Jahrelang an einem Spiel zu arbeiten, nur damit es kurz vor der Veröffentlichung eingestellt wird, dürfte für Entwickler zu den bittersten Erfahrungen überhaupt gehören.
Noch schlimmer ist wohl der Gedanke, dass all die Arbeit anschließend irgendwo auf einer Festplatte verschwindet und niemand jemals zu Gesicht bekommt, was daraus hätte werden können.
Genau das wollte ein kleiner Horrorentwickler nicht hinnehmen. Und deshalb könnt ihr jetzt ein Spiel ausprobieren, das eigentlich gar nicht mehr existieren sollte.
Paramount wollte dem Entwickler keine zusätzliche Zeit geben
Hinter dem Projekt steckt Brian Clarke, der mit seinem Studio DarkStone Digital bereits 2022 das Horrorspiel The Mortuary Assistant veröffentlichte.
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Anschließend arbeitete er im Auftrag von Paramount an Paranormal Activity: Threshold, einer Videospielumsetzung der bekannten Found-Footage-Horrorreihe. Die Entwicklung lief rund zwei Jahre. Eine auf der PAX East präsentierte Demo kam auch bei den Besuchern gut an.
Doch für die geplante Veröffentlichung Ende 2026 benötigte der Entwickler noch etwas Zeit. Er bat Paramount darum, den Termin auf Februar 2027 verschieben zu dürfen, was jedoch abgelehnt wurde.
Damit stand er vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder er veröffentlicht ein Spiel, das seinen eigenen Qualitätsansprüchen nicht genügt, oder er beendet das Projekt.
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Clarke entschied sich für Letzteres. Im Mai 2026 wurde Paranormal Activity: Threshold offiziell eingestellt.
Ein kostenloses Stück Horror, das eigentlich verschwinden sollte
Ganz aufgeben wollte Clarke seine Arbeit allerdings nicht. Mit Unterstützung des Publishers DreadXP entstand deshalb eine ungewöhnliche Lösung.
Paramount erlaubte dem Entwickler, die bereits erstellten Inhalte weiterzuverwenden, solange sämtliche Bezüge zu Paranormal Activity entfernt wurden.
Das Ergebnis heißt Playable Archive und ist ab sofort kostenlos auf Steam erhältlich.
Die etwa 30 bis 45 Minuten lange Horror-Erfahrung basiert auf der früheren Messe-Demo. Ihr untersucht als Ermittler ein Haus, in dem offenbar etwas Schreckliches passiert ist. Mithilfe von Videoaufnahmen und Rätseln versucht ihr herauszufinden, was dort vorgefallen ist.
Das alles erinnert etwas an P.T., die spielbare Demo zu Hideo Kojimas eingestelltem Silent Hills. Während Konami P.T. damals allerdings aus dem PlayStation Store entfernte und gern vergessen würde, dass es je existiert hat, will Clarke seinem Spiel zumindest ein kleines Denkmal setzen.
Nachdem ich so lange an etwas gearbeitet hatte, das mir so viel bedeutete, fühlte es sich falsch an, es einfach wie einen verfluchten Gegenstand im Regal liegen zu lassen.
Immerhin ist die Arbeit nicht vollständig verloren. Clarke entwickelt bereits ein neues Projekt, in das einige Ideen aus dem eingestellten Horrorspiel einfließen sollen.
Werdet ihr Playable Archive ausprobieren? Und findet ihr, dass Entwickler häufiger spielbare Versionen eingestellter Projekte veröffentlichen sollten?
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