Nivalis Nights haut mich mit seiner Cyberpunk-Welt komplett aus den Socken – umso ärgerlicher sind die Probleme

Max hat einen Blick auf die neue Lebenssimulation Nivalis Nights geworfen. Hier gibt's seine Eindrücke.

Hier gibts ein paar persönliche Eindrücke zur Lebenssimulation Nivalis Nights. Hier gibt's ein paar persönliche Eindrücke zur Lebenssimulation Nivalis Nights.

Nivalis Nights sieht zwar aus wie der kleine Bruder von Cyberpunk 2077, macht aber mal was ganz anderes mit dem Sci-Fi-Setting. Hier geht’s nämlich nicht um action-lastige Schießereien oder die besten Nanowire-Implantate, sondern um das friedliche Alltagsleben in einer gigantischen, futuristischen Metropole. 

In der neuen Lebenssimulation schlagt ihr euch als ganz gewöhnlicher 0815-Mensch durch und wollt euch als Restaurantbesitzer einen Namen machen. Gleichzeitig kitzelt die Stadt Nivalis ganz wunderbar den Erkundungsnerv.

Ich habe einen Blick aufs Spiel geworfen und geb euch hier mal ein paar Eindrücke mit auf den Weg. Denn Nivalis Nights ist sicherlich eines der ungewöhnlichsten und vielversprechendsten Cyberpunk-Spiele der letzten Zeit – aber es gibt auch noch einige Baustellen, wo Entwickler Ion Lands nochmal ran muss.

Video starten 1:15 Nivalis - Trailer zur Cyberpunk-Lebenssimulation - Trailer zur Cyberpunk-Lebenssimulation

Darum geht’s in Nivalis Nights

Fangen wir mit dem Gameplay an. Zu Beginn erwache ich in meinem Apartment und erhalte eine Nachricht von Imbissbesitzer Thaddeus. Der alte Herr will mir seinen Nudel-Laden vererben und da ich ohnehin Geld verdienen muss, kommt das Angebot wie gerufen.

So ein kleines Restaurant führt sich aber nicht von selbst. Ich muss verschiedene Angestellte anheuern, eine Speisekarte ausarbeiten und für den Koch den Kühlschrank immer mit ausreichend Zutaten füllen. Management spielt eine wichtige Rolle in Nivalis und das Führen meines Nudelrestaurants ist erstaunlich komplex. 

Wer bei mir kocht, managed, kellnert oder putzt, ist keine leichte Entscheidung. Die verschiedenen Bewerber kommen alle mit unterschiedlichen Vorlieben und Vorstellungen, was ihre Aufgaben, das Gehalt oder Arbeitszeiten  im Schichtplan angeht.

Mit diesem kleinen Nudelladen fängt alles an. Mit diesem kleinen Nudelladen fängt alles an.

Hier kocht der Chef noch selbst – zumindest am Anfang

Gerade zu Beginn muss man auch noch selbst mit anpacken. Ich stelle die ersten Tische auf und lege eine simple Menükarte fest. Dann kann ich eigenhändig Bestellungen meiner Gäste aufnehmen, Essen zubereiten und den fertigen Teller zum entsprechenden Platz tragen.

Wenn der Laden irgendwann richtig brummt und die digitalen Cyberpunk-Dollars mein Konto füllen, kaufe ich neue Restaurants und expandiere. Ich kann aber nicht alles genauso noch einmal machen: Neue Läden bedeuten neue Statdviertel mit neuer Klientel und anderen Ansprüchen. 

Zu Beginn trage ich viele Bestellungen noch selbst. Später erledigt das mein Team. Zu Beginn trage ich viele Bestellungen noch selbst. Später erledigt das mein Team.

Während ich in den ärmeren Gegenden wie dem Meridianmarkt oder dem Hafenbecken vielleicht noch mit Nudeln und Bier durchkomme, stehen die Hipster – ja, so heißt eine Kundengruppe im Spiel tatsächlich – eher auf fancy Streetfood. Dieses Angebot würde mir bei den reichen Schlipsträgern in den oberen Vierteln hingegen nur ein verächtliches Schnauben entgegenbringen.

Mit genügend Angestellten kann ich Arbeitsabläufe immer weiter automatisieren. Während ich anfangs also noch selbst bediene und jeden Tag zum Markt renne, erledigen das irgendwann meine Bediensteten – solange sie nicht zu unzufrieden werden und kündigen.

Außerdem kann ich später noch Angeln und Gemüse selbst anbauen. Damit bin ich auch nicht mehr von den teuren Preisen der örtlichen Händler abhängig. Beides kommt auch wieder mit spezifischen Eigenheiten wie Saat-Typen und verschiedenen Gewächshaus-Modulen für unterschiedliche Pflanzen – und so weiter und so fort.

Bei Taxifahrten im Regen kommt echtes Blade Runner-Feeling auf. Bei Taxifahrten im Regen kommt echtes Blade Runner-Feeling auf.

Die wahre Stärke liegt nicht im Management

Nivalis ist keine richtige Open World, sondern besteht aus verschiedenen kleinen Vierteln, die voneinander getrennt und über Verkehrsmittel wie Taxis, Züge oder mein eigenes Boot miteinander verbunden sind. Beim Gebietswechsel gibt’s eine Ladepause.

Und Nivalis ist abwechslungsreich: Von gammeligen Hafenstraßen über unendliche Höhen und Tiefen der sogenannten “Hauptschlucht” bis hin zu nobleren Ecken, die dann logischerweise auch geografisch weiter oben angesiedelt sind.

Die Stadt sieht aber nicht nur stimmungsvoll aus, sie ist auch noch wunderbar interaktiv und logisch aufgebaut. Ich kann zum Beispiel in meinen Wohnungen – Plural, weil ich später auch mehrere haben kann – das Licht an einem Schalter heller oder dunkler einstellen. Einfach so, weils geht!

Mein persönliches Highlight: Am Hauptbahnhof muss ich das richtige Gleis für mein Ziel finden und kann mich sogar an den Abfahrtszeiten orientieren, die korrekt auf den Anzeigetafeln stehen – ich liebe sowas.

Wann der nächste Zug kommt, ist immer am Gleis sichtbar. Wann der nächste Zug kommt, ist immer am Gleis sichtbar.

Apropos Zeit: Wie für viele Lebenssimulationen üblich, läuft ein Timer permanent mit, der Wochentag und Uhrzeit angibt. Jahreszeiten gibt es allerdings nicht – wenig verwunderlich, denn Cyberpunk-typisch gibt es keine richtige Natur mehr und sogar die Sonne wurde im Matrix-Stil mit einer dichten Wolkendecke verdunkelt.

Die Zeit ist besonders wichtig, weil etwa Öffnungszeiten von Geschäften und eben mein Mitarbeiter-Schichtplan davon abhängen. Außerdem gilt ab 1 Uhr nachts eine Ausgangssperre.

Wenn ich dann trotzdem noch draußen bin, verwandelt sich Nivalis Nights in ein kleines Stealth-Spiel. Security-Drohnen schauen nämlich, ob doch noch jemand unterwegs ist und ich muss den Sichtkegeln der patrouillierenden Roboter ausweichen. Und das sollte ich auch unbedingt tun. Wer erwischt wird, muss saftige Strafen zahlen.

Aber das Risiko kann sich lohnen, denn die leeren Straßen bieten einzigartige Möglichkeiten. Wenn ich in einem konkurrierenden Restaurant zum Beispiel eine schnieke Küchenmaschine sehe, könnte ich ja im Dunklen in den Laden einbrechen und das teure Gerät einfach mitnehmen, selbst verwenden oder teuer verkaufen.

Wenn ich nachts von den Security Drohnen erwischt werde, muss ich Strafe zahlen. Wenn ich nachts von den Security Drohnen erwischt werde, muss ich Strafe zahlen.

Fast wie ein RPG

Und das bringt mich zur zweiten großen Stärke neben dem eigentlichen Management: Die Quests. Viele NPCs in den Straßen von Nivalis haben Aufgaben für mich. Das reicht von simplen Bring- und Hol-Quests, bis hin zu Industrie-Spionage in anderen Restaurants. Aber alle Missionen erzählen immer kleine süße Geschichten.

Einmal bin ich etwa einer unfreundlichen alten Dame begegnet. Die hat mir dann erzählt, dass die Seele ihres verstorbenen Mannes als KI-Kopie auf einem Staubsaugerroboter gelandet ist. Hilfsbereit wie eh und je fand ich den Roboter. Nur stellte ich beim Gespräch mit ihm fest, dass er gar nicht zu seiner Frau zurückkehren wollte.

An solchen Stellen kann ich kleine Entscheidungen treffen, die sich sogar ein bisschen auf meinen Alltag auswirken können. Freundlich gestimmte NPCs lassen vielleicht eine gute Bewertung für mein Restaurant da oder ich hab mich mit meinem Mitarbeiter von Morgen schon gut gestellt.

NPCs haben oft gut geschriebene Quests dabei, in denen ich auch manchmal Entscheidungen treffen kann. NPCs haben oft gut geschriebene Quests dabei, in denen ich auch manchmal Entscheidungen treffen kann.

Es gibt in Nivalis Nights sogar eine richtige Hauptquest. In der lerne ich nach und nach mehr über die vielen Geheimnisse meines umtriebigen Restaurant-Vorgängers Thaddeus und nebenbei macht angeblich auch noch ein Serienkiller die Straßen unsicher.

Nivalis Nights fühlt sich deswegen erstaunlich oft wie ein Rollenspiel an, nur eben ohne Kämpfe und mit deutlich mehr Gemüse im Suppentopf. Und das hätte ich von einer Lebenssimulation echt nicht erwartet.

Wenn das Wörtchen “Wenn” nicht wär’

Das klingt ja jetzt alles super, aber bei Nivalis Nights ist leider nicht alles Gold was glänzt. Vor allem bei der Zeitmechanik, dem Charakter-Editor, der Steuerung und der Technik. 

Fangen wir mal mit der Zeit an. Eine echte Sekunde entspricht einer Minute im Spiel. Von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts vergehen also ungefähr 20 Minuten. Ungefähr deshalb, weil die Zeit beispielsweise in Gesprächen still steht. Man kann also allen Dialogen ganz entspannt zuhören.

Maximilian Franke
Maximilian Franke

Cyberpunk-Settings sind immer eine feine Sache, aber viele Werke wie Blade Runner, Cyberpunk 2077 oder Ghost in the Shell fokussieren sich recht stark auf Action oder spannende Krimi-Plots. Das ist auch cool, aber Abwechslung ist natürlich immer eine gute Sache und somit hat Nivalis Nights bei Max schon von Beginn an erstmal einen Stein im Brett. Dazu kommt, dass sich Lebenssimulationen auf der anderen Seite auch meistens auf bunte und überspitzt friedlichen Szenarien beschränken – umso besser, wenn gleich zwei Genres ein bisschen aufgemischt werden.

Mit dem Beginn der Ausgangssperre läuft die Uhrzeit allerdings nicht weiter. Ich muss  zwingend jede Nacht ein Bett erreichen – egal ob in meiner Wohnung, oder in einem der überall verstreuten Zufluchtsorte. Bis zum nächsten Morgen durchmachen geht also nicht.

Beim Zeitsystem strauchelt das Spiel. 20 Minuten sind zum Erkunden der großen Stadt viel zu wenig. Selbst wenn ich später viele Aufgaben automatisieren kann, fühlt sich das Reisen viel zu gehetzt an. Es gibt deswegen wenig überraschend schon Mods, die das Zeitfenster vergrößern.

Aber hier sollten die Devs auf jeden Fall noch eine offizielle Methode einführen. Im besten Fall kann ich die  Tageslänge in den Optionen einfach selbst anpassen. Das ist innerhalb des Lifesim-Genres eigentlich auch nicht ganz unüblich.

Orte wie die imposante Hauptschlucht zu erkunden macht Spaß, fühlt sich durch die kurzen Tage aber auch immer stressig an. Orte wie die imposante Hauptschlucht zu erkunden macht Spaß, fühlt sich durch die kurzen Tage aber auch immer stressig an.

Eine Schnellreise, die fast schon zu praktisch ist

Ausgerechnet die Schnellreise unterstreicht dieses Problem auch noch. Wenn ich einmal ein Viertel besucht habe, kann ich mich über die Karte direkt dorthin teleportieren – ohne Zeitverlust. Das ist natürlich unglaublich praktisch, führt manche Mechaniken aber auch ad absurdum.

Die Ausgangssperre verliert etwa komplett an Bedeutung, denn ich muss mich nach Ladenschluss überhaupt nicht beeilen. Wegen des Schnellreisesystems geht jede Bedrohung flöten: Selbst wenn es mal eng wird, beame ich mich einfach sofort in mein Apartment und bin sicher – sogar wenn die Sperre schon aktiv ist.

Und da das Hin- und Herspringen allein wegen den knappen 20 Tagesminuten so nützlich ist, stromere ich auch weniger durch die schicke Stadt. Was ja eigentlich eine der größten Stärken dieser Lebenssimulation ist. 

Aber weil die Tage in Nivalis eben so kurz sind, während die Entfernungen sehr groß sind, muss ich eigentlich ständig die Instant-Schnellreise nutzen. Ansonsten komme ich an einem einzelnen Tag zu nichts.

Meine Wohnung(en) kann ich mit Möbel einrichten und mich per Schnellreise sofort hinein teleportieren. Meine Wohnung(en) kann ich mit Möbel einrichten und mich per Schnellreise sofort hinein teleportieren.

Lifesims leben doch generell gerade von einer gewissen Routine, die sich im Laufe der Zeit aufbaut. Der Arbeitsweg von der Wohnung zum Restaurant oder der Abstecher zum Gemüsehändler im Zentrum, der die besten Preise hat, sind in meiner Wahrnehmung ein wichtiger Teil der Atmosphäre und ein Grund, weswegen das Genre so beliebt ist.

Nicht umsonst weiß ich in Spielen wie Stardew Valley auswendig, dass Pierres Laden am Mittwoch geschlossen hat und ich nur bis 16 Uhr bei Clint in die Schmiede kann. Das wüsste ich wahrscheinlich nicht, wenn ich mich einfach überall schnell hin teleportieren könnte. 

Wer in Nivalis Nights dagegen vor allem auf das Management und Min-Maxing des größten Restaurant-Profits aus ist, kann sich ja gerne in Sekundenbruchteilen überall hin teleportieren. Dafür ist das System dann wiederum schon sehr, sehr hilfreich.

Ich bleib also dabei: Ich würde mir wünschen, dass mir das Spiel einfach die Wahl überlässt, in welchem Tempo ich mein Cyberpunk-Leben leben will.

Mit einem längeren Tagestimer könnte ich Viertel wie die Bergstadt viel entspannter erkunden, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Mit einem längeren Tagestimer könnte ich Viertel wie die Bergstadt viel entspannter erkunden, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen.

Wo ist der Charaktereditor?

Mein nächster Kritikpunkt ist der Charaktereditor. Zu dem kann ich gar nicht so viel sagen und genau hier liegt das Problem: Es gibt keinen. Warum, das weiß wohl niemand, denn eigentlich schreit das Spiel nahezu nach der Möglichkeit, meine Figur mit Frisuren, Klamotten und Co. auszustatten.


Stattdessen bekomme ich mich selbst nie zu Gesicht, auch nicht in Zwischensequenzen oder dem Fotomodus. Die Devs haben schon angedeutet, hier nachzuliefern, wenn die Fans es wollen. Ich wäre auf jeden Fall dafür.

Ich würde euch gerne einen Charaktereditor zeigen. Stattdessen müsst ihr mit dieser Blume vorlieb nehmen. Ich würde euch gerne einen Charaktereditor zeigen. Stattdessen müsst ihr mit dieser Blume vorlieb nehmen.

Wo Controller drauf steht, sollte auch Controller drin sein

Außerdem muss ich ein paar Worte zur Controller-Steuerung verlieren. Nivalis Nights gibt’s aktuell nur für PC. Ich kann daher verstehen, dass die Maus- und Tastatur-Steuerung erstmal oberste Priorität hat. 

Nun spiele ich aber grundsätzlich lieber mit Controller. Ich kann Nivalis Nights auch mit Controller spielen. Alles was ihr hier seht, ist mit meinem alten Xbox 360-Gamepad entstanden, das mir nach was-weiß-ich-wie-vielen-Jahren immer noch gute Dienste am PC leistet.

Aber was ich habe ich nur über einige Menüs geflucht. Die unzähligen kleinen Schaltflächen erreiche mit einer Maus ja ohne Probleme, kein Thema. Aber mit dem Controller muss ich mich teilweise endlos durch frickelige Buttons klicken, mit nem Cursor, den ich teilweise fast gar nicht sehen kann.

Menüs für Händler oder die Orga eurer Angestellten sind sehr frickelig und mich Controller nicht gut zu bedienen. Menüs für Händler oder die Orga eurer Angestellten sind sehr frickelig und mich Controller nicht gut zu bedienen.

Dazu kommt etwa bei Händlern, dass manche Filter-Funktionen nicht wirklich funktionieren. Wenn meine Tastatur nicht in Reichweite ist, kann ich etwa die Suchleiste nicht nutzen und bin dadurch auf lange Klick-Tiraden oder Doom-Scrolling durch endlose Item-Listen angewiesen. Meh. 

Und ja, ich weiß. “Spiel halt mit Maus und Tastatur”, könnte man jetzt sagen. Aber wisst ihr was? Nö. Das Spiel hat Controller-Support und die Menüs sollten das dann auch ungefähr widerspiegeln. Es ist auch kein Weltuntergang, aber mich hats genervt. Also seid zumindest gewarnt.

Wunderschön, aber holprig

Und dann müssen wir nochmal über die Technik reden. Das Entwicklerstudio Ion Lands kennt ihr vielleicht schon vom Cyberpunk-Taxi-Spiel Cloudpunk. Wie man unschwer erkennt,  teilen sich Nivalis Nights und der geistige Vorgänger nicht nur das Setting, sondern auch den Grafik-Stil.

Die neue Lifesim setzt also ebenfalls auf blockige 3D-Umgebungen. Zusammen mit teils wirklich wunderschönen Lichtstimmungen versprüht das einen herrlichen Retro-Charme und erinnert – je nach Wetter – an Klassiker wie zum Beispiel den Film Blade Runner. Also rein Grafisch macht das Spiel ordentlich was her.

Aber das kommt auch zu einem Preis, denn die Hardware-Anforderungen sind tatsächlich ziemlich ordentlich.

Ich habe mit einer RTX 3060 TI gespielt, die Ion Lands offiziell für mittlere Grafikeinstellungen empfiehlt. Bei 1440p sind 60 fps allerdings wirklich die Ausnahme. Das wäre auch nicht so schlimm, wenn die Schwankungen nicht so krass wären. Daran ändern auch kleinere Auflösungen oder niedrige Details nichts.

Hier seht ihr die offiziellen Systemanforderungen (via Ion Lands). Hier seht ihr die offiziellen Systemanforderungen (via Ion Lands).

Manchmal sind 60 fps für kurze Zeit drin, aber vor allem in den belebten Innenstadtvierteln mit vielen NPCs sinkt der Wert auch gerne mal unter die 20 fps-Grenze und das ist wirklich zu wenig.

Seit Release gab es aber auch schon mehrere Patches, die spürbar an der Performance geschraubt haben. Es ist also bereits besser geworden und ich denke, dass die Entwickler die Performance nach und nach in den Griff bekommen können.

Aber gerade weil hier bestimmt auch ein paar Lifesim-Fans zuschauen, die eher auf älterer Hardware oder Laptops unterwegs sind: Seid euch bewusst, dass ihr womöglich mit Abzügen bei der Performance rechnen müsst.

Immerhin verlangt Nivalis Nights zu keiner Zeit schnelle Reaktionen von euch. Ihr könnt die fps also auch ohne Bedenken auf 30 fps feststellen. Ist nicht ganz so fluffig, aber der Wert ist dafür wesentlich stabiler. Im Zweifel würde ich das auch empfehlen, je nachdem, was euer Rechner kann.

Was ich technisch hingegen positiv feststellen muss, sind Bugs. Davon sind mir nämlich wirklich nur wenige begegnet und keiner davon hatte nennenswerte Auswirkungen auf mein Gameplay.

Fazit

Maximilian Franke

Ich hoffe, trotz der Kritikpunkte ist klar geworden, dass mir Nivalis Nights im Kern wirklich gut gefällt. Die Mischung aus Lebenssimulation und Cyberpunk-Welt ist eine tolle Idee und bringt frischen Wind in gleich beide Subgenres.

Wenn euch der Grafikstil gefällt, werdet ihr mit großen Augen durch die Straßen der Metropole schlendern und wirklich jeden Winkel dieser Welt erkunden wollen. So ging es mir jedenfalls und geht es mir auch jedes Mal aufs Neue, wenn ich ein weiteres Viertel zum ersten Mal entdecke.

Wenn die Entwickler jetzt noch ein paar Kinderkrankheiten ausbessern, einen Charakter-Editor ergänzen und vor allem für eine flüssige Performance sorgen, auch auf älterer Hardware, dann kann man mit Nivalis Nights ganz sicher viele Stunden Spaß haben.

Falls ihr das Cyberpunk-Setting vor allem für Implantate, Kämpfe, Action und eine grausame Welt schätzt, dann ist das hier eher nicht für euch. Die Lebenssimulation ist zwar weit von einer kunterbunten Wohlfühlwelt entfernt, aber dennoch bleibt es im Kern ein ruhiges Spiel mit starkem Fokus auf kleinteiliges Management.

Unterm Strich ist Nivalis Nights damit eine ganz einzigartige Erfahrung, der aber vor allem noch Feinschliff fehlt.


Kommentare(1)
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