Anfang 2003 erschien auf RTL 2 ein Anime zu einem Kartenspiel, der in Deutschland einen regelrechten Boom auslöste und sich bis heute mehr als beachtlich schlägt. Die Rede ist natürlich von Yu-Gi-Oh.
Das Kartenspiel selbst gab es damals schon mehrere Jahre, schließlich kam es im Jahr 1999 auf den Markt. Die erste Anime-Staffel namens "Duelist Kingdom" schien davon aber nur wenig mitbekommen zu haben – die Spielregeln hier glichen eher dem Wilden Westen als dem heute üblichen Spielwerk.
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Der Grundstein für Yu-Gi-Oh
Die erste Yu-Gi-Oh-Staffel lässt den schüchternen Schüler Yugi Muto das legendäre Millenium-Puzzle nach über fünftausend Jahren zusammensetzen und den darin schlummernden Geist eines namenlosen Pharaoh freisetzen.
- Damit beginnt eine Reise in eine Welt, die von einem Kartenspiel namens "Duel Monsters" dominiert wird; fast jeder Konflikt wird damit gelöst – selbst politische und wirtschaftliche Entscheidungen hängen vom Ausgang eines Duells ab.
- Nach dem Erschließen des Millenium-Puzzles wird Yugi von Duel Monsters-Erfinder Maximillion Pegasus in ein übernatürliches Duell der Schatten gezogen, der dabei die Seele von Yugis Großvater raubt. Um diese zurückzuholen, muss Yugi bei Pegasus' Turnier antreten.
Dieses Turnier lud nach Duelist Kingdom ein, wo sich Yugi und Co. gegen andere Duellant*innen durchsetzen mussten, um an das ersehnte Match mit Pegasus zu kommen.
Hauptsache cool
Über Standort und Gewinn hinaus scheint sich Pegasus kaum um das Regelwerk gekümmert zu haben, denn in dieser Staffel werden enorm viele Spielzüge gezeigt, die in dem heutigen Kartenspiel gar nicht funktionieren würden.
- Monster beliebiger Stärke kamen einfach so aufs Feld, darunter auch Kaibas drei Weiße Drachen in der allerersten Folge. Im Kartenspiel verlangen solch starke Monster mindestens ein vorheriges Opfer – hier galt auf los geht's los.
- Später verschmilzt Yugi "Mammutfriedhof" mit Kaibas "Blauäugiger ultimativer Drache", also einer Karte seines Gegners! Die Fusion gelingt auch nur teilweise – was Absicht war, denn als untotes Mammut zersetzt es den Drachen von innen, der daraufhin zerfällt und so Runde um Runde Angriffspunkte verliert.
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Zwei weitere Momente sind mir besonders mit Wildwest-Charakter in Erinnerung geblieben, die im echten Kartenspiel für schüttelnde Köpfe gesorgt hätten.
- Gegen PaniKs schwebende Burg ist Yugi zunächst machtlos – bis er die "Katapult-Schildkröte" einsetzt, um "Gaia, zorniger Ring" buchstäblich in die Burg zu schleudern und so ihren Effekt zu schwächen.
- Gegen Mako Tsunami greift Yugi wiederum mit "Riesen-Steinsoldat" den einsetzenden Vollmond (!) an, um seinen mythischen Verstärkungszauber für Wassermonster zu unterbinden.
Viele dieser Elemente erinnern mehr an eine Partie Dungeons and Dragons denn an ein Kartenspiel. Erst mit dem darauffolgenden Battle-City-Arc setzte das "gewohnte" Yu-Gi-Oh ein – aus Pegasus' Turnier wurde so ein vollwertiges und auch im echten Leben nachspielbares Kartenspiel.
Welcher Regelbruch aus der ersten Staffel ist euch am stärksten im Kopf geblieben?
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