EA-Mitarbeiter stolpert in Lagerraum zufällig über Retro Spiele-Schatz mit fast 20.000 Assets - nur deshalb konnten 7 neue Remaster entstehen

Eigentlich wollte Jim Vessella nur irgendwo Kisten lagern, aber in dem Raum, der ihm gezeigt wurde, wartete ein echter Schatz.

Hier schlummerten vergessene Schätze (Bildquelle: EA Blog). Hier schlummerten vergessene Schätze (Bildquelle: EA Blog).

Einen echten "Schatz" zu finden, setzt nicht immer voraus, dass man auch danach sucht – und im Fall von Jim Vessella, Producer bei EA, war das Ganze tatsächlich ein großer Zufall. In seinem Büro hatten sich kartonweise sogenannte Betacam Tapes gestapelt. Das sind Videobänder, auf denen sich in diesem Fall Original-Cutscenes aus einem Spiel befanden, die er für seine Arbeit brauchte.

Für diese sich auftürmenden Boxen suchte Vessella 2022 einen neuen Platz. Nur aus diesem Grund stieß er auf einen Lagerraum, der komplett vollgestopft mit weiteren Retro Game-Assets war.

So entstand aus einem Alltagsproblem eine Remaster-Sammlung

Der Producer beschreibt den Moment, in dem er den Raum betrat, wie folgt:

Das ist wie Indiana Jones. Einfach nur: "woah".

Das Bild oben im Artikel gibt euch einen kleinen Einblick. Ganze 20.000 Retrospiele-Assets zu diversen Spieleklassikern sollen in dem Raum gelagert haben, auf ganz unterschiedlichen Datenträgern wie ebenfalls Betacam Tapes, aber auch CD-ROMS und mehr (via EA Blog).

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Vessella wusste sofort, dass er etwas daraus machen wollte und der erste Schritt war natürlich die Digitalisierung des Materials. Diese nahm 2024 ihren Anfang mit einem kleinen Team aus einem Subunternehmen.

Die Arbeit umfasste 17 Stunden tägliches Einlegen von Bändern in Betacam- und Videorekorder, was in Wechselschichten passierte. Zusätzlich katalogisierte Vessella selbst 500 seltenere Speichermedien, die dann extern digitalisiert wurden.

Es war noch ein langer Weg

Aber das war natürlich nur der Anfang des Projekts (via The Game Business Show). Dass daraus am Ende neue Spiele-Versionen wurden, war nur mit der Hilfe der Community, genauer gesagt, Moddern möglich. Dazu muss allerdings angemerkt werden, dass die nicht etwa gegen Bezahlung von EA angeheuert wurden. Stattdessen brachten sie laut Vessella ihre Arbeitsstunden komplett eherenamtlich ein.

Die beteiligten EA Mitarbeitenden mussten nebenbei außerdem ihre Vollzeitaufgaben stemmen. Der Producer beschreibt die Remaster als "Herzensprojekt".

Eine besonders wichtige Rolle nahm ein Modder namens Matt Wells ein, der jede Menge Erfahrung auf dem Gebiet mitbrachte. Vessella machte die Playtests für die Builds, die Wells entwickelte und die beiden verbrachten viel Zeit mit Troubleshooting über eine remote Kommunikationsplattform.

Bei den am Ende entstandenen Remastern handelt es sich um folgende Spiele: Road Rash, Wing Commander 1-4, Wing Commander Prophecy und Privateer 2: The Darkening. Road Rash bekam damit sogar die erste digitale Veröffentlichung. Zudem gab es eine lange Zitterpartie wegen der Musik-Lizenzen, die erneuert werden mussten.

Die Spiele werden allesamt auf Steam und GOG angeboten und kosten normalerweise 9,99 Euro, sind aber aktuell um die Hälfte reduziert.

Jetzt seid ihr gefragt: Was haltet ihr von der Geschichte über den Fund, aber auch von der Umsetzung der Remaster, gemeinsam mit ehrenamtlich arbeitenden Moddern?


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