Harry Potter-Fan fragt, warum damals nicht einfach in Sirius' Erinnerung geschaut wurde, um seine Unschuld zu beweisen – aber die Community hat gute Erklärungen parat

Sirius Black verbringt zwölf Jahre unschuldig in Askaban. Dabei besitzt die Zaubererwelt einige ziemlich praktische Möglichkeiten, um herauszufinden, ob jemand die Wahrheit sagt.

Das Rechtsystem der Wizarding World sollte mit Zaubern und Tränken doch recht einfach sein, oder? (Bild: Warner Bros.) Das Rechtsystem der Wizarding World sollte mit Zaubern und Tränken doch recht einfach sein, oder? (Bild: Warner Bros.)

Zwölf Jahre in Askaban, umgeben von Dementoren und verurteilt für einen Mord, den er nie begangen hat: Sirius Black hat in Harry Potter wahrlich kein besonders schönes Leben.

Dabei stellt sich rückblickend eine ziemlich naheliegende Frage: Warum hat eigentlich niemand Sirius' Erinnerungen überprüft?

Immerhin wissen wir spätestens seit Harry Potter und der Halbblutprinz, dass Erinnerungen entnommen und in einem Denkarium betrachtet werden können. Sirius hätte also theoretisch zeigen können, dass Peter Pettigrew noch lebte und für die Explosion verantwortlich war.

Erinnerungen sind kein sicherer Beweis

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Dumbledore besitzt etwa Horace Slughorns Erinnerung an sein Gespräch mit Tom Riddle, weiß aber, dass dieser sie manipuliert hat. Ein Denkarium zeigt also nicht zwangsläufig die objektive Wahrheit.

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Auch Veritaserum hätte Sirius nicht automatisch gerettet. J.K. Rowling erklärte selbst, dass das Wahrheitsserum nicht unfehlbar ist. Erfahrene Zauberer können sich etwa mit Gegenmitteln oder Okklumentik dagegen schützen.

Rowling ging dabei auch direkt auf Sirius ein: Er hätte den Trank vermutlich freiwillig genommen, wenn man ihm die Möglichkeit gegeben hätte. Das Ministerium hätte trotzdem argumentieren können, dass er sich magisch gegen dessen Wirkung schützt.

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Auch Legilimentik liefert keine absolute Sicherheit. Snape schafft es schließlich über Jahre, Voldemort über seine wahren Absichten zu täuschen.

Sirius bekam nicht einmal einen Prozess

Das viel größere Problem ist aber: Bei Sirius wollte offenbar niemand gründlich nach Beweisen suchen.

Peter Pettigrew war verschwunden, zwölf Muggel waren tot und zahlreiche Zeugen hatten Sirius lachend am Tatort gesehen. Barty Crouch Sr. ließ ihn daraufhin ohne Gerichtsverfahren nach Askaban bringen.

Dass das Ministerium nicht immer besonders an der Wahrheit interessiert ist, erleben wir später auch bei Harry. Cornelius Fudge will ihn wegen des Patronus-Zaubers verurteilt sehen und ignoriert dabei alles, was nicht zu seiner gewünschten Version der Ereignisse passt.

Dass niemand Sirius' Erinnerungen untersuchte, muss deshalb kein Logikfehler sein. Die Möglichkeiten wären vorhanden gewesen. Das Ministerium hatte nur längst entschieden, dass es den Schuldigen bereits gefunden hatte.

Was meint ihr? Reicht euch diese Erklärung oder hätte die magische Wahrheitsfindung in Harry Potter generell eine größere Rolle spielen müssen?


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