shooter spielt - aber es kann durchaus eine Meinung sein, dass die Steuerung schwammig ist. Aber dann muss man die Frage beantworten, worauf gespielt wurde: PC oder Konsole?

    WENN die Plattform egal sein soll, dann muss man konsequent beide Magazine zusammenführen. Alles andere ist Augenwischerei - die GamePro ist ein Konsolenmagazin, die GameStar ein PC-Magazin. Entweder man trennt es klar oder man bringt es klar zusammen. Das Wischi-Waschi (wir sind ein Konsolenmagazin, sprechen hier aber über die PC-Fassung) ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

    Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Beide Magazine zusammenzuführen würde bedeuten, einen Teil der alteingesessenen Leser zu verlieren, man wird sich im Vorfeld eine Zielgruppe suchen müssen, die man ansprechen will mit dem Produkt. Sie getrennt zu halten bedeutet, zwei Redaktionen finanziell am Leben zu erhalten. Aktuell ist es jedoch nicht das Eine und es ist nicht das Andere - es ist nichts. Eben eine Wolke, in die jeder seinen Krempel reinkippt und es ein anderer für die jeweilige Publikation passend umschreibt. Das kann es nicht sein, das ist nicht getrennt und das ist nicht zusammengeführt.
     
  2. Nein. Denn es gibt nicht nur Multiinhalte. Zum Beispiel Artikel über aktuelle PC- oder Konsolenhardware. Oder auch Berichte zu Spielen, die es nur auf PC oder nur auf Konsole gibt. Wobei ich persönlich gar nix dagegen hätte, auch diese Sachen mit im Heft stehen zu haben. Ich lese ja z.B. auch die Berichte über PSP-Spiele ab und an durch, obwohl ich keine PSP habe. Der Blick über den Tellerrand wäre damit nur konsequenter.

    Generell kann man die Artikel, die diese große Redaktion verfasst, aber durchaus auch auf zwei Magazine aufteilen mit den entsprechenden Überschneidungen. Man müsste die Redaktionen halt nur mal zusammenlegen. Wobei zusammenlegen nicht viel mehr heißt, als dass alle Redakteure auf der ersten Seite vorkommen (Zusammen arbeiten tun sie doch schon, oder? Sie haben ja auch ihre Büros gleich nebeneinander, soweit ich weiß.). Dann könnten wir auch Meinungskästen von bspw. Petra Schmitz in der GamePro haben, ohne dass alle gleich aufschreien hier. :)
     
  3. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Ich habe kein Problem damit, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Aber es muss passen und eben das sein: Ein Blick über den Tellerrand, über den eigenen Kern, hinaus. Aber diesen Kern gibt es hier nicht. Ein Blick über den Tellerrand wäre es, wenn man als Konsolenmagazin ab und an mal etwa PC-only-Spiele zeigt oder irgendwelche Hardware. Parallel zum eigentlichen Thema. Hier ist es aber nun so, dass alles zusammenschmilzt und somit das eigene Thema sich auflöst.

    Gerade bei Besprechungen MUSS ersichtlich sein, was gespielt wurde. Und wenn das ein Stimmen-Mischmasch ist, dann taugt es nichts. Stell' dir ein DVD-Magazin (gibt's das noch?) vor, das die Bildqualität eines Filmes lobt und dabei eigentlich von der Blu-ray-Fassung des Filmes spricht. Würdest du das wollen? Sicherlich nicht. Trotzdem könnten sie es machen - wenn sie klar sagen, WAS sie gesehen haben, DVD oder Blu-ray. Bei der GamePro ist es ähnlich: Ist der Artikel aus der GameStar-Redaktion, dann sollte auch gesagt werden, dass er sich vornehmlich auf die PC-Fassung bezieht. Der Original-Kommentar, das Fazit des Test-Verfassers, sollte erhalten bleiben. Und dann kann jeder Konsolen-Redi, der es ebenfalls gespielt hat, sein Kommentar dazu abgeben. Von wem ist denn die Wertung bei Shift 2 Unleashed? Daniel Matschijewsky? Der gibt bei GameStar aber 84%. Also Thomas Wittulski? Vielleicht - vielleicht auch Ergebnis einer Besprechung. Aber genau das ist das Problem: Es ist keine Meinung mehr - weil die Stimme dahinter fehlt.

    Simple Sache: Wer das Spiel testet, vergibt seine Wertung. Die ist damit die offizielle Wertung dieser Person. Die erklärt er mit dem Artikel und seinem Kommentar. DAS ist eine, seine, Meinung. Dazu gehört eben das gesamte Paket. Und wenn nun jemand dieses umschreibt, um es für eine andere Publikation und Zielgruppe passend zu machen, dann ist es niemandes Meinung mehr.

    Ein Artikel sollte eine Meinung sein. Wenn jemand anderes seinen Kommentar ebenfalls darein platziert als Meinungskasten - okay. Aber das Paket des Verfassers, bestehend aus Artikel, Kommentar und Wertung, darf nicht verändert werden! Ein Konsens ist keine Meinung, verfälschen durch Umschreiben auch nicht.

    Übrigens: Was tun, wenn der ursprüngliche Verfasser das Spiel super fand, der Umschreiber-Wichtel aber nicht? Dennoch muss der Meinungskasten ja zum Artikel passen... hmm... nein, es bleibt bei der Regel vom Transporter: Das Paket niemals öffnen.
     
  4. Da sind wir uns doch einig: Solange klar ist, wer den Artikel auf welcher Grundlage geschrieben hat, ist die Sache okay. Und damit spricht aus meiner Sicht nix mehr dagegen, dass grundsätzlich alle Redis in beide Magazine schreiben dürfen. Nur müsste man das eben auch zugeben und die komplette Redaktion in beide Hefte setzen. Das ist ganz einfach und kostet nix.

    Und was die technischen und evtl. Steuerungs-Aspekte angeht, müssen die Artikel halt je nach Magazin angepasst werden. Auch kein Problem, v.a. nicht, wenn man sich dessen schon beim Entwurf des Artikels bewusst ist.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. April 2011
  5. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Jein. Ich finde es nicht tragisch, solange es Ausnahme ist und nicht Regel. Letztlich, wenn eine Redaktion ihr Heft nicht selbst gestemmt kriegt, läuft irgendwas schief.

    Und eben genau da liegt doch die Crux: Man lässt Dinge weg oder ersetzt es durch Gemeinplätze, um es austauschbar zu halten. Eine schreiberische Zensur im Kopf. Fatal für einen glaubwürdigen Artikel. Er wurde "passend" gemacht. Beispiele hat die GamePro oft genug geliefert. Mal sprach GameStar mit einem Redakteur, bei der GamePro war es natürlich die GamePro (eigentlich war es der jeweilige Redakteur, der im Auftrag von IDG mit dem Entwickler gesprochen hat - aber das klingt ja nicht so toll). Aus einem nebenbei erwähnten Gameboy wird ein DS. All so Feinheiten, Anpassungen, Korrekturen, Veränderungen. Passagen verschwinden, neue tauchen auf.

    Nein, WENN übernehmen, dann so, wie es ist! Klar sagen, dass der Artikel auf Grundlage der PC-Fassung erstellt ist. Solange es die Ausnahme und nicht die Regel ist, kein Problem. In dem Moment, wo es passend gemacht werden muss, offenbart man, dass es eigentlich nicht dorthin gehört. Entweder ist man ein Konsolenmagazin und behandelt nur die Konsolen oder man ist ein generelles Gaming-Magazin. GamePro ist ein Konsolenmagazin - oben steht "PlayStation - Xbox - Nintendo", vom PC ist da keine Rede. Wenn da der PC untergebracht wird, muss man es klar zeigen. Äusserlich wie auch inhaltlich. Dann ist auch das Umschreiben nicht mehr nötig. Der Artikel kann übernommen werden, wie er ist - und wer die Konsolenfassung gespielt hat, kann in seinem eigenen Kommentar darauf Bezug nehmen.

    Alles andere ist Murks.
     
  6. Ich sehe schon, Du rückst keinen Millimeter von Deiner Position ab. ;)

    Nur ist Deine Position leider nicht mehr realistisch: Die Redaktionen strikt zu trennen, hat man ja bereits aufgegeben, meiner Meinung nach aus sehr guten Gründen. Und beide Hefte komplett zusammenzulegen, halte ich zwar für noch eher machbar, ist aber auch ein Risiko für den Verlag. Ich weiß nicht, wie viele PC-Spieler auch Konsolen-Sachen lesen wollen und umgekehrt (ich würde dieses Mag wahrscheinlich kaufen).

    Die Frage ist also nicht mehr, ob, sondern wie die Redaktionen zusammenarbeiten. Und da - ich wiederhole mich - fände ich es das beste, alle Redakteure für beide Magazine schreiben zu lassen und dies auch im Heft zu sagen (d.h. Bildchen und Meinungskästen auch für die GameStar-Redis). Und ich bin nicht der Meinung, dass es einen Artikel verfälscht, wenn man "Sie" zu "ihr" macht und einen Abschnitt über die Technik ändert (klar ist, dass man natürlich zwei verschiedene Artikel schreibt, wenn sich die Versionen im Gesamteindruck unterscheiden).
     
  7. TobiWan Well-Known Member

    TobiWan
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    prinzipiell ist deutschland ja vor allem pc-spieler land und es wäre nicht machbar, den gamestar lesern konsolenartikel vorzusetzen. und alle redakteure für beide magazine schreiben zu lassen wäre eigentlich der absolute fatality für die seriösität sowohl als pc magazin, als auch für ein konsolenmag (auch wenn es schon zum teil ausgeführt wird). man muss diese plattformen einfach klar trennen. die gs redakteure zb äußern oft genug ihre kritik gegenüber konsolen. du bekommst dann einen xbox test von jemanden der überhaupt nicht mit einem gamepad umgehen kann und mag.
    man darf einfach erwarten (allein für sein geld) eine von Anfang bis Ende formulierte journalistische eigenständige meinung zu erhalten. du kannst ja auch keine filmrezension schreiben und das fazit von jemand anderen darunter setzen. dann ist diese rezension nichts mehr wert, auch wenn die meinungen ungefähr in die selbe richtung gehen. und das die gp redakteure immer noch ein fazit unter einen fremden artikel setzen, finde ich wirklich schlimm.
     
  8. Silencer1972 Spieletestarchivar

    Silencer1972
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    Genau deswegen, kann der Murks der momentan betrieben wird auch nicht funktionieren, weil beide Zielgruppen zu unterschiedlich sind!
     
  9. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Weil mich die Alternative nicht überzeugt. Warum sollte ein reines Konsolenmagazin und ein reines PC-Magazin nicht (mehr) realistisch sein? Genug andere Verlagshäuser kriegen das auch hin - und wenn nicht, muss man sich von einer unrentablen Publikation trennen. Wenn eine Publikation es alleine nicht schafft, in den schwarzen Zahlen zu bleiben, dann läuft etwas schief und die Verantwortlichen sollten rechnen und schauen, wie man es verbessern kann.

    Eine Zusammenlegung funktioniert einfach nicht, sagst du ja selber: Unterschiedliche Zielgruppe. Die Konsolenspieler lesen die GamePro, diePC-Spieler die GameStar. So war es immer und daran wird man nichts ändern können - und wer es will, dürfte gewaltig auf die Schnauze fallen.

    Kann man machen - nur sollte klar ersichtlich sein, welche Version vom Artikelverfasser gespielt wurde. Und wenn derjenige nur die PC-Fassung gespielt hat, dann sollte das auch angezeigt werden. Es ist ja vollkommen ausreichend, wenn dann ein Redi in seinem Meinungskasten Bezug auf die Konsolenfassung nimmt.

    Doch, tut es. Wenn du einen Artikel schreibst, hast du in der Regel die Zielgruppe der jeweiligen Publikation im Blick - du schreibst, was für diese relevant sein könnte. Diese Schreibe mit Blick auf die Leser macht viel vom Charme eines Magazins aus. Wird der Text nun stattdessen mit Gemeinplätzen gefüllt - und das tut man aktuell - dann ist es daneben.

    Letztlich ist es aber egal, was wir wollen. IDG hat weder zu deiner noch zu meiner Lösung den Mut. Stattdessen wird weiter rumgeeiert und gepfuscht - Monat für Monat, immer weiter. Man will nicht riskieren, durch allzu offen gezeigte Teilnahme der GameStar-Redakteure Leser zu verprellen, die eben lieber einen Artikel von einem "alten Redakteurshasen" (siehe Editorial aktuelle Ausgabe) lesen wollen. Und man will nicht riskieren, beide Redaktionen jeweils ihr eigenes Heft stemmen zu lassen. Also versucht man, beides unter einen Hut zu bringen - und legt damit Monat für Monat einen Offenbarungseid ab: Wir sind mutlos.
     
  10. Als Verfechter der freiheitlich-demokratischen Ordnung muss ich an der Stelle mal einsehen, in der (deutlichen) Minderheit zu sein. Die allermeisten Leser scheinen einfach zwei komplett getrennte Redaktionen zu wollen.

    An der Spitze des Verlags steht doch André Horn. Der hat doch im Zweifel immer das letzte Wort, oder? Ich traue ihm zu, dass er das Wohl der beiden Magazine im Blick hat und gute Entscheidungen trifft, zumal er sich mit dem Redaktionsalltag um Längen besser auskennt, als wir.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. April 2011
  11. Companion Cube Well-Known Member

    Companion Cube
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    Ich würd eher sagen, dass PC-Spieler eine aussterbende Rasse sind, selbst Crytek hat sich bei ihrem neuesten Spiel vor allem auf die Konsolenversionen konzentriert, statt die Grafikpracht von Crysis 1 noch mal zu übertrumpfen.
    Viele wichtige Spiele wie z.B. Red Dead Redemption und L.A. Noire erscheinen sogar gar nicht mehr auf PC.
    Aber IDG legt den Fokus immer noch klar auf die PC-Spieler, während Konsolenspieler mit lächerlichen Schnellschüssen wie Inside PS3 abgespeist werden.


    Das ist in der Tat ein Unding, bei so wenig Text sollte alles von einer Person geschrieben sein. Dann gibt man den freien Redakteuren einfach eine Platzhalter-Grafik statt ein Comicbild.
     
  12. Der deutsche Markt ist immer noch stark PC-dominant. Du darfst nicht vergessen, dass die Gamestar fünf Mal soviele Hefte wie die Gamepro verkauft. Und dieses Verhältnis hat sich auch in den letzten Jahren nicht extrem verändert.
     
  13. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Naja, mit Demokratie hat es wenig zu tun - ich kann deine Position schon durchaus nachvollziehen. Letztlich ist mir auch das recht, wenn nur endlich Ordnung in das Chaos käme, wobei ich meine vorgeschlagene Lösung - logischerweise - bevorzugen würde.

    Fakt ist, und da sind wir uns sicherlich einige: So, wie es aktuell ist, kann es nicht bleiben.

    Ist richtig. Manchmal kann man aber auch als Verantwortlicher nicht unbedingt so, wie man gerne will - finanzielle Zwänge und so.
     
  14. Die Gamepro startete im Jahr 2002 doch als Ableger der Gamestar. Umso weniger verstehe ich die heutige Situation. Artikel werden recycelt, Stammredakteure wie Bernd und Henry tauchen quasi gar nicht mehr auf, Videos stammen offenbar mitunter von den PC-Versionen und schon längst werden nicht mehr alle Spiele getestet. Zudem kommt es vor, dass ein Spiel im Heft besprochen wird, auf der DVD aber nicht (oder umgekehrt). Quo vadis, Gamepro?
     
  15. HomiSite Well-Known Member

    HomiSite
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  16. Silencer1972 Spieletestarchivar

    Silencer1972
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    Sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht. Finde, daß die Zugpferde der 90er Power Play/Videogames, vor ihrem Ende nicht mal annähernd in einem schlechten Zustand waren, wie heute die GameStar/GamePro.
     
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