Wenn wir später schöne Erinnerungen an die Schulzeit haben, liegt das oft auch an besonders engagierten Lehrern und Lehrerinnen, die den Extraschritt gehen, um ihren Unterricht ansprechend zu gestalten.
Mehr als einen Schritt macht wohl dieser Englischlehrer, der für seine 12. Klassen seit inzwischen vier Jahren Literatur anhand von Videospielen vermittelt. Das ist natürlich ganz schön teuer, aber er bekommt auch von vielen Seiten Unterstützung.
Highschool-Lehrer lässt seine Klasse zocken, um Literatur näherzubringen
John Kellogg ist Englischlehrer in den USA und unterrichtet dort das Wahlfach "Videospiele als Literatur", das er vor vier Jahren selbst ins Leben gerufen hat. Wir hatten bereits darüber berichtet, wie er eine komplette Sammlung aus 32 Game Boys für seine Klasse beschafft hat – da macht der motivierte Lehrer aber bei Weitem noch nicht Schluss.
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Allein im ersten Jahr des Wahlfachs hatte er 24 Xbox-Konsolen, zwei PS5 und vier Nintendo Switches besorgt. Die konnte er sich selbst von seinem Gehalt nicht leisten, weshalb er sich für jede Menge Förderzuschüsse beworben hat, von denen er auch mehrere bekam.
Die Videospiele selbst waren dann noch einmal ein anderes Thema, immerhin braucht jeder Schüler und jede Schülerin ein eigenes Exemplar, wenn die Titel nicht Teil des Game Pass-Abos sind.
Hier halfen aber tatsächlich Entwickler und Publisher selbst aus, nachdem Kellogg eine Reihe Nachrichten verschickte, um seine Situation zu erklären, wie er auf seiner Webseite verrät.
"Ich hab angefangen, Mails zu versenden und so viele Leute aus der Gaming-Industrie online zu kontaktieren, wie ich erreichen konnte. Ehrlich gesagt hab ich erwartet, nichts zurück zu hören.
Es gab nichts, was mich von komischen Internet-Typen unterscheidet, die nach Codes fragen. Weshalb ich versucht habe, eine möglichst ehrliche E-Mail zu formulieren, die erklärt, warum meine Klasse das braucht."
Von Supergiant Games bekam er etwa Hades und später auch Hades 2 für die gesamte Klasse, von Crows Crows Crows kam The Stanley Parable. Hardware-Hersteller PowerA legte dann noch eine Reihe Controller, Batterien und Headsets obendrauf.
"Ich habe nichts erwartet und riesigen Support aus der Gaming-Community bekommen und könnte nicht dankbarer sein."
Seit Beginn des Wahlfachs hatte der Lehrer nicht nur viel Spaß damit massenweise Unterrichtsmaterial wie Poster, Booklets und Aufgaben zu erstellen, die er entweder auf seiner Webseite oder seinem Patreon-Account teilt, damit sie von anderen genutzt werden können.
Er hat mit seinen Klassen auch Spiele wie What Remains of Edith Finch, Red Dead Redemption 2 oder The Alters durchgenommen. Der Unterricht besteht dabei natürlich nicht nur aus Zocken, sondern auch dem Analysieren der Inhalte und des Storytellings.
Wie er stolz berichtet, hätten manche Schüler*innen anfangs Probleme gehabt, auch nur einen kreativen Satz zu schreiben – nach dem Spielen von Skyrim haben sie dann ganze Heftseiten mit der Stor ihres Charakters gefüllt.
Für das fünfte Jahr wechselt "Videospiele als Literatur" das Klassenzimmer und John Kellogg will das nutzen, um das Wahlfach etwas umzustrukturieren und an der Gruppenaufteilung zu feilen. Oder in seinen Worten: "Ich freue mich wirklich darauf, auf neue Ideen für das fünfte Jahr dieser Klasse zu kommen. Auf ein weiteres Jahr des Lehrens mit Videospielen!"
Was war der beste Schulunterricht, den ihr je hattet?
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