KI-Modelle zur Bildgenerierung werden immer besser darin, die Realität abzubilden. Und das machen sich wenig überraschend auch Kleingenoven im Internet zunutze, beispielsweise auf Verkaufsplattformen wie Kleinanzeigen. Dort ist einigen Schraubern jetzt eine ungewöhnliche Annonce aufgefallen, deren Ersteller sie kurzerhand angeschrieben haben, nur um dann mit den abenteuerlichsten Lügen konfrontiert zu werden.
Nvidia-Grafikkarte, die gar nicht existiert, für 450 Euro im Angebot
Auf Kleinanzeigen solltet ihr genau darauf achten, auf welche Ausschreibungen ihr eingeht. Wahlweise stecken richtig gute Gebrauchtprodukte hinter den Angeboten, hin und wieder aber auch richtige "Betrugsperlen" wie der Redditor GerchSimmel es in einem Beitrag beschreibt.
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Auf den ersten Blick wird im geteilten Angebot eine GeForce RTX 5060 Ti für 450 Euro zum Verkauf in Aussicht gestellt, was zwar ein günstiger, aber kein völlig aus der Luft gegriffener Preis für die Mittelklasse-GPU wäre. Gebraucht werden die meisten 5060 Ti-Modelle momentan für etwa 500 bis 600 Euro gehandelt, es kann aber auch mal ein Schnäppchen durchrutschen.
Bei diesem Kleinanzeigenangebot wurde allerdings gehörig getrickst. So wird etwa eine vermeintliche Founders Edition der Nvidia-GPU auf den drei angehangenen Bildern angedeutet und nun ja – die gibt es gar nicht. Nvidia hat lediglich zur 5070, 5080 und der 5090 eine Founders Edition produziert.
Die Ungereimtheiten gehen aber noch ein paar Schritte weiter und entlarven den KI-Fake völlig:
- der Kühler ist je nach Bild mal völlig offen, mal geschlossen
- die Schrift an der Seite ändert sich ebenso von Bild zu Bild
- der PCi-Express-Steckplatz nimmt falsche Formen an
- die Slot-Blenden an der Rückseite würden in kein Gehäuse passen
- der Hintergrund ändert sich ebenfalls mit jedem Bild, teilweise stehen dort mehrere PCs
Da KI-Modelle kaum ihre generierten Bilder zwischen mehreren Perspektiven konstant halten können, verraten sich Fälschungen häufig auf diese Weise.
Der Betrug wurde schnell aufgedeckt – und der Ersteller sorgte noch für einige Lacher
Die Kommentierenden des PCBaumeister-Reddits haben sich in der Folge bei Kleinanzeigen gemeldet und das Angebot sperren lassen, damit niemand darauf hereinfällt. In der Zwischenzeit haben sie sich aber auch noch einen Spaß erlaubt und den Angebotstellenden kontaktiert.
Dabei war die Person um keine Lüge verlegen: Der Sohn habe mit der Grafikkarte eine Woche Fortnite gespielt, sei aber eine "Katastrophe" und könne einfach nicht zufriedengestellt werden. Nicht einmal eine 5090 reiche seinen Ansprüchen – also die derzeit leistungsstärkste Grafikkarte, die es für läppische 6.000 Euro zu kaufen gibt.
Und die wohl jetzt sogar von Nvidia vorzeitig abgesägt wird, was zu noch geringerer Verfügbarkeit mitsamt einiger Preiserhöhungen führen könnte:
Ein User schreibt dem Betrüger, dass er seine Frau nicht zum Essen ausführen konnte, da er auf Kleinanzeigen kürzlich um eine RTX 4090 geprellt wurde. "Sowas ist auch ärgerlich und sollte nicht passieren." bekam er als Antwort zurück und ja, da stimmen wir dem Scammer tatsächlich zu! Damit so etwas nicht passiert, solltet ihr bei Versandgeschäften stets auf sichere Bezahlmöglichkeiten achten.
Kleinanzeigen bietet beispielsweise die Funktion Sicheres Bezahlen an, wenn ihr Kontakt mit einem Verkäufer aufnehmt. Gegen Zahlung einer Gebühr wird dann von einem externen Dienstleister der Zahlungsvorgang als Mittelsmann übernommen.
Dabei handelt es sich um Adyen N.V. und OPP als offizielle Partner von Kleinanzeigen. Bei den Firmen hinterlegt ihr dann eure Zahlungsdaten, die verkaufende Person bekommt sie also nicht zu Gesicht.
Dabei solltet ihr aber unbedingt darauf achten, dass ihr keine mysteriösen Links eures Gegenübers anklickt. Die können nämlich dazu dienen, eure Zahlungsdaten abzuschöpfen. Einzig die Weiterleitungen von Kleinanzeigen selbst solltet ihr nutzen!
Ist euch schon einmal solch ein Betrug aufgefallen?
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