Final Fantasy Tactics: The War of the Lions im Test - Misslungene Portierung eines Klassikers

Die umsetzungsfreudigen Entwickler von Square Enix bescheren uns mit FF Tactics: The War of the Lions erneut eine der teuersten Apps im Store. Für fast dreizehn Euro darf man dann aber auch ein technisch sauberes Spiel erwarten.

von Thomas Ruhk,
31.08.2011 17:40 Uhr

Final Fantasy Tactics: The War of the Lions ist eine Portierung des gleichnamigen PSP-Spiels, welches vor einigen Jahren erschien. Schon diese Fassung war damals ein Remake, denn das Originalspiel kam ursprünglich 1997 auf den Markt. Square Enix bleibt der eingeschlagenen Linie treu und schlachtet nun erneut das eigene Franchise aus. Auf dem iPhone und dem iPad sind ja bereits mehrere Ableger des japanischen Rollenspiel-Kosmos erschienen.

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In der Vergrößerung pixeln die Charaktere stark auf.In der Vergrößerung pixeln die Charaktere stark auf.

Das Remake auf der PSP wurde um Zeichentrick-Sequenzen erweitert, die zum einen hohe technische Qualität besitzen und zum anderen die Grenzen zwischen Mann und Frau vollends verschwimmen lassen. Diese Szenen sind nun auch bei der iPhone-Portierung zu bestaunen. Damals wie heute fällt es dem Betrachter schwer, Männer und Frauen eindeutig zu bestimmen. Wer gegen allzu androgyne Figuren eine Abneigung hat, sollte von Final Fantasy Tactics besser Abstand halten.

Der Spieler führt den Hauptcharakter Ramza durch eine Reihe von Gefechten, die stets in isometrischer Ansicht gezeigt werden. In den Schlachten setzt man verschiedene Figuren ein und kommandiert ihre Aktionen über Menüs. Jede positive Aktion resultiert direkt in Erfahrungspunkte, und ein umfangreiches Jobsystem lässt dem Spieler viel Freiraum bei der Gestaltung der Charaktere.

Die Kampfsteuerung über Menüs stolpert über die Ungenauigkeit.Die Kampfsteuerung über Menüs stolpert über die Ungenauigkeit.

Leider funktioniert die Steuerung des Spiels eher schlecht als recht. Die Schrift ist viel zu klein geraten, und wenn man sich durch eine Liste scrollen muss, kann das sehr fummelig werden. Die Bewegungsaktionen, essentieller Bestandteil der Gefechte, verlangen nach Geduld, denn man vertippt sich oft und muss nachkorrigieren. Es will sich kein echter Spielfluss einstellen, wenn sich die Kämpfer nicht so hinstellen wollen, wie es eigentlich erforderlich wäre. Da wirklich jede Aktion über Buttondruck bestätigt werden muss, verkommt das im Kern tolle Spiel zu einer trägen Menü-Orgie.

Die Schrift ist sehr klein und leicht unscharf.Die Schrift ist sehr klein und leicht unscharf.

Großen Anteil daran hat auch die schwache Technik von Final Fantasy Tactics. Obwohl die Grafik beileibe nicht mehr als modern zu bezeichnen ist, bremst die Bildrate bei fast jeder Aktion drastisch aus. Das stört ungemein und macht die Kämpfe noch länger, als sie sowieso schon sind. Zudem ist die Optik nicht an das Retina-Display angepasst. Das lässt sich vor allem an der Schrift erkennen, die winzig klein ist und immer unscharf wirkt. Einzig die Musik und die Filmszenen sind auf gewohntem Final-Fantasy-Niveau – die machen aber nur einen Bruchteil des sehr umfangreichen Spiels aus. Wie immer haben wir das Spiel auch auf dem iPad getestet, um die Unterschiede festzuhalten. Erstaunlicherweise zeigen sich die Bildrateneinbrüche auf dem iPad nicht so stark, sodass wir versucht haben, Final Fantasy Tactics damit zu spielen. Nachdem der Titel vier Mal darauf abgestürzt ist, haben wir genervt aufgegeben. Square Enix hat angekündigt, im Herbst eine Extrafassung für das iPad zu veröffentlichen.


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