Geplante Reformen von Friedrich Merz & Co.: Darf ich trotz Krankschreibung eigentlich noch zocken?

Friedrich Merz und die Bundesregierung wollen diverse umstrittene Reformen durchsetzen. Eine der kontroversesten ist die Krankschreibung ab dem ersten Arbeitstag. Aber wie ist es mit den Hobbies, wenn ich krank bin?

Ihm ist wohl eher egal, was er darf und was nicht. Ihm ist wohl eher egal, was er darf und was nicht.

Wenn es nach SPD, CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz geht, müssen demnächst alle immer schon zum ersten Tag ihrer Krankheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber vorlegen. Passend dazu interessiert viele Menschen natürlich, was eigentlich erlaubt ist, wenn wir krank sind. Dürfen wir zum Beispiel Videospiele zocken?

Darf ich noch zocken, wenn ich krankgeschrieben bin?

Was ist eigentlich erlaubt, wenn wir krank sind? Dürfen wir beispielsweise zocken, wenn wir offiziell krankgemeldet sind? Die kurze Antwort: Ja, aber es kommt natürlich darauf an.

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Erlaubt ist laut Rechtsanwalt Alexander Bredereck alles, was der Heilung und Genesung nicht im Wege steht. Seid ihr wegen eines gebrochenen Beins krankgeschrieben, solltet ihr euch lieber nicht beim Skifahren oder Tanzen von Chefs und Kolleg*innen sehen lassen. Habt ihr allerdings Spaziergänge verschrieben bekommen, dürft ihr natürlich durchaus draußen herumlaufen.

Das lässt sich auf Videospiele übertragen. Habt ihr eine AU wegen Stress, solltet ihr nur Spiele spielen, die zum Stressabbau dienen. Welche das sind, kann individuell natürlich ganz unterschiedlich sein. Manch einer kriegt bei Call of Duty oder FIFA einen regelrechten Rappel, bei anderen kann das absoluter Balsam für die Seele sein.

Falls ihr aber das Gefühl haben solltet, ihr könnt eurem Arbeitgeber nur schwer vermitteln, dass Games dabei helfen, gesund zu werden, solltet ihr vielleicht einfach darauf achten, offline zu spielen – oder im Inkognito-Modus, in dem euch niemand sehen kann, wenn ihr das nicht wollt.

Geplante Reform von Krankschreibungen: Das soll sich ändern

Hier aber noch mal ganz generell zu den Änderungen, über die alle gerade reden: Aktuell gibt es eine gesetzliche Frist, die vorsieht, erst ab dem dritten Krankheitstag eine AU (=Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) beim Arbeitgeber vorlegen zu müssen. Das kann aber auch jetzt schon je nach Betrieb unterschiedlich geregelt sein.

Friedrich Merz und Co. wollen nun einführen, dass das generell schon ab dem ersten Krankheitstag gilt. Außerdem soll die wegen Corona eingeführte Möglichkeit abgeschafft werden, sich telefonisch krankschreiben zu lassen.

Im selben Atemzug wurde behauptet, dass sich dafür aber trotzdem niemand am ersten Krankheitstag in eine Arztpraxis schleppen müsse. Wie man sonst an die Krankschreibung kommen soll, die dann zwingend vorgelegt werden muss (und wie die Praxen nicht heillos davon überfordert sein sollen), bleibt erst mal Geheimnis von Merz und der Regierung.

Mittlerweile regt sich sogar Kritik aus den eigenen Reihen an der geplanten Reform (via: Tagesschau). Sie könnte dazu führen, dass sich Kranke lieber trotzdem zur Arbeit schleppen, dort dann alle anstecken und es so letzten Endes zu mehr und nicht weniger Krankschreibungen sowie noch stärker überlasteten Arztpraxen kommt.

Das Gute ist: Immerhin handelt es sich dabei bisher nur um einen Beschluss des Koalitionsausschusses. Das heißt, wir haben es hier lediglich mit einer politischen Ankündigung zu tun, und nicht mit einem Gesetzentwurf. Bis etwaige Änderungen in Kraft treten (falls sie nicht doch wieder einkassiert werden), kann es noch dauern. Solange gilt die alte Regelung.

Spielt ihr Videospiele, wenn ihr krank seid, und wenn ja, welche (und was bei welchen Krankheiten)?


Kommentare(1)
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