Nach meinen ersten Klemmbaustein-Projekten bin ich dank Kollege Kevin auf den chinesischen LEGO-Konkurrenten Lumibricks gestoßen. In seinem Regal steht nämlich unter anderem die King’s Castle Treasury, also die Schloss-Schatzkammer des Königs. Und die habe ich mit ihrem filigranen Look sofort bewundert.
Also habe ich beschlossen, mich selbst an die 3209 Teile ranzuwagen – und das war nach anfänglicher Verwirrung so ein großer Spaß, dass ich schon weitere Lumibricks-Projekte plane.
Zuerst hatte ich richtig viel Respekt
Anfangs hatte ich eine Menge Respekt vor der Schloss-Schatzkammer, weil sie mein bislang größtes Set war, und auch noch die Elektronik für die Beleuchtung dazukam – die ist nämlich bei jedem Lumibricks-Set dabei.
Als ich die Box geöffnet habe, war ich außerdem erst mal irritiert. Darin war nämlich vor allem: VIEL! Beziehungsweise, mehr von allem als gewohnt.
Drei Anleitungen, mehrere Tüten zu jeder Nummer, mehrere Tüten mit den Buchstaben “S” und “F” und das mehrteilige Lichtset, mit dem jeder Lumibricks-Bausatz kommt.
An das ganz eigene System des Herstellers habe ich mich aber ruckzuck gewöhnt und fand es dann sogar super simpel und die Anleitung übersichtlicher als bei meinen bisher gebauten LEGO-Sets. Besonders die Perspektiven der Abbildungen sind häufig geschickter gewählt.
Das Wichtigste zum Set und Lumibricks:
- Steine: Lumibricks verwendet GoBricks-Steine, die eine sehr hohe Qualität haben und zu den besten LEGO-Alternativen am Markt gehören – wenn es nicht sogar die besten sind
- Teile: 3209
- Preis: 186 Euro, knapp 6 Cent/Teil
- Gewicht: ca 4050 g
- Bauabschnitte: 16
- Aufbauzeit: ca. 10 Stunden
- Besonderheit: Eingebaute Beleuchtung, sehr modularer Aufbau, Connectoren zu anderen Sets aus der Reihe, um sie mit nur einer Stromquelle zu betreiben. Beleuchtung über mitgelieferte Batteriebox oder USB möglich.
- KEINE STICKER, nur Drucke
- Anzahl Minifiguren: 6
So funktioniert das Lumibricks-Aufbau-System:
- Die Tüten sind fortlaufend nummeriert, unabhängig vom Anleitungsheft: also hat das zweite Heft keine eigene 1, sondern startet z.B. direkt mit 9.
- Für jeden Bauabschnitt muss man ganz einfach jede Tüte mit der passenden Zahl aufreißen.
- Bei manchen Abschnitten kommt noch ein Lichtpack dazu.
- Tüten mit S und F öffnet man zu Beginn und packt sie am besten separat, weil darin die Spezialteile sind, die man immer wieder zwischendurch braucht.
Bei manchen Abschnitten kommt noch ein Lichtpack dazu
Die vielen kleinen Details und das Lichtsystem waren das Beste am Bau
Weil jeder Abschnitt sehr viele unterschiedliche Teile enthält, habe ich darauf verzichtet, wie gewohnt vorzusortieren. Anfangs fühlte sich das chaotisch und gruselig an, insbesondere, weil mit den Zusatzteilen aus den F- und S-Tüten immer richtig viele Steine gleichzeitig lose herumlagen.
Letztlich hatte dann aber gerade das Heraussuchen der passenden Teile seinen Reiz. Zum einen habe ich mich ständig über niedliche kleine Details gefreut: bunte Kristalle, Goldbarren, Buchseiten und Federkiel, Dachziegel, die Buntglasfenster …
Zum anderen ist es eine sehr beruhigende Aufgabe, die mir gerade in einer mental schwierigen Situation geholfen hat: Klötzchen rauszusuchen ist schön gleichförmig und entspannend, fordert aber trotzdem Aufmerksamkeit.
Aber auch der Teil, bei dem ich anfangs etwas skeptisch war, nämlich das Verlegen der Kabel und Anschlüsse, war extrem befriedigend: Die Kabel werden durch Spezialteile mit Kanälen quer durch das Schloss verlegt und mit “Deckelteilen” verschlossen.
Mit den Elementen zu arbeiten, fühlte sich ein bisschen wie echtes Handwerken im Miniformat an. Dank der übersichtlichen und detaillierten Anleitung ging das Schritt für Schritt aber erstaunlich einfach.
Ich bin so begeistert, dass der König vielleicht bald Nachschub bekommt
Set und Aufmachung wirken auf mich sehr wertig, insbesondere dafür, dass das Schloss direkt bei Lumibricks “nur” 186 Euro kostet. Mit dem Mix aus kleinteiligem und “fließendem” Design sieht es im Regal von Weitem meiner Meinung nach fast schon mehr nach Modellbau als nach klassischer Klötzchendeko aus.
Und wenn im Dunklen eine Lampe mit hübschem Stimmungslicht draus wird, ist das noch mal eine ganz andere Geschichte. Daneben gefällt mir, dass ich das Schloss an mehreren Stellen aufschieben kann, um beispielsweise die leuchtenden Kristalle in der Schatzkammer anzuschauen.
Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist der Haufen Plastikmüll. Das Set kommt mit einem ganzen Berg aus Tüten und diese sind eben nicht aus Papier.
Davon ab fand ich höchstens mal das ein oder andere Modul als Einzelkonstruktion etwas abenteuerlich oder wackelig. Fertig verbaut, saß dann aber doch alles stabil.
Als das Schloss nach rund zehn Stunden vor mir stand, fand ich es richtig schade, dass ich fertig war. Mir juckte es direkt in den Fingern und – wer weiß –, womöglich bekommt der König noch eine Apotheke und eine Mühle.
Habt ihr schon mal ein Set von Lumibricks gebaut oder seid allgemein auf den Hersteller aufmerksam geworden?
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