Neuer WLAN-Standard 'Wi-Fi 8' steht mit ersten Routern in den Startlöchern - und das Upgrade kann sich richtig für euch lohnen

Mit Wi-Fi 8 soll euer kabelloses Internet deutlich stabiler und schneller werden, erste Router sind bereits auf dem Weg.

Wi-Fi 8 soll demnächst euem WLAN auf die Sprünge helfen. Wi-Fi 8 soll demnächst euem WLAN auf die Sprünge helfen.

Obwohl die meisten von euch noch gar nicht vollständig auf Wi-Fi 7 umgestiegen sein dürften, steht bereits der Nachfolger bereit: Wi-Fi 8. Der WLAN-Standard bringt dabei einige wichtige Neuerungen, die euer Netzwerk vor allem stabiler machen sollen. Denn das ist mit vorherigen Versionen noch immer ein großes Problem.

Wi-Fi 8 bringt euch mehr WLAN-Zuverlässigkeit

Mit Wi-Fi 8 beziehungsweise IEEE 802.11bn, wie der Standard eigentlich heißt, ändert sich nichts an den reinen Geschwindigkeiten von eurem WLAN. Theoretisch werden weiterhin maximal 46 GBit pro Sekunde übertragen, wobei solche Werte in der Realität kaum zu erreichen sind, da die Verbindungsqualität je nach Wohnung und verwendeter Funkfrequenz stark schwankt.

Es kann auch nicht in jedem Land das volle Frequenzspektrum genutzt werden – in der EU steht beispielsweise nur ein Bereich von 480 MHz zwischen 5.945 bis 6.425 MHz zur Verfügung, die volle Power könnte sich also gar nicht entfalten.

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Der entscheidende Punkt ist bei Wi-Fi 8 aber auch nicht die reine Leistung, sondern eine Verbesserung der Zuverlässigkeit, weshalb die neue Norm auch Ultra High Reliability (UHR) genannt wird. Gleich mehrere neue Techniken sollen dafür sorgen, dass ihr in euren Wohnungen bei gleicher Distanz im Vergleich zu Wi-Fi 7 eine bessere Internet-Geschwindigkeit, eine geringere Latenz und eine niedrigere Störungsanfälligkeit erhaltet.

Genauer gesagt handelt es sich um folgende Technologien:

  • verbesserte Multi-Access-Point-Koordination
    • Coordinated Spatial Reuse: Verwendet ihr mehrere Access Points in eurer Wohnung (also Router, WLAN-Brücken und Repeater), dann sollen künftig Überschneidungen zwischen den ausgesendeten Signalen vermieden werden.
    • Coordinated Beamforming: Das Signal wird präziser zu den Endgeräten ausgestrahlt, um auch hier Interferenzen entgegenzuwirken.
    • Seamless Roaming: Es wird in einem WLAN-Mesh immer die höchste am Endgerät verfügbare Geschwindigkeit priorisiert, ohne eine neue Verbindung aufzubauen, zum Beispiel, wenn ihr mit eurem Handy in einen Raum mit eigenem WLAN-Repeater wechselt.
    • Coordinated Time Division Multiple Access: Datenpakete können je nach Dringlichkeit besser priorisiert werden, wenn mehrere Geräte auf denselben Funkkanal zugreifen.
    • Coordinated Target Wake Time: Inaktive ("schlafende") Endgeräte sollen effizienter ihre Daten kommunizieren, um für weniger Interferenzen zu sorgen.
  • smartere Kanalzuweisung
    • Dynamic Sub-band Operation: Endgeräte mit geringer Bandbreite sollen nicht mehr die Funkkanäle mit hoher Bandbreite am Access Point drosseln, sondern anderen Kanälen mit weniger Bandbreite zugewiesen werden.
    • Non-Primary Channel Access: Endgeräte können auf freie Unterkanäle ausweichen, statt die Hauptkanäle zu verstopfen.
  • höhere Bandbreiten auf große Distanz
    • Distributed Tone Resource Units: Hochgeladene Daten vom jeweiligen Endgerät werden breiter im Frequenzband verteilt, um bei größerer Entfernung eine stabile Upload-Verbindung aufrecht zu erhalten.
    • Enhanced Long Range: Auf große Entfernung soll eine verbesserte Codierung für eine ausgewogenere Balance zwischen Up- und Downloads sorgen.

Hinzu kommen noch Verbesserungen bei der Modulation, die dafür sorgen, dass Daten-Streams nicht mehr von Geräten mit geringer Geschwindigkeit ausgebremst werden können. Und auch die Abstufungen bei der Funkverbindung sollen feiner werden, entfernt ihr euch also ein wenig vom Router, soll der Verlust bei den erzielten Datenraten weitaus geringer ausfallen.

Der Router-Hersteller TP-Link gibt dabei im Vergleich zu Wi-Fi 7 einen bis zu 30 Prozent höheren Datendurchsatz an, bis zu 24 Prozent geringere Interferenzen und eine bis zu 15 Prozent bessere Mesh-Leistung.

Erste Router sollen noch 2026 erscheinen

Wie auch bei den vorherigen Standards benötigt Wi-Fi 8 neues Equipment. Und zwar sowohl bei den Access Points als auch bei den Endgeräten wie Handys, Notebooks oder Konsolen. An einem Mobil-PC lässt sich die Technik höchstwahrscheinlich per USB-Stick nachrüsten, bei geschlossenen Geräten wie euren Smartphones, der PS5 oder einer Nintendo Switch 2 seid ihr aber auf neue Modelle angewiesen, um von den Wi-Fi 8-Vorteilen zu profitieren.

Erste Router sind bereits für die kommenden Monate angekündigt: ASUS schickt beispielsweise den GT-BN98 Gaming-Router ins Rennen, der wohl für um die 900 bis 1.000 Euro verkauft werden soll und gleich vier Frequenzbänder für 25 Gbit pro Sekunde beziehungsweise 30 Gbit pro Sekunde kombinieren kann (via PCGames Hardware).

TP-Link hat zudem auf der IFA 2026 in Berlin den Archer 8 Ultra vorgestellt, der drei Frequenzbänder für bis zu 19 Gbit pro Sekunde zusammenfasst, allerdings ohne Preisangabe.

Der Archer 8 Ultra ist mal ein ganz schöner Klotz – aber er kann auch viel! Der Archer 8 Ultra ist mal ein ganz schöner Klotz – aber er kann auch viel!

Und auch AVM hat bereits bestätigt, dass an Fritz!Boxen mit Wi-Fi 8 geschraubt wird, es konnten allerdings bislang keine genauen Angaben zu den Geräten gemacht werden. Es wurde lediglich eingegrenzt, dass sie im ersten Halbjahr 2027 erscheinen sollen. AVM dürfte dabei auch auf einen günstigeren Preis für den alltäglichen Gebrauch als die Gaming-Router der Konkurrenz setzen.

Aber nun ist die Frage: Lohnt sich der Kauf dann auch wirklich? Eigentlich erst einmal nicht, da ihr wie bereits erwähnt Endgeräte benötigt, die Wi-Fi 8 unterstützen. Und bis die erschienen sind, kann es noch richtig lange dauern, da der Standard eigentlich noch gar nicht vollständig von der Wi-Fi Alliance ratifiziert ist.

Hersteller von Routern nutzen die vorläufigen Specs aber schon jetzt, um mit ihren kommenden Routern zu werben, wohlgemerkt ohne Garantie, dass diese dann auch mit dem vollen Funktionsumfang von zukünftigen Wi-Fi 8-Geräten kompatibel sind.

Wenn ihr aber in einem mehrstöckigen Haus oder einer Wohnung mit mehreren Räumen ins Internet wollt, Smart Home-Zubehör wie Kameras außerhalb des Gebäudes nutzt oder auch im Garten gern einen besseren Empfang hättet, dann solltet ihr Wi-Fi 8 auf jeden Fall im Blick behalten, da der Standard die Netzwerkstabilität eurer Geräte ein gutes Stück verbessern sollte.


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