Activision Blizzard-CEO schadet den Produkten und vertreibt Talente, sagt Analystin

Dadurch, dass der Activision Blizzard-CEO Bobby Kotick nicht zurücktrete, schade er den Produkten und vertreibe talentierte Menschen, erklärt Analystin Jessica Gonzalez in ihrer Kündigung.

von David Molke,
01.12.2021 16:03 Uhr

Activision Blizzard King (ABK) steht im Mittelpunkt diverser Klagen und Skandale, die sich um Diskrimineirung, Rassismus und sexuelle Übergriffe drehen. Activision Blizzard King (ABK) steht im Mittelpunkt diverser Klagen und Skandale, die sich um Diskrimineirung, Rassismus und sexuelle Übergriffe drehen.

Der Riesen-Publisher Activision Blizzard King (ABK) wurde mehrfach wegen sexuellen Übergriffen, Diskriminierung und ähnlichem verklagt. Spätestens seit einem neueren Bericht über den CEO und Unternehmenschef Bobby Kotick wird vehement dessen Rücktritt gefordert, unter anderem auch von Shareholdern. Aber der Mann will nicht gehen, oder vielmehr laut eigener Aussage vielleicht erst irgendwann, wenn er die Probleme nicht schnell genug in den Griff bekommt. Nun verlässt auch die Senior Test Analystin Jessica Gonzalez das Unternehmen und richtet noch einmal scharfe Kritik an den Activision Blizzard-Chef.

Activision Blizzard: Senior Test Analystin geht und fordert Rücktritt von CEO Bobby Kotick

Worum geht's hier? Bei Activision Blizzard ist die Hölle los. Seit Monaten erschüttern diverse Skandale und Klagen den Publisher von Diablo, Overwatch und Call of Duty. Dort soll eine sexistische und allgemein toxische Arbeitsatmosphäre herrschen, sexuelle Übergriffe und Diskriminierung scheinen beinahe an der Tagesordnung zu sein.

Der CEO Bobby Kotick wusste offenbar trotz anderslautender Aussagen schon seit Jahren davon, war wohl sogar aktiv daran beteiligt und hat anscheinend andere Beschuldigte gedeckt, statt gegen die Zustände vorzugehen. Mehr dazu findet ihr hier:

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Wird der Blizzard-Schock endlich was ändern? 56:56 Wird der Blizzard-Schock endlich was ändern?

Was ist jetzt neu? Die Senior Test Analystin und Mit-Organisatorin von Activision Blizzard-Walkouts namens Jessica Gonzalez verlässt das Unternehmen. In einem Twitter-Statement zu ihrer Kündigung erklärt sie ihre Beweggründe und richtet sich mit scharfer Kritik direkt an den CEO Bobby Kotick, dessen Rücktritt sie erneut fordert:

"Ihre Inaktivität und die Weigerung, Verantwortung zu übernehmen, vertreiben großartige Talente und die Produkte werden darunter leiden, bis sie von ihrer Position als CEO entfernt worden sind. Das klingt vielleicht hart, aber sie hatten Jahre, die Kultur zu reparieren und sehen sie sich an, wo das Unternehmen momentan steht."

Jessica Gonzalez war auch als eine der wichtigsten Stimmen der Gruppierung A Better ABK bekannt. Die Arbeiter*innen fordern nicht nur den Rücktritt von Bobby Kotick, sondern auch eine Gewerkschaft und haben aufgrund der vielen Probleme innerhalb von fünf Monaten bereits zwei größere Walkouts organisiert. Das sind Proteste in Form kleiner Mini-Streiks, bei denen die Angestellten ihre Arbeit niederlegen, um zu demonstrieren.

"Ich glaube, dass ABK mit genug Bildung und Awareness ein großartiger Ort sein kann. Es gibt noch viel Arbeit zu tun und ich bin mental von diesem Kampf verwundet. Es war ein langer und kräftezehrender Weg, aber es ist noch nicht vorbei."

Jessica Gonzalez kehrt nicht nur Activision Blizzard King, sondern der kompletten Spieleindustrie den Rücken. Sie werde in einer Senior Quality Engineering-Rolle für eine Finanz-Tech-Firma arbeiten. Ihr letzter Arbeitstag bei Activision sei der 10. Dezember und sie bedauere, dass sie ihre Kolleg*innen nicht unter angenehmeren Umständen begegnen konnte. Sie werde ihren Kampf für Arbeiter*innenrechte, Inklusion, Diversität und Gleichberechtigung weiter führen.

Was sagt ihr zu den Vorwürfen, dass Bobby Kotick Talente vertreibe und den Produkten schade?

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