Habt ihr Die Odyssee im Kino gesehen oder die Berichterstattung rund um den Film verfolgt, ist euch sicher eines aufgefallen: Christopher Nolan hat sich an Homers Vorlage orientiert, ist teils aber auch deutlich von ihr abgewichen und hat mitunter wichtige Personen aus der Handlung gestrichen.
Darunter beispielsweise auch Prinzessin Nausikaa, die im historischen Werk eine überaus wichtige Rolle einnimmt und der Studio Ghibli-Legende Hayao Miyazaki im Jahr 1984 sogar einen eigenen Anime gewidmet hat.
Das ist Nausikaa aus "Die Odyssee"
Prinzessin Nausikaa ist in Homers Odyssee vor allem für ihren Heldenmut und ihre Empathie bekannt.
Sie war es nämlich, die den schiffbrüchigen, an den Strand gespülten und völlig entkräfteten Odysseus gerettet hat, indem sie ihm Nahrung gab und einkleidete – ihre Dienerinnen hingegen flohen vor dem nackten und verwahrlosten Mann.
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Nausicaä - Prinzessin aus dem Tal der Winde: Trailer zum visionären Werk von Hayao Miyazaki
Zudem nutzt Nausikaa ihre Beziehungen als Prinzessin und macht Odysseus mit dem phaiakischen Königshof bekannt. Hier kann der berühmte Reisende von seiner Irrfahrt erzählen und bekommt später das Schiff gestellt, das ihn zurück in seine Heimat nach Ithaka bringt.
So umgeht Nolan den Nausikaa-Part
In Nolans "Die Odyssee" wird Odysseus ebenfalls als Schiffbrüchiger an den Strand gespühlt. Im Film wird er jedoch von der Göttin Kalypso gerettet, bei der er mehrere Jahre bleibt und ihr in Rückblenden von seiner Irrfahrt erzählt.
Den kompletten Part der Erzählung auf der Insel Scheria, der Heimat der Phaiaken, wurde für den Film hingegen komplett gestrichen.
Nausikaa wurde 1984 zur Anime-Heldin
Anstatt ihren Part zu streichen, hat Hayao Miyazaki ihre Rolle mitunter zum Vorbild für den Anime "Nausicaä aus dem Tal der Winde" genommen. Dabei handelt es sich übrigens um den letzten Film, der vor seiner Studio Ghibli-Ära entstanden ist.
Im Anime wird anders als in Homers Vorlage eine postapokalyptische Welt gezeigt, in der sich die Natur den Menschen entgegenstellt, die wiederum nun ums Überleben kämpfen. So besteht ein Großteil des Planeten aus einem giftigen Pilzwald, und riesige Insekten streifen umher. Nausicaä ist es jetzt, die sich dem Übel entgegenstellt und versucht, die Menschheit wieder in den Einklang mit der Natur zu bringen.
Ihr merkt es schon: Wie auch schon in Prinzessin Mononoke war Umweltschutz in Animes von Hayao Miyazaki immer ein enorm wichtiges Thema.
Der Anime bedient sich weniger am mythologischen Setting der Odyssee, sondern stellt vielmehr den mutigen und empathischen Charakter der Prinzessin in den Vordergrund, um ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Als weitere Inspirationsquelle bediente sich Miyazaki übrigens an japanischer Folklore, genauer an der Kurzgeschichte "Die Insekten liebende Prinzessin" aus dem 12. Jahrhundert.
Wollt ihr Nausicaä aus dem Tal der Winde nachholen, könnt ihr das übrigens auf Netflix. Ansonsten findet ihr den Anime bei vielen Streaming-Anbietern wie Amazon Prime oder Apple TV als Verleih-Version.
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