Router mieten statt kaufen: Diesen 'Fehler' begehen Hunderttausende Deutsche bei ihrem Internet-Anschluss

Sich einen Router zu mieten, wirkt günstig und bequem, in der Praxis müsst ihr aber mit Nachteilen rechnen.

Router kaufen versus mieten – das sind die Vor- und Nachteile. Router kaufen versus mieten – das sind die Vor- und Nachteile.

Zieht ihr in eine neue Wohnung oder ein neues Haus ein, stellt sich beim Abschluss des Internet-Vertrags zumeist eine wichtige Frage: Router mieten oder kaufen? Ich kann euch nach vielen Jahren mit Routern zur Miete und eigenen Kauf-Routern eine klare Antwort geben: Greift nicht zur Miete! Das kann in vielen Fällen ein Fehler sein.

Chris Werian
Chris Werian

Chris hat von kriechend lahmen Einwahl-Modems über einen fast genauso kriechend lahmen DSL-Lite-Anschluss bis hin zur Gigabit-Glasfaser-Verbindung so ziemlich jede Internet-Technik genutzt, die es bisher gab. Und dabei ein paar wichtige Lektionen gelernt, auch in Bezug auf Router.

Grund #1: Ihr zahlt gewaltig drauf

Bei der Router-Miete fallen anbieterübergreifend laut Daten des Vergleichsportals Verivox zwischen 4 und 13 Euro im Monat zuzüglich einmaliger Versandkosten an. Je nach Vertragsangebot und Router-Modell variieren die Preise jedoch stark, weshalb ich bei einer Beispielrechnung mit 5 Euro einen sehr niedrigen Ausgangswert nehme. In diesem Bereich liegen die gängigsten Modelle, er bietet also eine gute Grundlage.

Über einen Zeitraum von drei Jahren würden somit etwa 180 Euro plus Versand anfallen. Als Gegenwert erhaltet ihr einen Router wie die FRITZ!Box 7530 AX. Die kostet momentan laut Preisvergleichen zwischen 140 und 150 Euro im freien Handel und ist damit schon kurz nach dem 28. Monat günstiger als der Miet-Router.

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Noch drastischer ist die Ersparnis, wenn ihr den Router anschließend verkauft. Dann rechnet sich der Kauf-Router nämlich in der Regel schon kurz nach dem ersten Jahr.

Ein konkreter Fall: Ich habe vier Jahre lang eine FRITZ!Box 7530 für eine VDSL-Leitung genutzt, die ich für 119 Euro gekauft hatte. Sie lief die ganze Zeit über problemlos, musste jedoch bei einem Upgrade auf einen Glasfaseranschluss weichen.

Ich habe sie also gebraucht bei Ebay verkauft und einen Erlös von 80 Euro erzielt, da das Gerät tadellos funktionierte, keinerlei äußere Blessuren aufwies und Router einen recht geringen Wertverlust haben.

FRITZ!Box 7530 AX
FRITZ!Box 7530 AX
WLAN-Router mit DSL-Modem
Die FRITZ!Box kommt mit einem Wi-Fi-6-WLAN Netz, integriertem DSL-Modem mit bis zu 300 MBit/Sekunde bei SuperVectoring und integriertem Media-Server.
229,00 €155,90 €
TP-Link Archer AXE75
TP-Link Archer AXE75
WLAN-Router ohne Modem
Beim Archer AXE75 fehlt ein Modem, das bekommt ihr separat vom Internet-Provider. Dank Wi-Fi 6E wird auch das neue 6 GHz-Band abgedeckt.
129,87 €
UbiQuiti Unifi Cloud Gateway Fiber
UbiQuiti Unifi Cloud Gateway Fiber
Router mit Glasfaser-Ports
Bei einem Unifi Cloud Gateway sind SFP+-Ports für den Anschluss von Glasfaser-Internet ohne ONT verbaut. Für WLAN benötigt es noch einen separaten Access Point.
297,99 €

Soll heißen: Für einen Router, für den ich bei einer Miete 240 Euro gezählt hätte, habe ich letztendlich 39 Euro gezahlt.

Greift ihr selbst zu einem gebrauchten Gerät, würden euch sogar noch weniger Kosten für den Router anfallen, und das ist auch gar keine schlechte Idee, da die kleinen Kästen von renommierten Herstellern wie AVM (FRITZ!Box), Netgear, TP-Link und ASUS sehr zuverlässig sind.

Ich nutze jetzt beispielsweise seit vier Jahren eine FRITZ!Box 7530 AX an einem Glasfaser-ONT und kann mich nicht über irgendwelche Probleme beschweren. Wenn es mal zu Fehlern kam, lag es am Anbieter, nicht am Router.

Was passiert mit einem Miet-Router, wenn der Vertrag gekündigt wird?

Da ihr den Router lediglich gemietet habt, muss er wieder zum Anbieter zurück. Ihr steht dabei in der Pflicht, das Gerät nach Erhalt eines Retouren-Labels wieder zurückzusenden, könnt also keinen Weiterverkaufserlös erzielen. Es kann in Ausnahmefällen allerdings auch einmal der Fall sein, dass euch ein Altgerät überlassen wird, dann hält sich der Gegenwert zumeist aber in Grenzen.

Grund #2: Ihr erhaltet das bessere Produkt

Ein eigener Router eröffnet euch häufig mehr Möglichkeiten, euer Internet- und Smart Home-Netzwerk zu konfigurieren und an euren Verwendungszweck anzupassen. Miet-Router nutzen hingegen in vielen Fällen speziell angepasste Firmware-Versionen, die um Funktionen beschnitten worden sind. Beispielsweise um Nutzungsfehler zu vermeiden und Geräte einfach per Ferndiagnose warten zu können. Denn wo nicht viel eingestellt werden kann, kann auch nicht viel schiefgehen.

Oder doch? In der Praxis kann es durchaus zu Problemen aufgrund blockierter Funktionen kommen. Ich musste beispielsweise schon häufig Hilfe bei Freunden leisten, die Verbindungsprobleme in einigen PS5-Spielen hatten, da ihre Router für den jeweiligen Titel wichtige Netzwerkanfragen nicht korrekt verarbeitet hatten. Umstellen ließ sich das Gerät nicht, dafür fehlten dann die entsprechenden Funktionen oder sie waren nicht so implementiert, dass sie ordnungsgemäß verwendet werden konnten.

Ich selbst hatte das Problem damals schon zu Xbox 360- und PS3-Zeiten mit einem Speedport-Miet-Router der Telekom, weshalb ich auf ein selbst gekauftes Gerät von Netgear umgestiegen bin. Der bot mir einige nützliche Zusatzfunktionen, um meine Konsole voll gegenüber dem Internet zu öffnen. Und das war dann für mich, als absoluten Multiplayer-Connoisseur, auch elementar wichtig, da ein ungewollter Disconnect mitten im Match wertvolle Punkte kosten konnte.

Damit solche Verbindungsprobleme minimiert werden, gibt es Features wie UPnP, Exposed Host oder DMZ, die die Firewall von Routern für das angewählte Gerät umgehen, sprich auf Kosten der Sicherheit sämtlichen Traffic durchlassen. Wie das genau funktioniert, erklärt euch beispielsweise GamesNotOver:

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Bei geschlossenen Netzwerken – wie dem PSN oder Xbox Live – und den jeweiligen Konsolen, die kaum Angriffsvektoren bieten, ist das Risiko durch solch ein Vorgehen verschwindend gering. Spielt ihr am PC, sieht es da aber schon etwas anders aus. Windows 11 und Linux bieten deutlich mehr Angriffsfläche, weshalb ihr dort auf solche Maßnahmen verzichten solltet.

Einige Router bieten zudem die Möglichkeit, virtuelle LAN-Umgebungen einzurichten, um angeschlossene Netzwerkgeräte sowie deren Schutzmaßnahmen effektiver zu steuern und von anderen Geräten zu trennen. Bei Miet-Routern findet man solche Optionen so gut wie nie, weshalb sich speziellere Probleme häufig nicht lösen lassen.

Alternative zu UPnP, DMZ und Co.

Statt sich auf Router-Funktionen zu verlassen, können beispielsweise Konsolen auch direkt an ein Modem oder einen Router, der rein als Modem genutzt wird, angeschlossen werden. Auch dann ist die Verbindung komplett offen, je nach Modem und Anschluss können aber keine weiteren Geräte auf das Internet zugreifen.

Bequemlichkeit als Gegenargument

Ein Pluspunkt für Miet-Router ist die leichtere Einrichtung. Häufig sind bei Abschluss eines Vertrags die notwendigen Daten bereits im Router hinterlegt, ihr müsst ihn also nur noch anschließen und könnt sofort loslegen. Das ist praktisch, auch für wenig technisch affine Personen zugänglich und spart Zeit – allerdings auch nur ein paar Minuten.

Bei Kauf-Routern müsst ihr nämlich nur die Oberfläche ansteuern und werdet dann durch die Einrichtung gelotst. Dort stehen dann zumeist auch vorab angelegte Profile für die einzelnen Internet-Anbieter parat, in denen ihr nur noch die Anschlussdaten eintragen müsst.

Einfachere Wartung: Miet-Router sind bei vielen Providern so eingerichtet, dass sie per Ferndiagnose auf Fehler überprüft werden können. Das macht die Störungserkennung durch den Anbieter einfacher, außerdem können Techniker flotter Einstellungsfehler erkennen.

Nutzt ihr stattdessen einen Kauf-Router, ist der Support des Herstellers bei Problemen mit dem Gerät zuständig. Da Router-Bauer im Normalfall nicht rund um die Uhr erreichbar sind, können Support-Anfragen länger dauern. Zudem müsst ihr klar identifizieren können, dass der Router die Fehlerursache ist.

Fazit: Das sind die Vor- und Nachteile von Miet- und Kauf-Routern

Meine persönliche Empfehlung geht in den meisten Fällen hin zum Kauf-Router. Dabei sind für mich gleich mehrere Faktoren wichtig:

  • Eine immense Ersparnis: Während Miet-Router über die Jahre hinweg mehrere hundert Euro kosten können, rechnen sich Kauf-Router schon nach dem zweiten oder dritten Jahr. Falls ihr den Router weiterverkauft oder euch gebracht anschafft, sogar schon deutlich früher. Da Defekte bei Kauf-Routern zwei Jahre abgedeckt sind, ist das Risiko bei einem Ausfall auch sehr gering.
  • Höherer Funktionsumfang: Bei Miet-Routern können Features über spezielle Software-Anpassungen blockiert sein. Das kann bei der Einrichtung von Smart Home-Geräten für Probleme sorgen, aber auch wenn ihr an der Konsole zockt.
  • Mehr Flexibilität: Sucht ihr nach bestimmten Funktionen oder einem Gerät mit großer WLAN-Leistung, könnt ihr entsprechend eure Kaufentscheidung fällen. Bei einer Router-Miete habt ihr hingegen eine viel kleinere Auswahl zwischen den Modellen.
  • Frühere Updates: Bei einem Kauf-Router kann der Hersteller seine Firmware-Updates einfach verteilen, während Internet-Provider diese erst einmal anpassen und prüfen müssen.

Zu Miet-Routern würde ich hingegen in folgenden Fällen raten:

  • Ihr wollt es maximal bequem: Die Einrichtung ist zwar auch bei Kauf-Routern sehr leicht geworden, bei Miet-Routern geht es aber noch schneller. Zumal ihr euch nicht großartig über mögliche Router informieren müsst, beispielsweise im Hinblick auf die maximalen Geschwindigkeiten und den genutzten Anschlusstyp (Glasfaser, VDSL, Kabel, etc.) des eingebauten Modems. Unter anderem auf internetanbieter.de findet ihr umfangreiche Informationen zu allen Glasfaserarten.
  • Ihr wollt bei Router-Problemen schnelle Lösungen: Durch die Fernwartung ist euch in der Regel zügig geholfen, sofern es nicht um speziellere Einstellungen geht. Zudem ist der Router bei einem Defekt flott ausgetauscht.
  • Ihr einen Internet-Anschluss mit besonderen Voraussetzungen nutzt: Bei älteren Häusern und Kabelleitungen sowie Sonderformen wie Satelliten-Internet kann es durchaus Sinn ergeben, auf die Geräte vom Provider sowie dessen Techniker*innen zurückzugreifen, um Unterstützung bei der Einrichtung zu erhalten und Kompatibilitätsproblemen vorzubeugen.
  • Ihr bekommt den Router gratis: Bei Sonderaktionen oder Rabatten kann es durchaus mal der Fall sein, dass ihr einen Router quasi zum Nulltarif dazu bekommt. Achtet jedoch darauf, dass er nicht ungewollt in den Vertrag reingerechnet wurde!

Es gibt also Situationen, in denen es keine schlechte Idee ist, zu einem Miet-Router zu greifen, wobei aber der Kostenfaktor und der größere Funktionsumfang die entscheidenden Punkte für mich sind.

Aber was sagt ihr? Habt ihr zum Miet-Router gegriffen oder habt ihr euren Router selbst gekauft?


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