Alien Breed 3: Descent im Test - Test für XBLA

Hübsches Aussehen ist auch nicht alles: Alien Breed fehlt es auch im dritten Teil ein bisschen an Substanz. Und PS3-Besitzer müssen noch immer warten.

von Patrick Mittler,
21.11.2010 18:30 Uhr

Das ging aber fix: Kaum zwei Monate sind seit dem letzten Wiedersehen mit den schleimigen Aliens der Worms-Macher Team 17 vergangen, schon kriechen die Viecher wieder aus allen Ritzen. Der finale Teil der Trilogie, Alien Breed 3: Descent beschließt die Geschichte rund um die Kollision des Raumschiffs Leopold mit einem mysteriösen Geisterpott voller mordlustiger außerirdischer Kriecher. Chefingenieur Conrad versucht noch immer das arg angeschlagene Schiff beziehungsweise seine Haut irgendwie zu retten und ballert so noch immer Aliens im Dutzendpack über den Haufen. Wer Alien Breed noch nicht kennt: Das Ding fällt in die Kategorie Isometrischer Shooter. Mit dem linken Analogstick wird gelaufen, mit dem rechten gezielt und per rechtem Trigger ballert man auf alles, was sich bewegt.

Die größte und augenscheinlichste Stärke der Alien Breed-Serie ist die Präsentation. Die Unreal 3-Engine bringt einen detaillierten und effektreichen Untergang der Leopold auf den Schirm, nur wenn das Geschehen sehr nah an Conrad heran zoomt, sieht die Grafik etwas angestaubt aus. Ansonsten: Hübsche Explosionen, nette Effekte und detaillierte Beleuchtung wohin das Auge blickt. Auch das Entsorgen der zahlreichen Aliens macht Spaß. Einige eintönige Passagen müssen überstanden werden, aber dank immer neuer Waffen (MG, Flammenwerfer, Raketenwerfer, Schrotflinte und so weiter und so fort) und der Möglichkeit, die auch aufzurüsten, haben Spieler immer eine Karotte vor der Nase, die sie weitermachen lässt. Das macht richtig Laune. Leistet ihr euch ein Upgrade für eine Waffe, ist das sofort spür- und sichtbar. Die Story zählt zwar nicht zu den besten oder gar innovativsten im virtuellen Feld, doch schlecht ist sie auch nicht. Wer alle drei Teile spielt, der hat sicher seine Freude an der kleinen Horror-Saga im All.

Ganz anders Conrads Zwischenziele, die sind nämlich arg nervig. Dauernd muss der Ingenieur irgendwelche Schalter drücken, Hebel umlegen, oder Ventile schließen damit sich an anderer Stelle ein neuer Weg öffnet. Wäre die Leopold wirklich gebaut worden, hätte man die Designer mit einem Fußtritt in die Wüste gejagt. Ununterbrochen muss per Hand Wasser abgepumpt werden, Feuer gelöscht, ein Sicherheitssystem überschrieben oder sonstiger technischer Schnickschnack erledigt werden, weil an Bord allem Anschein nach nicht einmal der Kaffeautomat ohne Conrads Zutun funktioniert. Das steckt nicht nur die Spielzeit in die Länge sondern strapaziert mit der Zeit auch die Nerven aller Zocker, die einen Sinn in all der Lauferei suchen. Irgendwann klappert man deshalb einfach nur mehr die Missionsziele ab und schaltet in den »Vollkommen egal«-Modus. Leider sind zudem noch einige handfeste Bugs im Spiel. Ein Beispiel: Nachdem wir eine Tür per Sicherheitskarte öffneten, ballerte den unvorsichtigen Conrad ein Geschütz über den Haufen. Nach dem Laden des letzten Spielstandes ging die Tür nicht mehr auf, der wichtige nächste Wegpunkt auf der Minikarte ist verschwunden und wir kommen einfach nicht mehr weiter. Blöd gelaufen – Sackgasse!

Aber man muss Alien Breed zugute halten, dass es doch ganz fein unterhält. Einfach Hirn und Logik ausschalten, dann hat man seinen Spaß mit der ballerlastigen Trilogie. Ist ein Kumpel für online oder offline-Koop zu haben, entfaltet Alien Breed ganz klar den meisten Spaß. Aber: alle drei Teile spielen sich nahezu identisch. Der Dreiteiler wirkt deshalb wie ein Spiel, das aus verkaufstechnischen Gründen in einzelne Häppchen zerstückelt wurde. Nur dass der Spieler bei jedem Abschnitt wieder von Null beginnen muss (Ausrüstung, Waffen, Geld). Wir hoffen, dass Alien Breed einmal als günstigere Compilation zum Download bereit steht. Vorerst kommen aber überhaupt nur Besitzer einer Xbox 360 zu dem Vergnügen. Auf Sonys Playstation 3 ist gerade einmal der erste Teil, Alien Breed: Evolution erschienen, heißt im PSN-Store aber Alien Breed: Impact und hat einen zusätzlichen Prolog-Abschnitt. Die anderen beiden Teile werden erst nachgereicht. Fixe Termine gibt es noch nicht.

Alien Breed 3: Descent

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

1 bis 2

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

546,3 MB

Entwickler:

Team 17

Hersteller:

Team 17

USK:

ab 16 Jahren

Wertung:

* * *


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