Kritik des Videospieljounalismus von Christian Schmidt auf SPIEGEL ONLINE

Dieses Thema im Forum "Meinungen zum Heft" wurde erstellt von shigun, 6. September 2011.

  1. shigun Carpe Diem

    shigun
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    Ich war ziemlich überrascht als mir der Artikel heut bei Spiegel Online begegnet ist : http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,784531,00.html

    Und natürlich hat er Recht damit. Konkret angesprochen hat er die Tests zu Deus Ex HR.
    Da hat die Gamepro schon den richtigen ansatz gezeigt, das ist durchaus lobenswert. Trotzdem werden die Tests fast immernoch nach Schema F geschrieben, und die Spiele eher wie Autos getestet werden.

    Ich bin mir unsicher, wie viele Hardcore-Gamer auf freiere Spiele-Tests reagieren würden, aber gerade so könnten sich die Printmedien wieder von Internettests abheben.

    Was meint ihr ? :)
     
  2. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Die GamePro versucht ja immerhin, stärker in diese Richtung zu gehen. Kann sich aber immer noch nicht so recht von Praktikanten/Trainees und der Mehrfachverwurstung von IDG-Inhalten (gerade GameStar) lösen. Sicher, man muss - da hat Christian Schmidt schon recht - von diesem Plattformgeplänkel lösen. Allerdings sind die Unterschiede bei PC und Konsolen doch noch sehr groß mitunter, gerade was das Spielgefühl angeht. Ja, Atmosphäre und so sind meist identisch, aber die Bedienung und andere Aspekte (etwa das Speichersystem) macht auch einiges aus. Man sollte nicht, aus allzu künstlerischen Ambitionen heraus, diese Interaktionen ignorieren! Notfalls muss man eine solche Berichterstattung eben größer aufziehen - den klassischen Test, die kritische Betrachtung und Auseinandersetzung mit der Spielwelt und so weiter...

    Vor allem gilt aber wohl: Nicht jedes Spiel kann in dieser Form betrachtet werden. Nicht jedes Gekritzel ist ein Kunstwerk. Manche Spiele sind reine Unterhaltung im ursprünglichsten Sinn... und da sollte man nicht versuchen, mit Gewalt irgendwelche Interpretationen anzustellen oder gar ethische, moralische oder gesellschaftliche Urteile zu fällen. Hier muss man also ein wenig mehr abwägen, wo das gerechtfertigt ist und wo nicht...
     
  3. Companion Cube Well-Known Member

    Companion Cube
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    Die GEE bietet all das was er fordert und hat dennoch nur ein Nischendasein gefristet. Und Marktführer ist die Computer BILD Spiele, die den kritisierten Gründlichkeitswahnsinn auf die Spitze treibt.
    Die meisten Leser haben sich an das aktuelle System gewöhnt und würden wohl abspringen, wenn in Zukunft ohne Wertung getestet wird. Und neue Leser zu gewinnen ist schwer, da die meisten Gamer viel mehr im Internet unterwegs sind als noch vor zehn Jahren. Diese interessieren sich oft nicht mehr für Print, wenn sie auch alle für sie relevanten Infos auf Fansites und kommerziellen Websites bekommen.

    Ist schon schade, der Markt bommt, die gamescom platzt aus allen Nähten, aber Spielemagazine sterben langsam aus.
     
  4. Cpt.Focke Well-Known Member

    Cpt.Focke
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    Dumm. Der Artikel ist einfach nur dumm. Schade das Christian Schmidt auf dieses Niveau gesunken ist. Schlicht dumm.

    Die ganzen Facebook-Kids, WiiFit-Mommys und Iphone-Proleten kaufen keine Videospielmagazine, egal wie diese inhaltlich gestaltet sind (letztere sind wahrscheinlich sogar zu dumm zum lesen). Die meisten Anhänger dieser Klientel können ein gutes doch gar nicht von einem schlechten Spiel unterscheiden. Wozu da ein Heftchen kaufen?

    Aber gut, wenn die Verlage denken, dies sei der richtige Weg, dann sollen sie ruhig auf die Sch.... fallen; ich kaufe dann eben die M!Games oder die GEE
     
  5. Silencer1972 Spieletestarchivar

    Silencer1972
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    Wenn man sich an die großen Publisher verkauft und nur noch nach ihren Gusto schreibt, dann hat man meiner Meinung auch nichts anderes als den Untergang verdient. Mit professionellen und objektiven Journalismus hat das nichts mehr zu tun, wenn man sich nur noch den AAA-Titeln verschrieben hat. Christian Schmidt hat aber das richtige getan, entweder man macht dieses verlogene Spiel mit oder man zieht seine Konsequenzen und steigt aus.

    Warum hat sich denn DRM bei Games durchgesetzt? Von der Presse kam keine Kritik, es wurde stattdessen auch noch schöngeredet und nach dem Mund der Publisher gesprochen... Der Grundgedanke von Spielemagazinen war, den Verbraucher vor schlechten Spielen und Entwicklungen zu warnen, man war mehr oder weniger der Anwalt der Spieler. Heute ist es genau andersrum, die Magazine sind zum Sprachrohr der Publisher geworden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. September 2011
  6. Companion Cube Well-Known Member

    Companion Cube
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  7. Für mich kalter Kaffee. Dürfte mit meinem Alter über dem von Herrm Schmidt liegen und finde seine Kritik eher "gähn". Was er kritisiert ist nun wirklich nichts neues. Okay, neu ist das er wirklich ernst meint dass sich Mags eher auf Casual als auf Harcore Gamer fokussieren. Das ist auf der einen Seite Nonsens, denn gerade die Hardcore Gamer wollen ja komeptente Berichte lesen, auf der anderen Seite natürlich sinnvoll, denn mit 08/15 Tests wie in der CSB lassen sich natürlich genug Gelder erarbeiten die es braucht ein Mag aufrecht zu erhalten.

    Was ich allerdings wirklich unglaubwürdig finde: Wenn er so viele Ansätze hat, wieso hat er als stellvertretender Redakteur nicht neue Maßstäbe gesetzt? Wieso muss er sich auf das Niveau von Spiele Online herab lassen, die sicherlich nicht mit Kompetenz glänzen? Zudem hat ein Kollege, der deutlich mehr Berufserfahrung in dieser Sparte besitzt, bereits vor einiger Zeit das "klassische" Testen von Spielen kritisiert: Boris Schneider Johne. Der Herr Schmidt springt also auf einen Zug auf, der bereits längst unterwegs ist. Fakt ist, das Zeitalter der klassischen Printmags ist vorbei, Fakt ist, Spielspaß lässt sich sicherlich kaum von einem gelernten Journalist in Worte fassen. Mir stößt es stellenweise auch übel auf zu sehen, was für junge Leute mit irgendwelchen abgebrochenen Studiums in Mags auftauchen, die dummerweise aber null Ahnung von Spielen haben.

    Da kann sich die Gamepro leider nicht von frei sprechen. Die "bekannten" Redakteure haben sich auch dort auf einen Henry Erst oder Kai Schmidt dezimiert. Gut? Nö. Aber bei der Konkurrenz nicht anders. Unterm Strich lässt sich doch nur festhalten, es gibt keinerlei Ausbildung für "Spieletester" und das Internet ist die Pest aller Printmags. Wird Zeit dass die alten bekannten Mags endlich das Printmedium fallen lassen, ihre Kosten aufs Onlineportal ausweiten und Leute einstellen die nicht nur eine flotte Schreibe sondern auch begeisterte Zocker sind.
     
  8. Jetzt wissen wir wenigsten warum Schmidt gegangen ist.
    Er prangert in seinem Bericht zwar div Dinge an, aber jetzt mal ehrlich, wußten wir das nicht schon vorher?
    Beispiel das Thema "Personal aus Amateuren rekrutiert"
    Man sieht ja zB was bei der GP die ganze Zeit so abgeht mit den ganzen Praktikanten, die Artikel schreiben und Videos vertonen. Das beste daran ist, die kosten sogut wie nichts und ersetzen die Arbeit eines Redis. Aber möchten die Kunden das auch haben, also für ne Wurst bezahlen, aber nur die Pelle bekommen?
     
  9. SonOfOdin GPF-Verschwörungstheoretiker

    SonOfOdin
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    Ich bin zwar auch nicht sooo glücklich das so mancher beitrag und/oder Videovertonung von einem Prakti kommt, aber irgendwie müssen diese es lernen.
    Ohne Praktische Übung geht halt nichts. Und wenn diese schon bei einem Magazin ein Praktikum machen wollen sie Später auch in diesem Bereich arbeiten, da is jedes bisschen Praxis hilfreich.
    Das der herausgeber so einzig Geld sparen will bezweifel ich. Jeder von uns hat auch schon mal ein Praktikum gemacht und war froh wenn er dann mehr machen konnte als Kaffeekochen oder Kehren.
    Solang die wirklich großen Titel weiterhin von den festen GP`s gemacht werden und ein Prakti vielleicht nur nebenbei seinen Senf dazu abgibt, und sonst nur "kleinere" Titel von einem Prakti bearbeitet werden, ist es mir eig egal das so manches von nem Praktikanten kommt.

    Learning by Doing sag ich da nur.
    Wir haben unsere Berufe auch nicht durch doofes danebensitzen gelernt ;) Zumindest die Handwerker unter uns^^
     
  10. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    Der Punkt ist nichtmal auf das Praktikanten-Heer bezogen (diese Praktik prangert er an anderer Stelle an), sondern bezieht sich sehr stark auf das "Geschäftsmodell" von GamersGlobal.

    Musst da ein wenig zwischen den Zeilen lesen... ;)
     
  11. Dre Trantgruppenspiele

    Dre
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  12. X-Wulf Well-Known Member

    X-Wulf
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    leider muss ich herrn schmidt in einem punkt recht geben. dieser punkt wurde jedoch auch von herrn schnelle bejaht. spieleredaktionen bestehen zu großen teilen nur noch aus praktikanten. gerade bei der gamepro schmerzt es mich mitlerweile nur noch den kai, henry und bernd von der alten garde zu sehen. klar hab ich auch den nino mitlerweile in meinen toleranzkreis geschlossen, doch die restliche besetzung der gamepro ist leider nur noch ein schatten seiner früheren selbst.
    dabei ist es doch genau das, was herr schnelle zurecht hervor hebt. videospielezeitschriften, sind mitunter wie langjährige freunde für den leser, auf dessen meinung man wert legt. wenn jedoch von den einstigen freunden keiner mehr da ist, ist es auch völlig egal, was für ein name auf dem cover des magazins steht.
    ich überlege leider schon lange mein abo (seit der ersten unzensiert ausgabe bestehend) abzubestellen, weil einfach viele alte redakteure nicht mehr dabei sind. und man oftmals das gefühl hat, auch die berichte sind von anderen leuten verfasst und lediglich der meinungskasten ist der redaktionelle beitrag des redakteurs am test, das ist mir leider zu wenig.
    ich erinnere mich zu gern an die alten gamestar/pc games/player/joker zeiten, als wirklich fast jeder redakteur für mich in einem bestimmten gebiet eine referenz war und mir seine meinung besonders wichtig war. lange ist es her. und wenn die letzten drei gamepro redakteure der alten garde ihren hut bei idg nehmen, dann ist auch bei mir der zeitpunkt gekommen, zusammen mit meinen alten freunden das heft zu verlassen.
     
  13. Da ich im Grunde nicht bei GG lese weiß ich nicht wirklch was da genau abgeht. Ich war einmal wegen eines Podcasts da, wo die alten Hasen so wa wie invisiblewalls machen und hab mich da mal kurz im Forum umgesehn...und nein es hat mir nicht gefallen, diese Auszeichnungsmentalität.
    Aus diesem Grund hab ich eben das Mag genommen das ich einst las und wo es einfach zu offensichtlich ist was man mit den Praktikanten veranstaltet.
    Klar, es ist schon teilweise richtig was 03SonOfOdin meint, nämlich das Praktikanten lernen müssen was abgeht und das jeder selbst froh war nicht nur Kaffee kochen oder putzen zu müssen, aber bei der IDG und im besonderen bei der GP merkt man shon das es ohne Praktikanten nicht mehr zu gehen scheint und das kanns doch nicht wirklich sein. Praktikanten sollen lernen und nicht die Arbeit der Facharbeiter erledigen.

    So und jetzt muss ich erstmal die restlichen Beiträge durcharbeiten. Bei GS gibts schon über 14 Seiten zum Thema und bei facebook wird auch noch viel geschrieben. ZZ steh ich nämlich vor der inneren entscheidung ob ich die GS nun weiter lesen will, denn nach dem Weggang von Schmidt ist da nicht mehr viel übergeblieben was mich halten würde.
     
  14. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    @Ho-Tep
    Ich habe auch noch nie etwas bei GG gelesen. Aber man kennt ja die Branche etwas und da erkennt man so einige Anspielungen schon...

    Aber mittlerweile hat ja eigentlich jeder seinen Senf zu dem Kommentar abgegeben, da ist nur noch wenig der Diskussion hinzuzufügen.
     
  15. docmoody Meister der Prokrastination

    docmoody
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    Du findest den Artikel und den Autoren dumm und kaufst weiter die Magazine, für deren System er wirbt?

    Ich finde es auch blauäugig, dass die große Rettung der Prinz-Zeitschriften durch diesen, meiner Meinung nach richtigen, Schritt vollzogen wird, da Internet-Seiten die Tests und Meinungen schneller an den Mann bzw. die Frau bringen und vor allem von der jetzt kommenden, jungen Gamergeneration absolut favorisiert werden. Aber er hat mit der Kritik am jetztigen Testsystem der großen (PC-)Zeitschriften absolut recht.
     
  16. Also ich verstehe das alles nicht. Die Sache ist doch relativ eindeutig.
    Viele junge Menschen sind heutzutage extrem Internet-affin. Das schlägt sich nicht nur in Verkaufszahlen von Zeitungen, sondern mittlerweile auch im Fernsehkonsum nieder. Das da Computerspielzeitschriften ein noch größeres Problem haben ist dank der Zielgruppe doch wohl klar. Wenn ich Tests und News aktueller und ( dank Gametrailers und co ) auch unterhaltsamer und besser mit bewegten Bildern im Internet ansehen kann, warum kaufe ich dann noch solche Magazine, die zudem immer teurer werden? Beim PC kommt noch dazu, dass die Zielgrippe immer kleiner wird, weil auch die Konsolen immer stärker geworden sind.

    Das es an der Qualität der Magazine liegt halte ich für ziemlichen Quatsch. Der Markt ist so breit aufgestellt, es gibt für jeden Geschmack etwas ( Von ComputerbildSpiele, über Gamepro und Gamestar, über Maniac und Consol.plus bis zu GEE usw. ). Ich lese seit 20 Jahren, seit ASM, Powerplay und Playtime Magazine. Und das die Qualität abgenommen hat kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Die Vielfalt ist eher größer geworden.

    Fazit, es geht um ein aussterbendes Genre. Da können sich die Redakteure jetzt noch so kloppen. Ausser ein paar Nostalgikern wie mir und einigen Hardcore Computergamern wird es bald keine Leser mehr geben.

    btw. ich finde die GEE stinklangweilig. Ich will von solchen Magazinen unterhalten werden. Sonst lese ich den Spiegel. Denn bei aller liebe, so viel intellektuellen Wert haben jetzt Computerspiele nicht.
     
  17. ElCoyote Jen's Lover

    ElCoyote
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    Sehr richtig.
     
  18. DRM, Onlinezwang? Gerne, aber ohne mich, sowas wird seit HL² nicht unterstützt. Moch würde es auch garnicht wundern wenn der ein oder andere Verlag von Firma X regelmäßig Kohle aufs Konto bekommt, nur damit man gut über die eigenen Spiele berichtet.
     
  19. Ich gebe Christian Schmidt in vielen Dingen Recht. An der grundsätzlichen Verteufelung des gegenwärtigen Spiele-Journalismus möchte ich mich jetzt aber nicht beteiligen.

    Eine Sache dennoch: Was mich schon immer etwas stört, sind die Einleitungen unter einem Titel. Aktuell: "Bombast und coole Knarren [...]" Damit kann man doch eigentlich nur 15 Jährige ansprechen, ich zumindest finde es immer etwas deplatziert. Wenn die Spiele angeblich auf dem Weg in die "Mitt der Gesellschaft" sind und Erwachsene diesem Hobby nachgehen, sollte man diesem Umstand auch Rechnung tragen.
     
  20. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    @Asmodeon
    Ich bezweifel, dass Spiele auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft sind. Ja, es gibt mehr zockende Eltern heutzutage, einfach weil das die Generation ist, die damit aufgewachsen ist. Viele haben das Gaming aber an den Nagel gehängt und die Heerscharen, die sich in Browserspielen als Farmer betätigen oder eine Wii mit ein bis zwei Spielen besitzen, kannst du auch getrost rausrechnen als Zielgruppe für so ein Magazin.

    Da bleibt nicht viel...
     
  21. @PhanZero

    Korrekt, deswegen auch die Anführungszeichen bei Mitte der Gesellschaft. Bin auch der Meinung, dass das Mehr an, durch Facebook und iPhone generierte, Spieler keinen Einfluss auf die Hardcore-Spielerschaft hat. Ich mag die Bezeichnung Hardcore Spiele eigentlich nicht, aber es trifft in diesem Zusammenhang ganz gut, was gemeint ist.

    Deine - zynische - Einschätzung wäre also, dass dann nur noch die, ich sag jetzt mal Jugendlichen, überbleiben? Hab ich das richtig verstanden? Das wäre schade, und glaube ich dann doch nicht zur Gänze. Ich möchte schon ganz gerne annehmen, dass eine große Leserschaft sich zwischen 20 und 40 bewegt. Dass sich ein weiterer großer Anteil darunter bewegt, wird vermutlich aber auch der Fall sein.
     
  22. PhanZero Hell's Messenger

    PhanZero
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    im Dunklen verborgen
    Nein, es bleiben natürlich nicht nur die Jugendlichen über, aber ich denke schon, dass bei einem Magazin wie der GamePro die U18-Fraktion den Großteil der Leserschaft stellt. Insgesamt dürften da natürlich einige ältere Semester dabei sein - ich bin ja auch mittlerweile 31 Jahre. Das sind Leute, die nicht mit dem Spielen aufgehört haben in den Jahren. Eben auch "Hardcore-Gamer". Und ja, der Begriff ist scheisse, er trifft den Nagel aber auf den Kopf.

    Man kann natürlich mutmaßen, dass ein "erwachsener" (wie auch immer das aussehen sollte) daherkommendes Magazin dann mehr ältere Hardcore-Gamer ansprechen könnte. Kann sein, muss aber nicht zwangsläufig. Ich denke nicht, dass es die Formulierungen sind, die ältere Gamer bei den Magazinen abschrecken. Ich für meinen Teil kann als Grund vornehmlich die Belanglosigkeit der Artikel anführen - es erschreckt mich einfach, wenn der Großteil aus Netzwerkartikeln und Fehlinformationen besteht. Das hab ich die letzten Jahre auch immer wieder angeprangert und es hat sich ja immerhin ein bisschen was diesbezüglich getan und die GamePro ist da wieder auf einem guten Weg. Wenn also genug Leute sich mal über die Formulierungen auslassen würden, könnte man sehen, wie das bei den Lesern ankommt. Mich persönlich stört es nicht - ich brauche kein Pseudo-Lifestylemagazin. Wenn doch, gibt es Alternativen zur GamePro. Ich kann mit solchen Formulierungen gut leben... sind halt markige Worte, um neugierig zu machen.
     
  23. jk1964 Möge die Macht mit dir sein Luke

    jk1964
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    Spieleland
    ich denke das ich hier wohl einer der ältesten bin und würde mir auch mehr berichte und test neben den aaa titeln wünschen ich brauche keine maxi oder xxl test von einzelnen spielen
    aber ich denke wenn die magazine mehr rechts und links von den großen titel berichten würden sie noch weniger verkaufen
    weil einfach der die nachfrage zu gering ist
    leider kaufen die " normal spieler " lieber spielebild
    und die anderen bleiben da irgentwann auf der strecke
    ich denke wir werden da bestimmt noch ein magazin sterben sehen
    es sind da nicht alle leser so wie ich die jeden monat mit einer tasche voll spiele zeitungen nach hause gehen
    ich lese aber auch nicht alles durch
    suche mir halt nur für mich intr. raus
     
  24. derubor_indaril In grief for a brother

    derubor_indaril
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    in den Tiefen meines kranken Hirns
    Ich denke, dass das momentane Status Quo des Spielejournalismus zwar nicht optimal, aber immerhin annehmbar ist. Als ernsthafter Zocker erfährt man das Wichtigste über ein Spiel und es tauchen immer mal wieder interessante Berichte zur Branche in den verschiedenen Magazinen auf. Mir persönlich reicht so etwas. Ich will bei einem Test keine Erfahrungsberichte, sondern ich will wissen, wie das Spiel funktioniert und warum es so funktioniert.
     
  25. Warum ist dieser Thread eigentlich im "Heft"-Forum? Wäre im Spiele-Forum besser aufgehoben gewesen, da hätte er auch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Und die verdient er zweifelsohne.

    Der Essay spricht in meinen Augen genau die Probleme an, die momentan bestehen und denen sich die Branche stellen muss.

    Man kann schlecht sagen: Ja, unser Medium ist auch ein Kulturgut und es dann aber selbst nicht entsprechend behandeln.
    Dazu gehört, dass man nicht mehr auf die Form (hat x verschiedene Waffenarten und die machen toll *Puff*), sondern mal mehr auf den Inhalt guckt (Deus Ex ist ein schönes, da plakatives Beispiel: Welche Einflüsse sind da drin verarbeitet, etc. Kann man so aber auch mit anderen Spielen machen).
    Dazu gehört, dass man das Medium nicht durch irgendwelche wilkürliche und blödsinnige Begriffe eingrenzt. Selbstverständlich muss man auch über I-Phone-Spiele wie "Angry Birds" berichten, das war eines der erfolgreichsten Spiele des Jahres. Darüber nicht zu berichten, dem nicht die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken, weil es kein "Core-Game" (immer noch ein Begriff, den die Spielerschaft selbst nicht definieren kann), das wäre wie ein Musikmagazin, das nicht über Lady Gaga berichtet, weil sie erfolgreich ist.
     
  26. Teflongesicht Well-Known Member

    Teflongesicht
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    Ich teile einen Teil von Christians Meinung. Ich finde, dass die Tests auf jeden Fall wieder mehr in Richtung Subjektivität gehen sollten, anstatt eine Scheinobjektivität dem Leser zu suggerieren. HIntergrundinformationen sich zwar wichtig über ein Spiel und sollten auf jeden Fall nicht verschwinden, aber die Tests müssen mehr in Richtung Erfahrungsbericht sich bewegen und auch Vergleiche mit anderen Spielen ziehen und die Story, wenn möglich (!), in einen Kontext bringen. DIe Rückgänge in den Verkaufszahlen der Spielehefte hängt zwar auch mit dem Internet zusammen, aber liegt auch daran, dass die Verlage nicht mehr das bieten, was der Spieler möchte. Gegen die Aktualität des Internets kann ein Heft nicht ankommen. Deswegen mehr Reportagen und Einordnungen.
     
  27. Spiritogre Well-Known Member

    Spiritogre
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    Das Problem mit subjektiven Erfahrungsberichten ist, dass man damit nicht alle an einem bestimmten Titel interessierten erreicht. Im Gegenteil läuft man Gefahr, mindestens die Hälfte der "Kundschaft" zu verlieren die, ob sie das Spiel schon gespielt hat oder nicht ist egal, eben eine völlig andere Meinung zu dem Titel hat und sich dadurch vor den Kopf gestossen fühlt. Ich erinnere mich immer noch mit Schrecken, wie mein als explizit subjektiv betiteltes Preview von Rift, von den Fanboys mit Hassbriefen angegangen wurde.
     
  28. Teflongesicht Well-Known Member

    Teflongesicht
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    Welche Zielgruppe wird denn mit den Tests aktuell erreicht? Für Erbsenzähler (bitte nicht negativ verstehen) sind die Tests schon lange nicht mehr tiefgründig genug und schneiden das Spiel nur kurz an, anstatt alle Waffen etc. aufzuzählen. DIe Zielgruppe wird also nicht erreicht. Ebenso jene, die das Spiel in einen Kontext eingeordnet bekommen möchte. Vergleiche zu anderen Genrevertretern sind selten. Die Scheinobjektivität fällt auch vielen auf, ein Großteil der Leser wird also zunehmend verstoßen, denn das Medium wird nicht mehr ernst genommen. Hinzu kommen dann noch Tests wie bei F12010, Driv3r, wo dann der Rest an Glaubwürdigkeit verspielt wird. Mit mehr Subjektivität wagt die Redaktion etwas. Man gewinnt wieder Profil. Selbstverständlich wird man einen Teil verstoßen, doch jene, die sofort meckern, wenn ihr Lieblingsspiel a nur 90 statt 91 bekommen hat, dürften verschwindend gering sein.
     
  29. Spiritogre Well-Known Member

    Spiritogre
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    Mehr Subjektivität bedeutet eine Unvergleichbarkeit der Produkte. Mehr Abhängigkeit vom Profil des Redakteurs und vor allem, und das wiegt am schwersten, krasse Wertungsausreißer nach oben oder unten, weil ein Rennsimulationsfan z.B. ein Burnout in Grund und Boden verdammt, wenn er es testet, schlicht, weil es nicht seinen Geschmack trifft.

    Ich denke hier müssen Spieletester einfach objektiv sein um auch Titel testen zu können, die sie persönlich nicht so gut finden. Andersrum nützt es nämlich auch erst recht niemanden, wenn ein Fanboy Fehler einfach ausblendet oder verzeiht.
     
  30. Welche Zielgruppe möchte man denn zB mit so einer Überschrift anlocken:
    "PSP-GoW + HD + 3D = FTW!"
     
  31. Dieses System stammt aus den Urzeiten der Spiele-Industrie und ist heutzutage nicht mehr sinnvoll. Damals war das anders, weil 90 Prozent der Spiele teilweise wirklich starke technische Schwächen hatten, die dem Spielspaß merklich abträglich waren und auf die auch objektiv leicht erkennbar aufmerksam gemacht werden konnte.

    Mittlerweile ist es zum Glück so, dass die Spiele alle schon sehr reif und ausgegoren sind. Grobe Schnitzer leistet sich so gut wie kein Spiel mehr. Spaß machen sie prinzipiell alle - nur die Geschmäcker sind dann halt eben verschieden. Und den Geschmack kann man denkbar schwer objektiv bewerten.
     
  32. Spiritogre Well-Known Member

    Spiritogre
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    Grundsätzlich stimme ich dir da zu. Die großen Multi-Millionen Produktionen sind extrem durchdesignt, anders würde man sie auch nicht mehr verkaufen können, dafür gibt es zuviel Konkurrenz. Aber selbst hier finden sich immer wieder technische Macken, die einfach ein Unding sind, etwa eine extrem komplizierte Steuerung, da fällt mir z.B. Wet ein, womit ich (Demo) irgendwie gar nicht klar kam (oder auf den PC bezogen, bei vielen Rennspielen nur eine Unterstützung für das Microsoft Joypad und nicht alle Pads und Wheels bzw. zumindest allgemeine). So etwas gehört schlicht abgestraft.
    Aber auch bei großen Titeln gibt es immer mal wieder schwammige Texturen, Slowdowns und ähnliches. Auch denke ich, dass jemand mit etwas Erfahrung gut bewerten kann, ob der gewünschte Stil durchgängig eingehalten wird.

    Tatsächlich ist es aber doch so, dass wenn keine großartigen technischen Macken vorhanden sind, es wirklich oft eine reine Geschmacksfrage ist. Mal abgesehen von sich ständig wiederholenden Elementen (Alice Madness Returns) gibt es danach nicht mehr viel, was man wirklich objektiv bewerten kann. Dem einen gefallen vielleicht die Laufpassagen in Need for Speed The Run, der nächste hasst sie. Ein Spieler mag eine kleinteilige Inventarverwaltung und Mikromanagement, ein anderer findet das gar schrecklich. Hier kann ein objektiver Test nur darauf hinweisen, dass es sowas gibt. Ein subjektiver Test würde so einen Punkt entweder loben oder kritisieren, je nach Geschmack des Testers.

    Das bedeutet, kennt man den Tester nicht seit ewigen Jahren und weiß, was er mag, ist es fast unmöglich zu sagen, ob der Titel nun wirklich gut oder schlecht oder besser oder schlechter als ein ähnlicher anderer Titel ist, da es ja sein kann, dass einem beim schlechter bewerteten Spiel Dinge besser gefallen, was man aber aus dem subjektiven Tests nicht erfährt, da es aus ihnen schlicht nicht hervorgeht.

    Meine persönliche Meinung zum Thema ist, ein Test sollte immer eine objektive Beschreibung des Spieles enthalten. In meinen Augen fängt ein guter Test mit einer Anekdote oder kleinen Story zur Auflockerung und Einführung an, z.B. eine storymäßige Beschreibung was der Charakter in den ersten Minuten erlebt, vielleicht sogar in Ich-Form (etwa 1/4), beschreibt danach objektiv und ausführlich das Spielprinzip (Kampfsystem, Steuerung, etc. ) (ebenfalls 1/4) geht danach zu den technischen Aspekten über (Grafik, Sound, wobei Grafik eine rein technische Note ist, die nichts mit der Atmosphäre zu tun hat, das wird extra gewertet) (nochmal 1/4) und füllt das letzte Viertel mit einer ausführlichen, völlig subjektiven aber begründeten Meinung des Testers (viel länger als es in einem Meinungskasten möglich wäre). Anstelle des Meinungskastens gibt es einen übersichtlichen Pro- und Kontra-Kasten.

    Je nach Titel ist die Länge der einzelnen Teile selbstredend variabel.

    Die anschließenden Wertungsnoten im Prozentsystem sind in 5er Schritten (also 20 Noten möglich, 70, 75 Prozent). Mir sind bei den Einzelwertungen zehn Punkte zu ungenau (auch wenn sich die GP hier ja schon immer sehr schwer tut, die Wertungen vergleichbar zu halten, hier sollten die Redis nicht immer nur aus dem Bauch entscheiden sondern endlich mal anfangen mit vorherigen Tests zu vergleichen). Die Teilnoten sind unabhängig von der Gesamtnote. Auch die Gesamtnote ist in diesem 5 Punkte-Sprungsystem, ich kenne wirklich keinen einzigen Test, bei dem statt einer 67 Prozent nicht auch eine 70 oder 65 hätte stehen können. Außerdem kann mir niemand weiß machen, dass das Spiel mit 53 Prozent schlechter ist, als das mit 54 Prozent.

    Auch sollten die Tests, auch wenn dies den Herstellern gar nicht schmecken wird, aber ein Spieleheft ist für die Spieler gemacht und nicht für die Hersteller, das ganze Prozentspektrum nutzen. Gute Spiele gehen bei 50 Prozent los. Dies wird natürlich im Vergleich zu anderen ungewohnt, da die Wertungen naturgemäß niedrig ausfallen. Da ist dann mit einmal ein Alice 2 bei vielleicht 35 Prozent und ein Deus Ex 3 bei 75 max. 80 Prozent (wegen altbackener Grafik und steifer Animationen). Das letzte Viertel der Prozentskala ist nur quasi absolut "perfekten" Spielen vorbehalten. Hits gehen also bei 75 los und nicht 85.

    Indie-Titel können gerne mit in das normale Wertungsschema übernommen werden. Hier stört niemanden, wenn bei einem 10, 15 Euro Spiel die Grafik nur 30 Prozent kriegt, solange der Spielspaß groß genug ist.


    So stelle ich mir halt ein gutes Testsystem vor.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2011
  33. absolut! super geschrieben!
    .. . Inzwischen ließt und hört sich jeder Bericht der Fachmagazine nur noch nach Werbung an. Standard Sprüche, immer gleiche Floskeln und wenn ein Spiel besonders ge.hypt ist dann bekommt es noch denn promi Bonus. . ala GT5 ..wo Grafik auf einmal egal ist :/
     
  34. Atreyu the Grand Theft Orchestra

    Atreyu
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    Warum sollte es bei einem billigeren Spiel weniger ausmachen, wenn die Grafik schlecht bewertet wird? Ich mein, wenn am Ende alle Einzelwertungen zusammen gezählt werden zu einer Gesamtwertung bzw. ein Durchschnitt errechnet wird, dann kann somit ein Spiel mit schlechter Grafik trotz grandiosem "Spielspaß" (ein Wort mit dem ich an sich meine Probleme bei Tests hab) keine allzu hohe Wertung mehr kriegen. Umgekehrt könnten Spiele ohne großen Spielspaß immer noch sehr hohe Wertungen kassieren, weil sie ne tadellose Steuerung haben und technisch (Grafik, Sound, ...) einwandfrei funktionieren.

    Imo sollte man mal beginnen, sich schrittweise von Wertungen - seien das nun Sterne, Punkte oder Prozentwerte - zu distanzieren und sich wirklich mehr auf eine Kritik in reiner Textform konzentrieren. Der Großteil aller Reviews liest sich einfach wie nach Schema F geschrieben, die Erfahrung, die der Tester beim Spielen gemacht hat kommt da nur in den aller wenigsten Fällen auch nur ansatzweise rüber. Und das wird nem Medium, das sich angeblich gerade emanzipiert und "in den Mittelpunkt der Gesellschaft" rückt, definitiv nicht gerecht. Spiele sind eben keine Autoreifen.
     
  35. mal am Rande;
    um auch das zu geben was indirekt gefordert wird. . .
    als Zugpferd nehme ich jetzt mal Deux ex 3,weil sich dazu auch einfach was passendes finden ließ.

    Wer also mal Journalismus in anderer Form sucht ...gameone..
    denn bei denen gab es diese Art des Beitrages bezgl DE3. Dort wird, wie ich finde, schön auf das steampunk Universum eingegangen.

    http://www.gameone.de/blog/2011/8/game-two-exklusiver-pilot

    Das tolle an G1 ist auch, das sie schon lange bzw. noch nie dem Wertungsschema verfallen sind.
    (bitte jetzt nicht als Werbung verstehen, ich wollte damit nur zeigen das es auch Plattformen gibt wo sehr wohl auf diese weise gearbeitet wird)
     
  36. Spiritogre Well-Known Member

    Spiritogre
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    258
    Da bin ich völlig anderer Meinung.

    Die Einzelwertungen sollten völlig unabhängig von der Gesamtwertung sein (eine Spielspaßwertung könnte im Zweifel sogar auch nur eine Teilwertung sein ...). Wie hätte sonst ein Spiel wie Tetris (für den GameBoy) einen hohen 90er einfahren können? Und die Wertung ist in Ordnung, weil das Spiel unheimlich Spaß gemacht hat, egal wie minimalistisch die Grafik war. Will man ein Limbo abwerten, bloss weil die Grafik technisch(!) eher schlecht ist? Durch den Stil und die damit erzeugte Atmosphäre passt die Grafik perfekt.

    Und Wertungsnoten, in welcher Form auch immer, die braucht man halt, um mit einem Blick vergleichen zu können. Wer will (nachdem er die Tests gelesen hat) eine Woche später im Laden mit der Zeitschrift stehen und sich selbst Checklisten aus dem Text erstellen a la: "Die Soundeffekte in Spiel x sind besser als in y, dafür sind die Feindanimationen in y einen Tick flüssiger". Sinniger sind da schlicht und ergreifend Noten.

    Ein Spiel ist eben nicht nur ein Medium wie ein Musikstück oder Film sondern zum Großteil eben doch noch von seiner Technik abhängig.

    Und bei Indie-Titeln verzeiht man oft eine schlechtere Technik, das fehlen von Surround-Sound etwa, leichter, da sie ja auch weniger kosten. Auch wenn sie meiner Ansicht nach dadurch oft immer noch zu teuer sind, weil sie mit Budgetversionen ehemaliger Großproduktionen konkurrieren. Andererseits sind Indie-Spiele oftmals auch eher für den kurzen Spaß zwischendurch ausgelegt, wo man mal eine halbe Stunde zocken kann, die man bei anderen Spielen schon braucht, um sich alleine wieder(!) in das Spiel einzufuchsen. Es kommt also auch auf den Zweck an. Niemand (hoffe ich) würde heute für einen Tetris-Klon Vollpreis zahlen. Ein Lumines (PSP) für 10, 15 Euro ist aber für das was es will genial und perfekt, um mal ein paar Minuten Zeit totzuschlagen. Das muss(!) eine Wertung auf jeden Fall widerspiegeln.
     
  37. Spiritogre Well-Known Member

    Spiritogre
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    Beiträge:
    258
    Ich muss sagen, der Bericht ist wirklich genial (ich liebe auch die Game One Podcasts, die ja die einzigen sind, die vernünftige Musik bieten).

    Aber so in der Form, da wird das kaum bis kein anderer in nächster Zeit machen können. Alleine wenn man sieht, was die da an lizenzpflichtigen Filmschnipseln reinbauen. Da würde bei den meisten Zeitschriften schon nicht mal das Geld für ein Gema-pflichtiges Lied drin sein. Vom Aufwand sowas zu schreiben, aufzunehmen, Filmschnipsel raussuchen, alles zusammenschneiden etc. mal ganz abgesehen, ist man ja normalerweise schon froh einen Videotest mit Ingame-Szenen und vernünftigem Begleittext zu haben, der gut geschnitten ist. An sowas kann man dann nämlich dann auch keine Laien mehr ranlassen, da muss man schon Erfahrung mit Videoproduktion haben und nicht einen Spieletester oder Zeitschriftenredakteur, der sich mal eben ein wenig einarbeitet. Nein, dafür braucht man Leute, die das mal richtig gelernt haben.
     
  38. Das mit dem Stil ist ja sowieso wieder eine Geschmacksfrage. Und auch schwammige Texturen und Slowdowns sind zwar vielleicht technisch messbar, es ist aber völlig unterschiedlich wie sie das Spielerlebnis beeinflussen. Wenn der Grafik-Stil klasse ist und schwammige Texturen perfekt kaschiert, ist das IMHO kein ernsthafter Kritikpunkt. Schließlich schaut's ja dann trotzdem gut aus.

    Der Leser weiß dann aber trotzdem, dass es entweder dieses oder jenes gibt. Ich sehe da jetzt also keinen Nachteil.

    Ein ähnlicher Titel wird auch in einem eher subjektiv geschriebenen Test zwangsläufig mit Konkurrenz-Titeln verglichen werden. Wieso sollte sich das ausschließen?

    Abgesehen davon liefert die EDGE seit Jahren recht subjektive Tests. Gezeichnet werden diese allerdings nicht. Der Leser hat also keine Ahnung, wer den Test gschrieben hat - trotzdem funktioniert das System ausgezeichnet.

    Wenn die Einführung gut geschrieben ist, hätte ich kein Problem damit. Leider ist sie aber zu 90 Prozent 08/15. Leicht abgewandelte Standardfloskeln, die seit 25 Jahren verwendet werden. Nur wenige wie zB Christian Schmidt haben da in der näheren Vergangenheit originelle und gut geschriebene Einleitungen zusammengebracht.

    Ansonsten ist mir ehrlich gesagt nichts mehr zuwider als ein wie von dir beschriebenes Baukasten-System für einen Spieletest. Man sollte sich da nicht so enge Grenzen setzen und gerne auch mal ein bisschen herumexperementieren. Es gibt soviele Möglichkeiten, Texte unterhaltsam und originell zu gestalten. Mehr Mut zum Risiko! Es muss/kann ja nicht jeder Test ein Klassiker werden.

    Je nach Titel ist die Länge der einzelnen Teile selbstredend variabel.

    20 Möglichkeiten finde ich immer noch zuviel. Maximal 10 Noten - 5 würden aber auch locker ausreichen. Keine Film-Zeitschrift hat mehr Noten - warum sollte das nicht auch für ein Videospiel ausreichen?

    Du willst mir jetzt aber nicht erzählen, dass jemand ernsthaft nach solchen Kriterien seinen nächsten Spielekauf tätigt, oder?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. September 2011
  39. Spiritogre Well-Known Member

    Spiritogre
    Registriert seit:
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    Beiträge:
    258
    Deswegen sollte Technik und (durch Technik erzeugte) Atmosphäre auch strikt getrennt bewertet werden. Eine schwammige Textur mag nicht stören, eine scharfe wäre trotzdem schöner gewesen!

    Eben das bezweifle ich, da subjektive Tests dazu tendieren Dinge unter den Tisch fallen zu lassen, wenn sie dem Gesamteindruck nicht entsprechen.

    Weil jeder nun einmal einen anderen Geschmack hat! Wie soll man wissen ob Risen besser ist als Gothic 4, wenn zwei Tester rein subjektiv nach ihrem eigenen Gusto die Spiele getestet haben, der eine mag solche Art von RPG, der andere eher sowas wie Dragon Age (was man als Leser aber schlicht nicht weiß). Sodass zwei völlig unvergleichbare(!) Tests am Ende bei rauskommen.

    Die Edge ist kein deutsches Magazin und entstammt somit einem anderen Kulturkreis. Und soweit ich gehört habe sind gerade die englischsprachigen Magazine sehr herstellerfreundlich und noch weniger kritisch.


    Das stimmt, deswegen ja auch mein Beispiel mit der Einführung. Das Problem ist die Länge. So eine Einführung benötigt Platz, der wird heute bei den Magazinen oft eingespart. Ich erwarte nicht immer Einführungen im stimmigen Christian Schmidt Stil (macht er ja auch nicht jedes Mal) aber sowas z.B. was Fabian bei Crysis 2 gemacht hat, fand ich nicht schlecht.

    Du verstehst nicht, es ging nicht um ein Baukastensystem. Die Teile können, sogar einschließlich der (normalerweise) abschließenden Meinung, gerne auch gemischt in den Text einfließen. Nur sollten halt alle Punkte enthalten sein, je nach Spiel weniger oder mehr ausführlich. So macht es ja Sinn, die subjektive Atmosphäre nach der objektiven technischen Grafik zu benennen, wenn die Grafik zum Ersteren entscheidend beiträgt.

    Ein ganz entschiedenes NEIN! 10 Punkte sind mir viel zu wenig, so gut, dass 20 machbar sind, ohne sich mit anderen Wertungen zu beißen, sollte ein Tester sein und das hinkriegen.
    Wenn zu wenig Punkte da sind, dann sind zu unterschiedlich gute Spiele zu gleich bewertet.

    Übrigens, nur weil Filmzeitschriften das so machen, muss das lange nicht gut sein. Ich finde, gerade die machen es sich da oft sehr einfach.
    Allerdings entscheidet bei einem Film weitaus mehr der persönliche Geschmack als bei einem Spiel, wo halt technische Dinge viel stärker beeinflussen, ob ein Titel gut oder schlecht ist.

    Vielleicht war das etwas überspitzt. Aber sagen wir jemand interessiert sich für zwei recht ähnliche Spiele, die auch ähnliche Gesamtwertungen eingefahren haben. Dann ist ein Blick auf die Einzelwertungen hilfreich, weil man da schnell und ohne Aufwand sehen kann welches Spiel wo besser ist und man sich entscheiden kann, welche Präferenzen man hat.
    Ansonsten muss man doch immer noch einmal die kompletten Tests lesen und u.U. Textpassagen (die ja eben nicht nach Baukastensystem an gleicher Stelle vorkommen) miteinander vergleichen.

    Immerhin reden wir hier von Spieletests und nicht von schnöden Besprechungen.
    Wenn es danach geht, dann reichen ja sonst schon meist die Previews (wenn sie mal zufällig kein Werbetext sind).
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2011
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