Cyberpunk Edgerunners kündigte jüngst eine zweite Staffel an – Grund genug, die ersten zehn Folgen nochmal Revue passieren zu lassen. Im Interview mit Anime Corner diskutierte Serienautor Bartosz Szytbor unter anderem das herzzereißende Finale der ersten Edgerunners-Season und gab Fans zu verstehen, dass das nicht einmal das Schlimmste war, dass die Showrunner für David und Lucy geplant hatten.
Spoilerwarnung: Um den Vergleich zum hypothetischen Finale von Cyberpunk: Edgerunners zu ziehen, müssen wir auch auf das tatsächlich ausgestrahlte Ende eingehen – wenn ihr die Serie noch nicht gesehen habt, könnt ihr das auf Netflix nachholen.
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Cyberpunk: Edgerunners - Erster offizieller Teaser zur 2. Staffel
Roboter in Konzernkriegen waren "eine echte Option"
Die drastische Alternative, die Sztybor im Interview nennt: Davids Tod ist nicht "vollständig". Stattdessen wird er von Arasaka übernommen und kämpft "in Afrika oder Südamerika als Roboter in Konzernkriegen" – ohne Kontrolle über sich selbst, ohne Lucy an seiner Seite, ohne einen richtigen Abschluss seines Handlungsbogens.
Was das Edgerunners-Universum als größtes Schreckensszenario etabliert – der vollständige Verlust des Selbst an Cyberware und Konzerninteressen –, wäre damit also buchstäblich eingetreten. Die Cyberpsychose bleibt ein dauerhafter Zustand, ein Schrecken ohne Ende.
- Zur Erinnerung: Im finalen Akt von Cyberpunk: Edgerunners kämpft David in einem letzten Kräfteaufgebot gegen Adam Smasher, um Lucy die Flucht und damit den Weg zum Mond zu ermöglichen – ihrem einzigen, seit ihrer Kindheit verfolgten Ziel.
- Das kostet David sein Leben; die bittersüße Note bleibt, dass er selbst wählen konnte, wofür er kämpft und wen er schützt.
Standalone war immer das Ziel
Was das Staffelfinale von Cyberpunk: Edgerunners zeigt, wäre nach Lesart des Cyberpunk-Autors also noch die vergleichsweise "humanste" Auflösung für seinen Charakter gewesen. Schließlich dreht das Roboter-Ende gerade den Akt der Selbstbestimmung um, den uns das ursprüngliche Finale gewährt.
Auf die Frage, ob Sztybor im Nachhinein – angesichts des enormen Erfolgs der Serie – jemanden hätte überleben lassen, um eine Fortsetzung zu ermöglichen, hat der Autor indes ein klares Nein geantwortet.
Die Entscheidung, die Geschichte auf zehn Episoden anzulegen und als abgeschlossenes Werk zu erzählen, sei keine nachträgliche Überlegung gewesen. Sztybor beschreibt das als einen charakteristischen Ansatz von CD Projekt Red. Man wolle hier stets ein Ende setzen und dabei bleiben, ganz gleich, wie groß das kommerzielle Potenzial ausfällt.
Gefällt euch das alternative Ende für Cyberpunk: Edgerunners besser als das Original?
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