Wie war das Mittelalter wirklich, wie wird Geschichte geschrieben und was hat das Ganze mit Videospielen zu tun? Antworten auf diese Fragen kann eine neue, ziemlich cool klingende Ausstellung im Hansemuseum Lübeck liefern. Aber durch die lauft ihr nicht einfach nur durch, ihr "spielt" sie richtig.
Hansemuseum Lübeck lässt euch das Mittelalter spielerisch erleben
Die Let's Play Mittelalter genannte Ausstellung startet am heutigen 9. Oktober und kann dann über ein Jahr lang besucht werden, bis zum 31. Oktober 2027. Und es scheint sich durchaus zu lohnen, auch wenn wir selbst noch nicht da waren. Aber allein das Konzept klingt schon sehr spannend.
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Das perfekte Mittelalterspiel: Kann es das wirklich geben? - mit Maurice und Tobias Stolz-Zwilling
Ihr latscht nämlich nicht einfach nur von einem Bild zum nächsten, werft zwischendurch mal einen Blick in irgendwelche Schaukästen oder guckt vielleicht noch einen Film (wie das oft in manchen anderen, eher langweiligen Museen der Fall sein kann). Nein, die Let's Play-Ausstellung heißt nicht umsonst so.
Das Ganze soll nämlich ein regelrechtes Abenteuer werden und selbst spielbar sein. Das heißt, dass ihr euch einen eigenen Avatar erstellen könnt, Erfahrungspunkte sammelt, indem ihr Aufgaben löst und außerdem Entscheidungen trefft, wie ihr euch durch die Mittelalter-Welt der Ausstellung bewegt.
Es soll nicht nur einen Turnierplatz, eine Taverne und ein Bankett geben, sondern zum Beispiel auch eine geheimnisvolle Drachenhöhle, ein Gaming-Lab und spezielle Leihgaben wie den Hörnerhelm aus dem Richard-Wagner-Museum in Bayreuth. Franziska Evers, die Kuratorin der Ausstellung, erklärt:
"Wir zeigen, wie Games Geschichte erzählen und machen das Spiel selbst zum Vermittlungsprinzip. Wer spielt, muss entscheiden, handeln und ausprobieren. Und erlebt, dass Geschichte immer auch von Perspektiven und Erzählweisen geprägt ist."
Hier soll also spielerisch vermittelt werden, dass Geschichte nicht unbedingt gleich Geschichte ist. Nicht zuletzt ist unser Bild des Mittelalters massiv durch Klischees und diverse Darstellungen in Medien wie Filmen oder eben auch Computerspielen geprägt. Darum geht es auch auf der offiziellen Seite der Let's Play Mittelalter-Ausstellung.
Um die Ausstellung zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen, wurde auf "Expertinnen und Experten aus Game Design, Szenografie und Medienkunst" gesetzt. Gestaltet wurde das Ganze von der Agentur Liquid, die dazu Folgendes zu Protokoll gibt:
"Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, Gamerinnen und Gamer durch Insider-Wissen, zahlreiche Referenzen und Easter Eggs abzuholen und gleichermaßen Museumsbesuchende ohne große Gaming-Erfahrung mit auf die Reise zu nehmen und so vielleicht einen Zugang in die Welt des Computerspielens zu ermöglichen."
Ihr braucht euch also nicht wundern, wenn ihr in der Let's Play Mittelalter-Ausstellung des Hansemuseums Lübeck auf vertraute Gesichter oder Zitate aus Spielen wie The Witcher 3: Wild Hunt, A Plague Tale: Innocence oder Kingdom Come: Deliverance 2 stoßt.
Und wenn ihr dann schon mal in der Nähe seid: In Dassow, nicht weit von Lübeck entfernt, gibt es mit Outpost One auch noch eine gigantische Star Wars-Ausstellung.
Wie klingt das Mittelalter-Let's Play für euch? Würdet ihr dafür extra nach Lübeck reisen?
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